Schönbielhütte - eine geschichtliche Präzisierung

( vgl. DIE ALPEN 11/96, S. 54 ) 1875 erstellte die Sektion Monte Rosa am südöstlichen Fuss der Felseninsel Stockji auf 2759 m Höhe die Stockjehütte mit 36 Plätzen. 1887 übernahm dann die Sektion Basel die Schutzherrschaft über die bereits dem Zerfall geweihte Hütte.

Im November 1889 wurde die Unterkunft durch eine Lawine vollständig zerstört, und die daraufhin von der Sektion Basel ausgearbeiteten Pläne für einen Neubau kamen nie zur Ausführung. Als Ersatz diente ein Biwak in einer Höhle unter einem Felsblock auf der unteren Terrasse von Schönbiel ( ca. 2690 m ).

1909 erstellte die Sektion Monte Rosa auf Schönbiel die 45plätzige Schönbielhütte ( 2694 m ), an deren Einweihung am 12. September 1909 als Gast der 69jährige Edward Whymper ( 1840-1911 ) anwesend war.

1955 ist der Holzbau durch eine 80plätzige, zweistöckige Unterkunft ersetzt worden, und in den Jahren 1995 und 1996 ist nun eine umfassende Strukturverbesserung mit einem eingeschossigen Anbau auf der Nordseite der bestehenden Hütte, ohne Vermehrung der Anzahl Schlafplätze, realisiert worden.

- Warum Bergsteigen mit Kindern?

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- Zusätzliches Wissen Ausgabe 1995, deutsch, 116 Seiten Elternteil 56 Seiten Kinderteil Art.. " " .Nr. 150-8 SAC-Mitgliederpreis Fr. 25.. " " .Ladenpreis Fr. 32. Bestellungen an:

SAC-Buchauslieferung Postfach 134, 7004 Chur Tel. 081 286 90 45 1 Wie der Redaktion auf Anfrage beim Autor des betreffenden Beitrages mitgeteilt wurde, basiert seine Zählung der Internationalen Wettkämpfe auf den von der UIAA anerkannten und unter dem Patronat des Gesamt-SAC stehenden Anlässe; davon gab es bisher deren fünf. ( Die Red. )

tLPEN-Nachrichten

notiziario delle ALPI

a.

iouvelles des ALPES

SOV - der neue

gesamtschweizerische

Sport-Dachverband

Die Notwendigkeit einer Straffung der Strukturen, verbunden mit einer Konzentration der Kräfte und einer entsprechenden Effizienzsteigerung ist im Schweizer Sport bereits seit einigen Jahren erkannt worden. Nach einer arbeitsintensiven Vorbereitungsphase sind nun die drei nationalen Sportorganisationen SOC ( Schweizerisches Olympisches Comité ), NKES ( Nationales Komitee für Elitesport ) und SLS ( Schweizerischer Landesverband für Sport ) mit der Konstituierenden Versammlung am 23. November 1996 im Berner Kursaal im neuen schweizerischen Sport-Dachverband SOV ( Schweizerischer Olympischer Verband ) aufgegangen. Dies darf als historischer Schritt für den Schweizer Sport bezeichnet werden.

Das organisatorische Fundament des SOV wurde bereits anlässlich der Beschlussfassenden Versammlung vom 27. April 1996 mit der Annahme der Statuten und der Übergangsbestimmungen gelegt. Am 23. November 1996 galt es, den Exekutivrat zu wählen und damit alle wichtigen Positionen mit - ehrenamtlich tätigen - Leuten zu besetzen, die bereit und fähig sind, den mit der Bildung des neuen Sport-Dachverbandes noch gesteigerten Ansprüchen zu genügen. Dieser Herausforderung stellte sich eine grössere Zahl valabler Kandidatinnen und Kandidaten, so dass praktisch in allen Bereichen echte Wahlmöglichkeiten bestanden.

Um das Präsidium des SOV bewarben sich der bisherige SLS-Präsident René Burkhalter, der entscheidend zum Zustandekommen des SOV beigetragen hat, und Korpskdt Jean-Rodolph Christen, Vizepräsident des SLS.

Seitens des SAC stellte sich Franz Werthmüller ( Finanzchef des amtie- renden CC Basel ) als SOV-Finanzchef zur Wahl. Weiterer Anwärter war Hans-Ulrich Schneider von Schweizerischen Fussballverband.

Die vier Herausforderungen des Schweizer Sports In seiner Begrüssungsrede zu der am selben Tag unmittelbar vorangehend stattfindenden 75. ( und letzten ) SLS-Abgeordnetenversammlung wies René Burkhalter auf die wichtigsten Herausforderungen hin, denen sich der Schweizer Sport und damit auch der SOV in den nächsten Jahren zu stellen hat.

