Piccola Spada an der Titlis-Nordwand

Das Engelbergertal ist um eine Kletterattraktion reicher: Matthias Trottmann und Thomas Scheuner haben durch den zentralen Teil der beinahe zwei Kilometer langen Titlis-Nordwand mit Piccola Spada eine der zugänglichsten Linien gefunden.

Denn auch wenn sie sich markant hinter Engelberg erhebt, hat die Titlis-Nordwand bislang nicht viele kletternde Besucher erlebt. Neben drei Projekten im zentralen Wandteil, die alle wohl mindestens den neunten Grad verlangen, sind im linken Teil gerade mal zwei Routen fertig eingerichtet: Land ohne Herren ( 9. SL. 7 c, Reto Ruhstaller/ Bernd Rathmayer, 2006 ) und playSir ( 14. SL. 6b+, Beat Krummenacher/Stefan Suhner, 2004).

Was die Erstbegeher von Piccola Spada überraschte: Der Fels ist grösstenteils von guter bis sehr guter Qualität. Einmalig sei auch die Mischung aus Chickenheads, grossen Löchern, zerfressenem Kalk, typischen Incut-Leisten, der Verschneidung und dem mächtigen Kamin. Diese Variation und die oft sehr langen Seillängen sorgen für eine ausgeglichene Müdigkeit am Gipfel.

{f:if(condition: label, then: label, else: header} Piccola Spada / Titlis-Nordwand, 11 SL, 7a+ ( 6 c obl. )

Länge/Schwierigkeit: 11 SL/7a+ ( 6 c obl. ): 40 m/6 c 30 m/6a 45 m/7a 20 m/6a+ 40 m/7a+ 20 m/6a 45 m/6 c 50 m/6 c+ 52 m/3a 35 m/6a+ 40 m/7a+ stopper friend stopper friend expo!)

Erstbegehung 26. Juli 2009 von Matthias Trottmann und Thomas Scheuner

Zustieg: 800 Hm/ca. 2 Std. Von der Talstation der Fürenalpbahn Richtung Klettergarten « Schlängge » ( Topo im Kletterführer Schweiz Extrem ). Am Klettergarten vorbei, dann auf dem Wanderweg links in den Wald bis zur Hohfadalp. Ab Hohfadalp Wanderweg verlassen und zuerst etwas links, dann gerade hoch bis Ende Schafweid. Den Steinmännchen bis zum Biwak auf der Grasfläche folgen. Leicht links über zwei Bächlein zum Einstieg, zum Schluss meist über ein Schneefeld. Es kann auch über das Band wie zu Land ohne Herren einge-quert werden. Damit überspringt man die ersten zwei Seillängen. Abstieg Über die Route abseilen. Vorsicht, lange Seillängen. In der 6. Länge zuerst abseilen, dann stark nach links queren. Im Notfall bietet eine Nische Ende der 7. SL etwas Schutz.

Absicherung: Die Route wurde von den Erstbegehern von unten eingerichtet. Wo immer möglich, wurde mit Friends, Keilen und Sanduhren gesichert. Die Länge sowie die Ernsthaftigkeit der Tour sind nicht zu unterschätzen.

Ausrichtung: Nord Landeskarten LK 1: 25 000, Blatt 1191

Ausrüstung: 2350-m-Seile, aber besser 2360 m, Friends 0,5–3, Keile 1–4, Sanduhrschlingen teils selber legen. Helm zwingend.

Anreise: mit öV Mit Zug Luzern–Engelberg, dann Bus ( nur April bis Oktober ) bis zur Talstation der Fürenalpbahn. Ausserhalb der Saison Alpentaxi, Tel. 078 666 57 57 Anreise mit Auto Luzern–Engelberg–Fürenalpbahn

Weitere Infos: www.titlisnordwand.blogspot.com

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