Panorama der alpinen Fauna: das Birkhuhn

Faune et flore

Panorama der alpinen Fauna: das Birkhuhn

Das Birkhuhn ( Tetrao tetrix ) ist sicherlich einer der schönsten Vertreter der alpinen Vogelwelt. Seine Hochzeitsbalz, die zwischen April und Juni auf Bergrücken und in verschneiten Mulden stattfindet, bietet ein fesselndes Schauspiel.

Dabei posieren die Hähne, trippeln umher, tanzen, springen, kämpfen, kullern und zischen ohne Ende. Im Sommer dagegen kann man den Vogel oft nur einen kurzen Augenblick lang beobachten, wenn in der dichten Vegetation versteckte Tiere plötzlich die Flucht ergreifen und mit lautem Fluggeräusch starten. Das Birkhuhn gehört zur Ordnung der Hühnervögel ( Galliformes ) und zur Familie der Rauhfusshühner ( Tetraonidaegleich wie das Auerhuhn und das Alpenschneehuhn.

Beschreibung Der erwachsene Hahn trägt ein glänzend schwarzes Gefieder, das am Hals und am Schwanz metallisch blaue Reflexe aufweist. Diese Färbung des Gefieders kontrastiert sehr stark mit den weissen Unterschwanzdecken und der ebenfalls weissen Flügelunterseite. Der Vogel besitzt einen langen, leierförmigen Schwanz, einen schwarzen, kräftigen Schnabel und sehr grosse, zinnoberrote « Rosen » über den Augen. Vier anatomische Besonderheiten, die alle Rauhfusshühner auszeichnen, beweisen die Anpassung des Birkhuhns an seine schneereichen und winterkalten Lebensräume: die Körperfedern, die an ihrer Basis durch eine zweite Flaumfeder ( auch Hyporhachis genannt ) verdoppelt sind, die befiederten Nasenöffnungen, die durch gebogene Hornstifte verbreiterten Zehen und die bis zu den Zehen befiederten Läufe. Die Henne unterscheidet sich stark vom Hahn: Sie ist deutlich kleiner und leichter ( 750 bis 1100 g; Hahn 1150 bis 1560 g ) und besitzt ein völlig anderes Gefieder, Nahrung Die Ernährung der Birkhühner ist recht vielseitig und setzt sich je nach Lebensraum und Jahreszeit anders zusammen. Sie nutzen in erster Linie die Kräuter- und Strauchschicht und erst an zweiter Stelle die Bäume. Als Hauptnahrungsquelle dienen Zwergsträucher und darunter vor allem Triebe, Knospen und Blätter von Heidelbeeren sowie Alpenrosenknospen und -blätter. Fehlen diese Pflanzen, weicht das Birkhuhn auf Kräuter aus. Weitere Ersatznahrung bilden Lärchentriebe, die die Birkhühner sehr gern haben, Vogelbeerbaumknos-pen, Erlenkätzchen und Arven- und Föhrennadeln. Rottannennadeln werden hingegen trotz ihrer grossen Verfügbarkeit nur selten verzehrt. Im Frühling und im Sommer ist die Nahrung sehr proteinreich ( Lärchentriebe, Insekten, Würmer, Larven ), im Herbst überwiegen zuckerreiche Beeren ( Heidel- und Blaubeeren, Himbeeren und Vogelbeeren ), und im Winter begnügt sich das Birkhuhn mit ausgesprochen zäher und pro-teinarmer Nahrung ( Nadeln, Moose, Flechten ).

Der Birkhahn legt eine unwährend Stunden, ohne zu gemein grosse sexuelle Erermüden, und vergisst da-regung an den Tag: Imbei sogar die Nahrungsauf-April und Mai tanzt undnähme! singt er jeden Morgen Fortpflanzung Die Paarungszeit der Birkhühner beginnt gewöhnlich Ende März, erreicht den Höhepunkt Ende Mai und endet Mitte Juni. Die Hähne paradieren in einer gemeinsamen Balzarena, wo jeder von ihnen ein kleines Territorium besitzt ( 100 bis 250 m2 ), das hartnäckig verteidigt wird. Jedes Jahr wird die gleiche Arena benützt: ein offener, normalerweise das Gebiet überragender Platz ( Rücken, Buckel ), der über der Waldgrenze liegt und von der aufgehenden Sonne beschienen wird. Ziel der Balz ist, die Hennen anzulocken und anzuregen, aber auch, sich bei den Konkurrenten bemerkbar zu machen. Die Hähne benützen dazu akustische ( Kullern, Zischen, Flügelschlagen ) und optische Signale ( Sprünge, kurze Flüge, Zurschaustellung der weissen Federn ). Im Mai beginnt die Balz über eine Stunde vor dem astronomischen Sonnenaufgang und endet gegen 8 bis 9 Die Henne brütet fast im-mobil am Hang; dabei ist sie ausserordentlich gut in der Vegetation getarnt. Nähert sich ein Mensch, verharrt sie bewegungslos und flüchtet erst im letzten Moment.