Immer anspruchsvolleres Ehrenamt Der gesellschaftliche Wandel führt bei den Sportverbänden einerseits zu einer Erhöhung der Mitgliederzahlen und anderseits auch zu einer zunehmenden Anzahl Sportvereine. So haben sich innert dreier Jahre 1000 neue Sportvereine gebildet.1 Damit nimmt auch der organisatorische Aufwand ständig zu. Zusätzlich wird von den ehrenamtlichen Funktionären und Trainern immer mehr verlangt, während gleichzeitig die Bereitschaft, solche unbezahlten und arbeitsintensiven Aufgaben zu übernehmen, sinkt. Es wird für den Schweizer Sport deshalb entscheidend sein, wie und wo sich noch gute Leute finden lassen. Dies bedarf besonderer Anstrengungen.

Fehlende Sportstätten Der Schweiz fehlen in vielen Sportarten nationale Sportstätten, die internationalen Ansprüchen genügen. Um internationale Anlässe mit Der Berner Kursaal, in dem am 26. November 1996 der historische Schritt zum SOV stattgefunden hat. Wie das Kursaalgebäude befindet sich auch der Schweizer Sport am Ende einer grundlegenden Umbauphase.

ihrer Vorbildwirkung organisieren zu können, sind entsprechende bauliche Massnahmen notwendig.

Knappere Finanzen Im Sportbereich hat man inzwischen erkennen müssen, dass die Geldquellen nicht beliebig fliessen. Vor allem auch mit der wirtschaftlich angespannteren Lage ist es bedeutend schwieriger geworden, die nötigen Mittel zu beschaffen. Dies ist eine Aufgabe, die der SOV vordringlich wird anpacken müssen.

Ohne Spitzenleistungen läuft nichts Heute gibt es schon in fast allen Sportarten internationale Wettkämpfe ( Titelkämpfe in Form von Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Welt- und Europacups usw. ). Nur wer heute auf diesem Niveau mit dabei ist, findet auch im nationalen Bereich Beachtung und Unterstützung und kann über eine gewisse Vorbildfunktion verfügen. Das erfordert in Zukunft eine noch bessere leistungssportliche Betreuung der Athletinnen und Athleten.

Frau Bundesrätin Ruth Dreifuss zum Schweizer Sport Frau Bundesrätin Dreifuss nahm an der Konstituierenden Versammlung des SOV teil und sprach dabei all jenen ihre Anerkennung aus, die sich für den neuen Sport-Dachverband eingesetzt und ihn mit dem heutigen Tag auch verwirklicht haben. Sie stellte fest, dass für die Medien ( und Der SOV-Exekutivrat: Stehend v.l.: Heinz Keller, Susi-Käthi Jost, Paul Engelmann, Christine Ungricht, Fritz Aebi, René Fasel, Simon Schenk; sitzend v. I.: Martin Rutishauser, Christina Niggli, René Burkhalter, Heidi Haussener, Franz Werthmüller ( es fehlen: Walter Kägi, damit für den Widerhall des Sports in der Öffentlichkeit ) primär nur der Spitzensport von Interesse ist. Hier konzentriert sich die Rolle des Staates primär auf drei Bereiche:

Zum ersten geht es darum, eine qualitativ gute sportliche Grundausbildung sicherzustellen.

Zum zweiten leistet der Staat Hilfe bei der Trainerausbildung und bei der Forschung, Aufgaben, die heute von der Eidgenössischen Sportschule Magglingen ( ESSM ) im Rahmen ihrer Möglichkeiten wahrgenommen werden.

Zum dritten gibt der Staat Unterstützung auf dem Sektor « Hardware ». Dies, indem er sich bei den nationalen Sportstätten am Ausbau der Infrastrukturen subsidiär beteiligt. Bis 1998 soll dafür eine sich auf die politische und finanzielle Machbarkeit abstützende Planung ausgearbeitet sein.

Zu den sich durch die zunehmende Attraktivität des Spitzensports ergebenden Herausforderungen übergehend, wies sie darauf hin, dass besonders in diesem Segment der Sport neue Mitakteure erhalten hat. Während früher die zur Verfügung stehenden Gelder praktisch vollumfänglich aus den Mitgliederbeiträgen stammten, kommen im Spitzensport nun neue Finanzquellen - besonders aus den Bereichen Medien, Werbung und Wirtschaft - hinzu. Der Umgang mit den Gesetzen des Marktes ist geschichtlich gesehen für das Phänomen Sport aber neu. Heute erhalten der Spitzensport bzw. Spitzensportler und Spitzensportlerinnen z.T. selber den Charakter von Unternehmungen, während kleinere und weniger attraktive Bewegungs- und Sportstrukturen es in diesem ökonomisch geprägten Umfeld schwerer haben.

Daneben entwickeln sich gleichzeitig ständig neue Sportarten, die je nach aktuellen Modetrends ebenfalls beträchtliche wirtschaftliche Unterstützung und Förderung finden. Der Sport verliert so zunehmend seine ursprünglich klaren Konturen, seine Kernidentität lässt sich nicht mehr eindeutig definieren, womit er auch organisatorisch immer schwieriger fassbar wird.

Kultur und Sport haben in schwierigen Zeiten eine besonders wichtige Funktion, denn sie schaffen emotionale und soziale Netze und bieten Möglichkeiten der Artikulation, des humanen Ausdrucks. Es gilt deshalb für den Sport, diese sich im heutigen Umfeld stellende grosse Verantwortung anzunehmen.

