Solo durch grosse Wände. Catherine Destivelle

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Destivelle Catherine

Solo durch grosse Wände

AS-Verlag, Zürich 2005; ISBN 3-909111-13-0. Fr. 45.– Endlich ist in der gepflegten, bereits zehn Bände umfassenden Reihe « Bergabenteuer » des Zürcher AS-Verlags erstmals ein Buch einer Frau erschienen: die Autobiografie der Ausnahmebergsteigerin Catherine Destivelle. Sie setzte Massstäbe: Als erste Frau durchstieg sie in den Achtzigerjahren eine Route im achten Grad und später die Wände von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn ( auf der Bonatti-Route ) allein und im Winter, Jahre davor überzeugte sie an Kletterwettkämpfen. In ihrem von Gaby Funk hervorragend übersetzten und mit einer interessanten Einleitung zur « Tänzerin in der Senkrechten » – schade, dass dies nicht zum Buchtitel wurde – und dem Frauen-bergsteigen versehenen Buch erzählt Catherine Destivelle ihren Weg zur « richtigen Alpinistin », schildert kurzweilig ihre ersten Kletterzüge an den Blöcken von Fontainebleau, ihre Eskapaden an die Berge, ihre Zielstrebigkeit, mit der sie sich langsam durch die Schwierigkeiten im Fels und im Leben « hocharbeitet » – Erinnerungen, die eher einem widerspenstigen Jungen denn einem Pariser Mädchen zugeordnet würden. Das ist Catherine Destivelle, wie sie leibt und lebt: Nie in erster Linie die Ver-fechterin des Frauenbergsteigens, sondern ihre Leidenschaft lebend – und dabei gerne mit Männern kletternd. Dass sie nicht speziell als Frau, sondern eher sich selbst einiges beweisen wollte, sticht aus ihrem ehrlichen, geradlinigen Buch hervor. Gerade deshalb kann Catherine Destivelle ein Vorbild für andere Frauen sein – und für Männer: hoch gesetzte Träume sind mit der nötigen Konsequenz und einem Quäntchen Glück zu verwirklichen. Heute lebt die 1960 geborene Französin mit Mann und Sohn in der Nähe von Chamonix, geht nach wie vor in die Berge, widmet sich aber auch Beratungs- und anderen Mandaten.

Christine Kopp, Muri/BE und Galbiate/I Vorsicht beim Queren von Weiden Achten Sie auf folgende PunkteAuf Alpweiden Wege nicht verlassenWanderwege quer durch Viehweiden mög- lichst umgehenAuf solche Wanderungen möglichst keine Hunde mitnehmen. Speziell Mutterkühe bangen um ihre Kälber und greifen Hunde möglicherweise an. Im Notfall Hunde loslassenWeiden im Talgebiet nicht betreten, da sich vermehrt wieder Stiere darauf befindenKühen und Stieren nie direkt in die Augen schauen, denn verunsicherte Tiere reagieren unberechenbarTiere nicht erschrecken. Rinder ertragen laute hohe Töne schlechtWarnschilder beachten und Hinweise von Tierbetreuern ernst nehmenTiere mit Hörnern können schwerere Verletzun- gen zufügen als hornloseRuhig bleiben, wenn ein einzelnes Tiere auf einen zukommt. Dem Tier nicht den Rücken zudrehen und langsam rückwärts aus dem Revier hinausgehen.. " " .Stiere sind besonders gefährlich. Sich in sicherer Entfernung von 20 bis 50 m ruhig und möglichst unauffällig bewegen.. " " .Auch scheinbar ruhige Tiere können aggressiv werden. Drohgebärden wie Senken des Kopfes, Hin- und Herstampfen, Brüllen beachtenNiemals mit einem Spazierstock herumfuchteln und das Tier reizen. Im äussersten Notfall kann ein gezielter Schlag auf die Nase des Tieres Respekt verschaffen Quelle: www.bul.ch

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Coulin David

Die schönsten Gratwanderungen der Schweiz

AT Verlag, Baden 2005. Fr. 46.– Im Rucksack mitnehmen lassen sich die Wanderbücher des AT Verlags nur schlecht. Dafür sind sie zu gross und zu schwer. Und schade wäre es auch, obwohl sie einen kräftigen Einband haben. Die Bildbandführer wollen zu Hause ge-schmökert werden. Und wenn man dann eine passende Tour gefunden hat, muss die Wegbeschreibung halt kopiert oder abgeschrieben werden – oder man nimmt den rucksacktauglichen SAC-Führer mit. Apropos SAC: Der jüngste AT-Band über « Die schönsten Gratwanderungen der Schweiz », verfasst von David Coulin und fünf Mitautor/innen, ist in offiziel-ler Zusammenarbeit mit dem SAC entstanden. So sind die 50 Touren zwischen Vue des Alpes und Jakobshorn, Lägern und Monte Lema fein säuberlich mit der Wanderskala T1 bis T6 bewertet. Eine Gratwanderung fehlt übrigens: diejenige über die Rigi, immerhin einst der wichtigste und meistbesuchte Berg der Schweiz. Das macht weiter nichts, da die Rigi-Überschreitung im AT-Buch « Wandern vertikal » enthalten ist. Gratwanderungen bieten mitunter gerade das Gegenteil, nämlich horizontales Gehen. Doch rechts und links vom Gratverlauf kann es schwer in die Tiefe gehen.

Daniel Anker, Bern Ackermann Ulrich

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