Napoleons Karten der Schweiz. Landesvermessung als Machtfaktor 1798–1815

Die trigonometrische Überwindung der Schweizer Alpen war eine Herausforderung, wie der Berner Professor Friedrich Trechsel 1823 bemerkte: «Ein solcher Übergang über unser Hochgebirg wäre ein Triumph für die Wissenschaft, und endlich vielleicht wieder etwas, das unserer Zeit Ehre brächte. Die Geometer […] bieten sich gern, und freundlich und mit Vortheil für die Wahrheit aus weiter Ferne – über Berg und Thal herüber – die Hände. […] Unser Finsteraarhorn ist auf dem Straßburger Münster beobachtet worden, und auf dem Dome zu Mayland. Es steht und glänzt wie ein hoher, gewaltiger Leuchtturm.» Das Finsteraarhorn als Leuchtturm, das konnte nur einem Berner einfallen, der den höchsten Berg der Berner Alpen in der Abendsonne leuchten sieht. Was aus dem Zitat nicht hervorgeht, ist die Tatsache, dass dieser Versuch der trigonometrischen Alpenüberwindung von den Franzosen stammt.

Mehr zur Vermessung des Finsteraarhorns, des Kantons Bern, der Alpen im Allgemeinen, der Schweiz und Europas findet sich im Buch von Martin Rickenbacher. Es beleuchtet ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Schweizer Kartografie: Rickenbacher hat die Karten von Napoleons Inge-nieuren in französischen Archiven aufgespürt und erforscht. Die Resultate vermitteln eine neue Sicht auf die Anfänge der Landesvermessung, die Schweiz wurden nämlich zuerst von Franzosen vermessen.

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