Situationsgerechtes Gehen in weglosem Gelände

Was den Gebrauch von Stöcken betrifft, wurde der Bergwanderer in den letzten Jahrzehnten immer wieder durch Medienberichte verunsichert. Entweder wurden die Stockhilfen völlig befürwortet oder vehement abgelehnt. Dies hat zu einer Verunsicherung in der Bergszene geführt. Bereits 1994 hat die Medizinische Kommission der UIAA – des Internationalen Dachverbandes der Berg-sportvereine – eine differenzierte Stellungnahme zum Gebrauch von Stöcken publiziert. Den Vorteilen des Stockge-brauches – Gelenkschonung bei schweren Lasten, Übergewicht oder bei bereits bestehenden Gelenkschäden – stehen auch Nachteile – Verminderung des Gleichgewichts- und Koordinationssinns bei ständigem Gebrauch, vor allem bei Kindern – gegenüber. Bei korrektem Gebrauch ist das Unfallrisiko beim Gehen mit Stöcken nicht grösser als ohne. Im steilen Firngelände dürfen aber Stöcke den Eispickel nicht ersetzen.

Der Artikel von Engelbert Eder 1 wägt die Vor- und Nachteile der Stöcke kritisch gegeneinander ab. Sein Artikel geht aber weiter und gibt praktische Tipps, um sich im weglosen Gelände sicher bewegen zu können. Dafür braucht es neben einer guten Gehtechnik auch einen gut trainierten Gleichgewichts- und Koordinationssinn. Kinder eignen sich diese Eigenschaften auf spielerische Weise an. Mit zunehmendem Alter kann man sie sich aber nur durch gezieltes Training erhalten. a

B. Durrer, MedCom UIAA 1 Vgl. Beitrag in dieser Ausgabe S. 22 Literatur: Hiking sticks and mountaineering, 1994, recommendations of the Medical Commission of UIAA Der Einsatz von Teleskopstöcken beim Bergwandern, 1996, Diplomarbeit Martina Hersperger, Schule für Physiotherapie, Inselspital Bern

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