Schweizerische Carnegie-Stiftung. «Schutzengel» ausgezeichnet

« Schutzengel » ausgezeichnet

« Lebensretter/innen sind ganz normale Menschen mit einem Unterschied: Im entscheidenden Moment haben sie das einzig Richtige getan. » Am Tag der Lebensretter/innen, dem 23. Mai, wurden 33 Menschen, die « dieses Richtige getan hatten » und dabei sich selbst oder ihre Gesundheit gefährdeten, von der Schweizerischen Carnegie-Stiftung ausgezeichnet.

« Tausende von Menschen setzen sich täglich dafür ein, Leben zu erhalten, seien es Ärzte, Feuerwehrleute, Organ-spender, Katastrophenhelfer. Hinzu kommen jene Schutzengel, die zufällig zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort das Richtige tun. » Diese Grussbotschaft von Bundesrätin Ruth Dreifuss richtete sich am Tag der Lebensretter 2001 besonders an jene 33 Frauen, Männer und Jugendliche, die von der Schweizerischen Carnegie-Stiftung für ihre ausserordentliche Tat ausgezeichnet wurden. Sie hatten Menschen vor dem Ersticken, vor dem Ertrinken, vor dem Feuer oder vor einem tödlichen Sturz gerettet und dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt.

Carnegies Reichtum – Inbegriff für Wohltätigkeit Andrew Carnegie, der 1848 mit seinen Eltern – vom Hunger getrieben – von Schottland in die USA emigrierte, gehörte im ausgehenden 19. Jahrhundert zu den reichsten Männern der Welt. Sein Vermögen, das er sich als Eisen- und Stahlmagnat erarbeitet hatte, machte er ab 1901 bis zum Ersten Weltkrieg praktisch vollumfänglich gemeinnützigen Zwecken dienstbar. Eine seiner vielen Stiftungen ist jene für Lebensretter.

Grosszügige Schenkung Angeregt durch den Erfolg dieser Stiftung in den USA und in anderen westeuropäischen Staaten wandte sich Andrew Carnegie am 22. März 1911 in einem Brief an den damaligen schweizerischen Bundespräsidenten Marc Emil Ruchet: « Wir leben in einem heroischen Zeitalter. Die Industrialisierung entwickelt die Helden des Friedens. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass der einen oder anderen schon bestehenden Heldenstiftung mutige Handlungen mitgeteilt werden... » Gleichzeitig stellte er dem Bundesrat die Summe von 130 000damaliger Wert 650 000 Franken – zur Errichtung der Carnegie-Stiftung für Lebens-retter/innen zur Verfügung. Der Bundesrat nahm die Schenkung an und erklärte sich mit Beschluss vom 28. April 1911 bereit, mit dem Inkrafttreten des Schweizerischen Zivilgesetzbuches am 1. Januar 1912 die Errichtung der Stiftung an die Hand zu nehmen.

« Helden der Zivilisation » Seither sind in der Schweiz mehr als 8100 Personen ausgezeichnet worden. An der Auszeichnungsfeier in Bern zeigte sich eindrücklich, dass Lebensretter, « die Helden der Zivilisation », gewöhnliche Menschen sind. Sie haben aber wie Schutzengel in einer Grenzsituation aufmerksam, beherzt und selbstlos reagiert – Situationen, die beispielsweise auch unsere SAC-Retter erleben. a

Margrit Sieber Die von der Schweizerischen Carnegie-Stiftung in diesem Jahr ausgezeichneten Lebens-retterinnen und Lebensretter an der Feier in Bern 1 Vgl. auch www.carnegie.ch Fo to :Ma rg rit Sie be r Fo to s:

Ma rg rit Sie be r Die SAC-Retter arbeiten eng mit verschiedenen Partnern zusammen; der Demonstrations-auftritt des Rega-Piloten steht noch bevor.

DIE ALPEN 7/2001

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