Plädoyer für den öffentlichen Verkehr.

Bei den SAC-Sektionen wurde 1998 eine Umfrage zum Thema Mobilität durchgeführt. Aus der Umfrage ging hervor, dass der Anteil der mit dem öffentlichen Verkehr (ÖV) unternommenen Touren stark schwankt: zwischen 70% in der Sektion Basel und 0% in der Sektion Les Diablerets.

Seither sind zwei Winter vergangen, zwei Winter, die mir ermöglichten, grossartige Überschreitungen zu machen, die alle nur dank dem öffentlichen Verkehr möglich waren.

Während dieser Touren passierte es öfters, dass ich der einzige Passagier im Bus war, entweder am Anfang, am Schluss oder gar während der ganzen Fahrt. Sogar am Sonntag. Es kam auch oft vor, dass ich in einen leeren Bus einstieg, um ins Tal zu fahren, während gleichenorts eine oder mehrere geführte Gruppen auf das Taxi warteten, das dorthin bestellt worden war. Oder aber ich traf Skifahrer, die die gleiche Tour unternommen hatten wie ich, allerdings mit ausgeklügelten logistischen Übungen, die mehrere Fahrzeuge einbezogen. In der Schweiz haben wir das Glück, über ein Netz der öffentlichen Verkehrsmittel zu verfügen, das die hinterste Ecke des Landes abdeckt. Die Fahrpläne sind gut gemacht, leicht erhältlich und werden auch eingehalten. Mit wenigen Ausnahmen sind die Verbindungen zufrieden stellend. Das Rollmaterial ist zum grössten Teil neueren Datums und komfortabel. Dieses Netz ist eine eigentliche Visitenkarte für unser Land. Leider ist das System mit Ausnahme einer kurzen Spitzenzeit im Sommer schlecht ausgelastet.

In Anbetracht des gegenwärtig herrschenden Drucks auf die verschiedenen «Services publics» besteht die Gefahr, dass diese stark abgebaut oder gar aufgehoben werden. Ich möchte deshalb an die Tourenleiter ( aber auch an Bergführer und Einzelpersonen ) appellieren: Planen Sie doch ein- oder zweimal im Jahr eine Überschreitung mit Hilfe des ÖV. Sie werden nicht enttäuscht sein. Neben der Tatsache, dass Sie einen - bescheidenen - Beitrag an die Erhaltung des ÖV leisten, können Sie von folgenden Vorteilen profitieren:

-Verglichen mit dem üblichen «Gipfel und zurück» vermittelt eine Überschreitung ein wesentlich stärkeres Gefühl, auf einer Reise zu sein.

- Wenn Sie auf dem Gipfel angelangt sind, haben Sie immer noch die Möglichkeit, sich für die eine oder die andere Abfahrt zu entscheiden.

- Sie tragen dazu bei, unsere Umwelt zu schonen. Als Mitglied eines Clubs, der sich für den Schutz der alpinen Umwelt einsetzt, sollte Sie dieses Argument nicht gleichgültig lassen.

- Die An- und Rückreise in Zug und Bus wirkt entspannend, und die Zeit kann mit angenehmen Beschäftigungen verbracht werden.

- Es ist angenehm, die traditionellen Staus auf den Walliser Strassen vom Zug aus zu betrachten. Es ist nicht mehr nötig, den Sonntagnachmittag vorsichtshalber freizuhalten, weil man nicht weiss, ob man in einem Stau stecken bleibt.

Sobald Sie sich auf Touren mit dem öV einlassen, werden Sie ganz schnell weitere Vorteile entdecken. Vorteile, die, wie ich hoffe, dazu führen werden, dass Sie Ihr sakrosanktes Auto immer häufiger in der Garage lassen.

Die Sommersaison ist im Übrigen genauso geeignet, Touren mit dem öV zu unternehmen, sei es zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem Gleitschirm.

Alexis Bally, Pully ( ü )

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