SAC und Wettkampfklettern

Das Wettkampf klettern wurde mit einem Beschluss der Abgeordnetenversammlung von 1994 in den SAC integriert. Trotzdem ist das Wettkampf klettern in der Schweiz aber nach wie vor eine Randsportart, die zudem primär von oben nach unten eingeführt wurde. Diese Tatsache und die unterschiedlichen Vorstellungen und Zielsetzungen, die sich aus dem ganz anders gelagerten Selbstverständnis des traditionellen Alpinisten und des urbanen Wettkampf kletterers ergeben, lassen die Frage aufkommen, wohin der Wettkampfsport im SAC steuert.

Die CC ( Zentralkomitees ) St. Gallen ( 1986-88 ) und Gotthard ( 1989-91 ) führten das Sportklettern - anfänglich im Rahmen des Ressorts Sommeralpinismus - als offizielle SAC-Tätig-keit ein. An der Abgeordnetenversammlung 1994 in Martigny wurde mit einer Statutenänderung beschlossen, dass die Organisation und Förderung von Bergsportarten einschliesslich des Wettkampfkletterns ebenfalls zu den Aufgaben des SAC gehört. Damit wurde das Wettkampfklettern Teil des offiziellen Aufga-benbereichs des SAC.

Eine generell positive Bilanz Nach nun bald 4 Jahren Erfahrung kann festgestellt werden, dass sich das Wettkampfklettern im SAC etabliert hat, die von oben aufoktroyier-ten Strukturen hingegen nicht überall durch die Sektionen und die Basis getragen werden. Trotzdem ist in den Sektionen eine generell positive Grundhaltung gegenüber dem Sport-und Wettkampfklettern festzustellen. Vor allem dort, wo Vorstandsmitglieder, z.B. Jugendleiter, aktiv Sport-und Wettkampfklettern betreiben, ist viel Engagement und Begeisterung spürbar. Sektionen, die in ihrem Die Kletterinnen und Kletterer der Equipe Suisse des SAC haben an internationalen Wettkämpfen schon sehr grosse Erfolge erzielt. Was heute im SAC aber noch fehlt, ist eine breite, sich auf die Aktivität der Stammgebiet über Kletteranlagen verfügen, bauen entsprechende Trainings oft in ihrem Jahresprogramm ein. Dies führt auch zur Organisation von sektionsinternen Wettkämpfen.

Erfreulicherweise ist festzustellen, dass besonders in Jugendkreisen starke Sport- und Wettkampfkletterer ebenfalls im « Allround-Alpinismus » mitmachen. Die Gefahr einer Abkoppelung des Sport- und Wettkampfkletterns vom klassischen Alpinismus hat sich somit eindeutig nicht bewahrheitet.

Im Schulsport liegt Sportklettern stark im Trend. Bestehende Turnhallen werden nach Möglichkeit zu einfachen Kletterhallen umgebaut, und Sektionsmitglieder werden vermehrt für die Leitung von Schulsportstun-den im Sportklettern oder für die Durchführung von Kletterlagern angefragt.

Sektionen abstützende Basis.

Anna Tina Schulz ( Sekt. Bern ) anlässlich eines Ju-gend-und-Junioren-Europa-cup-Wettkampfs in Dortmund ( D ) Noch zu schmale Basis Obschon Sportklettern heute vor allem bei den Jungen grossen Anklang findet, ist die Zahl jener, die schliesslich an Wettkämpfen teilnehmen, ziemlich klein. So lassen sich dafür pro Sektion höchstens drei bis fünf Interessierte rekrutieren. Zur Zeit fehlt es einfach an der notwendigen Basis in den Regionen. An Orten mit guten Trainingsmöglichkeiten lassen sich aus der meist rasch wachsenden Gruppe von guten Kletterern und Kletterinnen relativ einfach junge Talente für den Wettkampfsport begeistern. Solche Erfolge sind aber eindeutig auf das persönliche Engagement von Einzelpersonen zurückzuführen. Wo man bereit ist, sich für den Wettkampfbereich einzusetzen, bilden sich sofort aktive Gruppen.

Editorial e a a Wird auch vereinzelt noch darüber diskutiert, ob Wettkampfklettern eine alpinistische Tätigkeit sei oder nicht, so kann seitens des SAC klar festgestellt werden, dass dank der Integration des Sport- und Wettkampfkletterns die junge Generation - sei es auf dem Land, sei es vor allem auch in den Städten - direkt angesprochen wird. Ohne den Einbezug dieser neuen Aktivitätsbereiche hätte der SAC vermutlich ein ganzes Jugendsegment an andere Sportorganisationen verloren.

Neue Strukturen schaffen Neue Aktivitäten können sich vor allem dann gut entwickeln, wenn sie von unten heranwachsen, und weniger, wenn sie von oben vorgegeben werden. Und hier liegt auch das Hauptproblem im Bereich Wettkampfklettern: Eine stark zentralisti-sche und kopflastige Organisationsstruktur steht einer zur Zeit noch eher passiven Basis gegenüber. Der anlässlich der Integration des Sportkletterns von der damaligen Clubleitung ( CC ) neu gebildeten Sportkletterkommission wurde in der Folge auch die Aufgabe übertragen, den Wettkampfbereich zu betreuen. Um hier aber langfristig eine breitere Wirkung und Erfolg erzielen zu können, muss die Basis noch wesentlich verbreitert, d.h. es müssen flächendeckend regionale Strukturen geschaffen werden.

Der Zentralvorstand ( früher CC ) beschäftigt sich zur Zeit stark mit der Frage der Förderung der Regionalisie-rung, wobei es vor allem um die Bildung von Regionalteams und -kadern geht, die um geeignete Trainings-standorte entstehen sollen. Durch Einbinden der Sektionen, Schaffung regionalerTrainingsgruppen und Mitarbeit der Hallenbesitzer hofft man, den Weg für eine zukunftsträchtige Nachwuchsförderung zu öffnen. Ich bin überzeugt, dass dort, wo das Wettkampfklettern in seinem regionalen sektionsbezogenen Umfeld sich bewegen und wachsen kann, das Engagement vor Ort rasch grösser wird und die Gefahr von Friktionen mit dem Dachverband entsprechend abnimmt.

Franz Stämpfli, Ressortchef Wettkampfklettern

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