Die Balzplätze liegen im allgemeinen über der Waldgrenze auf einem Kamm oder einem Buckel und sind der aufgehenden Sonne ausgesetzt. Die Hähne sind dem gleichen Platz sehr treu und kommen jeden Frühling zurück, um dort während drei Monaten ihre Balz abzuhalten.

e a Uhr morgens. Die Hähne kullern aber manchmal den ganzen Tag über weiter und kommen am Abend auf die Balzarena zurück. Kämpfe zwischen den Birkhähnen sind ziemlich häufig: Die Hähne teilen Hiebe auf Kopf oder Brust aus und reissen dem Konkurrenten zahlreiche Federn aus. Die Weibchen kommen in der zweiten Maihälfte in die Balzarena und bewegen sich auf das Territorium des Hahns zu, den sie auserwählt haben. Die Paarung findet vor dem Sonnenaufgang statt und dauert 4 bis 5 Sekunden. Das Weibchen bereitet sein Nest am Boden vor, und zwar am Fuss eines Baumstrunks oder Stamms oder zwischen Sträuchern. Es kratzt eine kleine Mulde aus, die es mit Zweiglein, dürren Blättern und ein paar Daunenfedern auskleidet. Die sieben bis acht Eier werden 26 bis 27 Tage bebrütet. In den Alpen schlüpfen die Fauna und Flora Die Kämpfe zwischen den Hähnen finden während der Paarungszeit auf dem Balzplatz statt. Die Hiebe werden hauptsächlich mit dem Schnabel, aber auch mit den Läufen ausgeteilt. Die Verletzungen sind meist harmlos.

Das Zischen des Birkhahns ist oft begleitet von Sprüngen an Ort oder kurzen Flügen; dabei kann man die weissen Unterschwanzdecken, die ebenfalls weisse Flügelunterseite und den leierförmigen Schwanz beobachten.

der Nahrungs- und Balzplätze. Die Seile der Bahnen und Liftanlagen sind tödliche Fallen für die Vögel. Auch die Waldstrassen können sehr schädlich sein, da sie Autos, lärmende Touristen und streunende Hunde in die Brutgebiete bringen. Sind Schafe und Vieh zu zahlreich, verursachen sie durch die Überweidung eine starke Verminderung der Vegetation. Dies wirkt sich ebenfalls negativ auf die Fortpflanzungsrate aus, brauchen doch die Hennen eine genügend dichte Vegetationsdecke, um ihre Jungen aufzuziehen. Schliesslich wird das Birkhuhn nach wie vor bejagt; in dieser Hinsicht könnte man sich stärkere Einschränkungen wünschen.

Das Birkhuhn ist in den Alpen noch ziemlich stark verbreitet, doch ist der Bestand in zahlreichen Regionen nicht mehr optimal. Die Balzplätze vereinen weniger Vögel als vor 15 oder 20 Jahren, und man stellt fest, dass viele Hähne allein oder nur zu zweit ( 78% im Tessin ) balzen.

Eric Dragesco, Gryon VD ( ü ) Jungen vor allem zwischen dem 1. und dem 25. Juli. Die Küken schlüpfen alle am gleichen Tag und bleiben nur ein paar Stunden im Nest; man bezeichnet dieses Verhalten als nest-flüchtend. Die Sterblichkeit der Jungen, die auf Kälte und Feuchtigkeit sehr empfindlich reagieren, beträgt in den ersten zwei Monaten rund 50%.

Zukunft Der Lebensraum des Birkhuhns wird vor allem durch die Einrichtung und Vergrösserung von Skistationen und die damit verbundenen menschlichen Aktivitäten verringert. Solche Anlagen bewirken zahlreiche Störungen sowohl der Winterruhe als auch

Schutz der Gebirgswelt

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