Die neue SOV-Führung2 Der bisherige Präsident des SLS, René Burkhalter, wurde mit einem dreiviertel Mehr ( nicht zuletzt dank der nahezu einhelligen Unterstüt- René Burkhalter, der neue SOV-Präsident c a Franz Werthmüller, Finanzchef des SAC und neu auch Finanzchef im Exekutivrat des SOV zung durch die nichtolympischen Verbände ) glanzvoll zum neuen SOV-Prä-sidenten gewählt. René Burkhalter, der sich stets auch für eine Förderung des Sports auf breiter Basis eingesetzt hat und somit den vom SAC vertrete- 1 Dies bedeutet eine Zunahme von 26000 auf 27 000 Sportvereine.

2 Zusammensetzung des SOV- Exekutivrates:

Präsident: René Burkhalter ( Schweiz. Fechtverband, SFV ) Vizepräsidentin: Christina Niggli ( Schweiz. Leichtathletik-Verband, SLV ) Generalsekretär für olympische Belange: Martin Rutishauser ( Schweiz. Handballverband, SHVFinanzchef: Franz Werthmüller ( Schweizer Alpen-Club, SAC ) Vertreter und Vertreterinnen der Sportverbände:

Fritz Aebi ( Schweizer OL-Verband, SOLV ) Paul Engelmann ( Schweiz.. " " .T.urnverband, STV ) Susi-Käthi Jost ( Schweiz. Akadem. Sportverband, SASV ) Walter Kägi ( Schweiz. Ruderverband, SRV ) Simon Schenk ( Schweiz. Eishockeyver-band, SEHV ) Christine Ungricht ( Schweiz.. " " .T.ennisver-band ) Öffentlich-rechtliche Vertreter und Vertreterinnen ( vorgeschlagen vom Eidg. Departement des Innern ):

Heidi-Jacqueline Haussener ( Präsidentin Eidg. Sportkommission, ESK ) Heinz Keller ( Direktor Eidg. Sportschule Magglingen, ESSM ) Schweizer Mitglieder des Internationalen olympischen Komitees, IOK ( Ex-offizio-Sitze ) Marc Hodler Denis Oswald René Fasel Insgesamt zählt der SOV-Exekutivrat damit 15 Mitglieder ( 4 Frauen und 11 Männer ).

ALPEN-Nachrichten nen sportlichen Idealen durchaus nahesteht, wird von nun an - zusam-£ men mit dem SOV-Zentralvorstand ^ und dem Sportparlament -die zahl-c reichen Aufgaben im Schweizerischen 5 Olympischen Verband mit dem ihm * eigenen Geschick, gekennzeichnet 5 durch diplomatische Beharrlichkeit, ^m kluge Dynamik und Weitblick, anpak-14 ken und so den neuen Sport-Dachver-band mit sicherer Hand in eine wohl nicht immer problemlose Zukunft führen.

Zur Vizepräsidentin wurde Rechtsanwältin Christina Niggli vom Schweiz. Leichtathletik-Verband ( SLV ) und zum Generalsekretär für olympische Belange wurde Martin Rutishauser vom Schweiz. Handballverband ( SHV ) gewählt.

Für das Amt des SOV-Finanzchefs stellten sich der SAC-Finanzchef und Vizepräsident im CC Basel, Franz Werthmüller, sowie Hans-Ulrich Schneider vom Schweiz. Fussballverband ( SFV ) zur Verfügung. Die in der Vorstellung von SAC-Zentralpräsident Hanspeter Schmid hervorgehobenen persönlichen und fachlichen Qualitäten, seine sportpolitische und ver-bandsmässige Unabhängigkeit, seine neutrale Position und sein Rückhalt bei dem für seine sportfreundliche Haltung bekannten Schweizerischen Bankverein überzeugten die Versammlung, so dass Franz Werthmüller mit deutlichem Mehr zum Finanzchef des SOV gewählt wurde. Damit ist der SAC erstmals seit der Gründung eines Schweizer Dachverbandes für Sport ( SLS ) im obersten Gremium des Schweizer Sports vertreten. Mit der Bereitschaft, sich hier in dieser Form zu engagieren, zeigt der SAC zugleich, dass er bereit ist, nun auch die spitzensportlichen Aufgaben im Rahmen der gesamtschweizerischen Sportwelt - mitsamt ihrer internationalen Präsenz - in zentraler Position mittragen zu helfen. Dies ist ebenfalls ein entscheidender Schritt und vor allem jetzt, wo im SOV alle Fäden des Schweizer Sports zusammenlaufen, von noch grösserer Bedeutung.

Der SAC gratuliert den Gewählten - insbesondere natürlich Franz Werthmüller - herzlich zu ihrer ehrenvollen Wahl und wünscht allen Mitgliedern des neuen SOV-Exekutivrates viel Erfolg und Befriedigung in ihrer neuen und mit grossen Herausforderungen verbundenen Aufgabe, eg

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