Soloklettern – warum so negativ?

Zum Leserbrief im Heft 6/05, S. 21 Der negativ kritische Leserbrief ( ALPEN 6/2005 ) bezüglich des Artikels über « Seilfrei durch Excalibur » hat mich sehr verwundert. Dass hier bloss über einen Adrenalin-Junky geredet wird, finde ich richtiggehend beleidigend. Zufällig bin ich selber Mitglied der Sektion Brugg, war aber über den entsprechenden Artikel mehr als begeistert. Beim Lesen bekam ich feuchte Finger und Herzklopfen wie damals, als ich den Film von Patrick Edlinger « La vie au bout des doigts » sah. Ich kann eine solche physische und vor allem psychische Stärke nur bewundern und war froh, dass der Kletterer etwas näher beschrieben und seine Leistung auch mit Fotos unterlegt wurde. Das hat nichts mit Spektakel und Personenkult zu tun! Andernfalls müssten die ALPEN die Hälfte der Beiträge streichen.

Bergsteigen kann, muss aber nicht ein Kameradschaftssport sein. Das sind alte Klischees. Reinhold Messner hat da mal realistischere Ansichten vertreten, die ich nur teilen kann. Zwar nicht auf dem gleichen Niveau, aber auch ich mache viele Touren alleine, die üblicherweise nur im « Kameradschaftsstil » gemacht werden, und ich bin froh, dass mir dieses noch mögliche, freie Handeln nicht durch irgendwelche moralische Vorschriften verboten wird. Unsere übervölkerte Gesellschaft ist voll von Einschränkungen und behindernden Gesetzen. Lassen wir also besser die wenige Bewegungsfreiheit bestehen, welche wir noch besitzen. Das soll aber auch jedermann wissen, und Artikel, wie der oben erwähnte, müssen somit ihre Berechtigung haben. Wenn sich jemand dadurch zu ähnlichem Handeln « verführen » lässt, wird er es sicher mit der gleichen beschriebenen Vorbereitung machen. Wenn nicht, dann war es eben sein freier Wille. a Hardy Grob, Windisch

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