Panorama: Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins (DAV)

Glaubwürdig ist die Demontie-rung der Helden, weil sie überhaupt S nicht in der Absicht des Autors liegt. ^ Sie ist die Folge von Marks jugendli-= eher Naivität, aus der heraus er spon-£ tan erzählt, was ihm widerfährt. Er 1 versucht gar nicht erst, seine Klette-ö rei vor der Menschheit mit einer kru-iM den Philosophie zu rechtfertigen, 54 sondern sagt geradeheraus, dass er einfach besessen war, auf diesen Gipfel zu kommen. Dass diese Naivität keineswegs Dummheit bedeutet, beweist Mark im Winter 1996: Er verzichtet auf einen dritten Versuch am Everest im Frühling 1997, weil er bei seinem sterbenden Vater sein will. Damit legt er eine Reife an den Tag, die manchen viel älteren und erfah-reneren Bergsteiger dumm aussehen lässt.

Emanuel Balsiger, Cormoret

- auf persönlich mehr oder weniger ansprechende Elemente. Der Gedanke, eine moderne magazinartige und mehr auf jüngere Leser ausgerichtete Zeitschrift herauszugegeben, markiert sicher eine Neuorientierung und hebt Panorama klar von den früheren Mitteilungen ab, die ein bisschen altvaterisch daherkamen. Dafür hinterliessen letztere im Bildteil einen generell gepflegten und im inhaltlichen Bereich einen geschlossenen Eindruck. Die neue Zeitschrift wirkt demgegenüber noch etwas orientierungslos. Der Einsatz neuer Stilmittel wird dank der heutigen Technik beliebig erleichtert, umso disziplinierter sollte man mit ihnen umgehen. Die Qualität des Bildmaterials muss - und wird auch zweifelsohne - noch gesteigert werden, auch unter der Berücksichtigung, dass sich das ausgewählte Papier für eine qualitativ hochstehende Reproduktion kaum eignet.

Immerhin darf-wie beim Bergsteigen - gehofft werden: Je länger man aufsteigt, desto schöner und eindrucksvoller präsentiert sich das Panorama. In diesem Sinne verpflichtet auch der gewählte Name der neuen Zeitschrift. Die Zukunft wird zeigen, welches Panorama uns mit den kommenden Ausgaben vorgeführt wird. Dass dabei die Idee eines erfolgsversprechenden Kioskverkaufs den Verantwortlichen noch etwelche Knacknüsse aufgeben wird, vesteht sich wohl von selbst. Denn gleichzeitig die Anforderungen einer kommerziellen Publikation und einer Mitglie-derzeitschrift zu erfüllen, ist ein äusserst heikles Unterfangen. Auch für ein Panorama\ Panorama: Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins ( DAV ) Erscheinungsweise 6x im Jahr. Verlag/Redaktion: DAV, Von-Kahr-Str.2-4, D-80997 München, Einzelheft sFr. 6.80 Der DAV hat auf 1999 eine Neukonzeption seiner Zeitschrift vorgenommen: Aus Deutscher Alpenverein, Mitteilungen, Jugend am Berg wurde Panorama. Mit der Neukonzeption hat auch ein Wechsel in der Redaktion stattgefunden. Als Nachfolger -und neu Chef redaktor - des während 28 Jahren als DAV-Schriftleiter amtierenden Elmar Landes zeichnet der ehemalige Mitarbeiter der Zeitschrift Berge, Lutz Bormann.

Wer sich für deutschsprachige Bergzeitschriften interessiert, war gespannt auf das gemäss Ankündigung völlig neue und auch für den Kiosk-Einzelverkauf ausgelegte Heft. Neu-konzeptionen sind meist ein schwieriges Geschäft, und je grösser und vielseitiger ein Verein ist, desto stärker sind die Einflüsse und Vorstellungen, die auf das Endprodukt einwirken und es schliesslich prägen. Im weitern stellt sich natürlich die Frage, wieviel man in einer NPO ( Non-Profit-Orga-nisation ) für das hauseigene Mitteilungsblatt einzusetzen bereit ist, und welche Ziele man damit anstrebt. Das Ergebnis muss immer auch unter diesem Blickwinkel betrachtet werden.

Wer Panorama durchblättert, stösst - wie bei jedem neuen Produkt

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