Pilatus Bergnamen

Die Geschichte des Pilatus ist fast so bekannt wie der Berg selbst. Aber sie ist so aufregend, dass sie es verdient, hier wieder einmal erwähnt zu werden. Die Sage will, dass beim Versuch, den römischen Statthalter Pontius Pilatus zu beerdigen, überall fürchterliche Stürme ausgebrochen seien. In der Not habe man ihn zuletzt ausgerechnet im abgelegenen, heute ausgetrockneten Pilatussee beerdigt, wo er niemanden stören konnte. Wer allerdings seine Totenruhe missachtete, beschwor heftige Gewitter herauf. Das Besteigen des Pilatus wurde darum bei hoher Strafe verboten. Erst der Humanist Vadian wagte sich 1518 auf den Berg und bewies die wettertechnische Unbedenklichkeit des Unternehmens. Der Name des Bergs aber kann bis heute nicht sicher gedeutet werden. Er stammt aus der Zeit, als man in der Innerschweiz noch eine romanische Sprache sprach. Am ehesten handelt es sich um eine Ableitung vom lateinischen «pila», Pfeiler. Das Motiv leuchtet für den steil aufragenden Berg ein. Anzunehmen wäre ein Name wie «Pilat», der – weil unverständlich geworden – durch den vermeintlichen Zusammenhang mit dem Römer erhellt worden wäre.

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