Routenausrüstung - Ausbildung, Probleme, Material

Wie aus dem vorangehenden Beitrag ersichtlich ist, erfordern Routeneröffnungen wie auch Sanierungen einige Kenntnisse. Entsprechend bietet der SAC einen Hakensetzlehrgang an1 und stellt in begrenztem Rahmen Material zur Verfügung. Ebenso soll aber auch versucht werden, die Entwicklung zu verfolgen und auf daraus sich möglicherweise ergebende Gefahren hinzuweisen.

Hakensetzlehrgang und auswechselbare Bohrhaken Beim SAC-Hakensetzlehrgang geht es nicht nur darum, technisches Wissen zu vermitteln, sondern auch, das gesamte Umfeld einzubeziehen. Dies, indem die naturgegebenen Voraussetzungen, die Entstehung und Entwicklung eines Klettergebiets und die Art der Kletterei mit berücksichtigt werden.

Vorteilhaft wäre die Verwendung von auswechselbaren und somit auch kontrollierbaren Sicherungspunkten, bei denen alle Teile demontiert und aus dem Fels entfernt werden können. Solche Bohrhaken hätten den Vorteil, dass sie sich periodisch auf ihre Funktionsfähigkeit ( Festigkeit ) überprüfen Messen. Das Bohrloch bliebe unversehrt und könnte wieder verwendet werden.

Sanieren und informieren Auch moderne Sicherungspunkte können nie hundertprozentige Sicherheit bieten, schon deshalb, weil die Materie Fels so unterschiedlich beschaffen ist, dass man sich immer wieder mit neuen und überraschenden Ergebnissen bzw. Gefahrenmomenten konfrontiert sieht.

Gewiss ist jede neue Haken-Gene-ration um einiges sicherer als die vorangehende. Entsprechend ist es wichtig, alte Sicherungspunkte durch neue, zuverlässigere zu ersetzen. Es wird in Zukunft jedoch unerlässlich sein, alle Sicherungsmittel im Auge zu behalten und beobachtete Vorkommnisse zentral zu melden, um gegebenenfalls reagieren zu können. Den Autoren dieses Berichts sind zwei Routen bekannt, in denen sich Bohrhaken von Hand herausziehen Messen!

Montierter Klebanker. Das richtige Setzen und Befestigen solcher Sicherungspunkte erfordert gewisse Vorkenntnisse, der Besuch eines SAC-Hakensetzlehr-gangs bietet dazu die besten Voraussetzungen.

Handlungsbedarf besteht natürlich nicht nur bei den Top-Touren, sondern auch bei den sogenannten Plaisirrouten. Im « Plaisirbereich » sind die Felsoberflächen aber meist besser strukturiert, d.h., es finden sich mehr Risse und Sanduhren. Daraus ergibt sich gelegentlich die Frage, ob solch natürliche Strukturen in Zukunft nicht vermehrt zum Legen eigener Zwischensicherungen zu nutzen sind.

Unterstützung von Routensanierungen Bis 1998 hat die Sportkletterkommission mit der Abgabe von hochwertigem Hakenmaterial und Zubehör zur Sanierung von Sportklettergebieten beigetragen. Inzwischen ist die Sportkletterkommission im Rahmen einer Umstrukturierung des Alpinismusbereichs aufgelöst worden.

a 4 Zu Sanierungs-zwecken abgegebe-ner Klebanker Hilfe bei Sanierungsvorhaben wird jedoch erwartet und entspricht einem breiten Bedürfnis, was zahlreiche Anfragen und Begehren aus der ganzen Schweiz beweisen. Gesuche um Abgabe von Hakenmaterial für Routensanierungen können weiterhin an Robert Rehnelt2 gerichtet werden. Abgegeben wird nur Hakenmaterial für Routen in vielbegangenen Sportklettergebieten. Eine finanzielle Unterstützung ist aus organisatorischen Gründen leider nicht möglich.

Robert Rehnelt, Biel, und Peter Schild, Bern 1 Der Kurs « Hakensetzlehrgang/Routensanie-rungen » ( 9209 D/F ) findet am 5./6. Juni 1999 statt ( vgl. SAC-Jahresprogramm 1999 ). Neuer Anmeldeschluss: 31. Mai 1999 2 Robert Rehnelt, Mittelstr. 41, 2502 Biel, TelVFax 032/342 43 83 Für Französischsprachige: Christophe Girardin, rue H. Dunant 1, 2504 Bienne, tél. 032/342 23 89

( LPEN-Nachrichten

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Lawinen-Bilanz der Gemeinde Silenen/Amsteg/Bristen

Erinnerung Die Betroffenheit ist in Golzern, der exponierten Terrasse hoch über dem Maderanertal, mit Händen greifbar. Dort, wo sich während Jahrhunderten das Wohnhaus erhob, steht kein Stein mehr auf dem andern, das Mobiliar ist verschwunden, nichts konnte der Gewalt der Schneemassen widerstehen.

Die Menschen haben sich zu Gruppen zusammengefunden. Hier stehen sie nun, auf ihre Schaufeln gestützt, und erinnern sich. Es drängt sie zu sprechen, jeder sucht nach Worten, um das Unfassbare in einen Rahmen zu zwingen. Jeder weiss noch etwas zu erzählen aus der Zeit des grossen Schnees; vom dumpfen Grollen der in nächster Nähe abgehenden Schneemassen; vom wilden Sturm, der um die Gebäude pfiff und den Schnee in alle Ritzen stopfte; von den bangen Stunden der Untätigkeit und den Meldungen am Radio über die sich

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