Sherpas am Everest. Otto C. Honegger/Frank Senn

Sherpas am Everest

Die Geschichte der wahren Helden. AS Verlag, 2009, 176 Seiten, ISBN 978-3-909111-62-6. Fr. 78.– Einen spannenden Blick hinter die Kulissen einer Schweizer Everestexpedition 2008 und einfühlsame sowie überra - schende Porträts von Sherpas, die für westliche Bergsteiger Kopf und Kragen riskieren: Das Buch Sherpas – die wahren Helden am Everest bietet beides. Everest-«Bezwinger » sind « Helden » – « Helden », die ohne die Hilfe von Sherpas kaum auf grossen Gipfeln gestanden wären. « Sherpa » bezeichnet eigentlich eine Volksgruppe; doch seit 1953 Edmund Hillary und Sherpa Tenzing Norgay als erste Menschen auf dem höchsten Punkt der Erde gestanden sind, steht der Name « Sherpa » stellvertretend für Tausende von nepalesischen Höhenträgern und -führern. Meist im Verborgenen gehen diese ihrem anstrengenden und gefährlichen Broterwerb nach, etliche sind dabei schon gestorben. Trotzdem wissen westliche Bergsteiger wenig über die Befindlichkeit ihrer Wegbereiter. Die Fernsehjournalisten Otto C. Honegger und Frank Senn wollten das ändern. Sie suchten jahrelang einen Weg, um näher an die genügsamen Höhenträger und ihre Familien heranzukommen – Einfühlungsvermögen, Offenheit und Sympathie genügten aber nicht. Um ein Maximum an Glaubwürdigkeit zu erhalten, hat das DOK-Team von SF deshalb im Rahmen eines interkulturellen Projektes Sherpas als Filmer und Fotografen ausgebildet. Im Frühsommer 2008 begleiteten die Sherpa-Filmer zusammen mit einer Schweizer Filmcrew eine Schweizer Everestexpedition. Während die Schweizer DOK-Crew die helvetischen Expeditionsmitglieder und zwei Familien von engagierten Sherpas im Fokus hatten, bannten die Sherpa-Kameramänner ihren Alltag am Berg auf Filmrollen und Digitalkameras. Sie fotografierten dort, wo keine ausländischen Bergsteiger zugegen waren, und dokumentierten die gefährliche und einsame Arbeit im schroffen Eis. Entstanden ist so neben einem dreistündigen Dokumentarfilm ein eindrücklicher Bildband, der eine bisher selten gezeigte Realität abbildet. Honegger und Senn berichten darin auch über die nicht alltägliche Zusammenarbeit mit ihren nepalesischen Jour-nalistenkollegen und über den teilweise schwierigen Verlauf der Expedition. Die Neugier für die liebenswürdigen und allzu oft aufs « Dienen » reduzierten Sherpas und das Verständnis für die Nöte und Ängste jener, die für das Gipfelglück fremder Bergsteiger ihr Leben riskieren, steigt bei der Lektüre dieses Buches von Seite zu Seite. Tommy Dätwyler, Gränichen

Feedback