Sonderpreis für die Sportkletter-Nachwuchsförderung. Credit Suisse Juniors Awards 2004

Credit Suisse Juniors Awards 2004

Sonderpreis für die Sportkletter-Nachwuchsförderung

Swiss Climbing wurde anlässlich der Credit Suisse Juniors Awards 2004 mit dem Sonderpreis für eine vorbildliche Verbandsarbeit im Nachwuchsbereich ausgezeichnet. Das Nachwuchskonzept « Swiss Climbing Spiderkids » und seine mustergültig vernetzte Umsetzung im Breiten- und Spitzensport hat damit höchste Anerkennung im Schweizer Sport erhalten.

Der Sonderpreis für eine vorbildliche Verbandsarbeit im Nachwuchsbereich wurde am 2. April 2004 im Schloss Lenzburg in stilvollem Rahmen übergeben. Der dreifache Jugend-Weltmeister Roman Felix, Vertreter der erfolgreichen Nachwuchskletterer, und Leo Condrau, Mitglied des SAC-Zentralvorstandes und Ressortleiter Leistungssport, konnten die Urkunde und den mit 10 000 Franken dotierten Sonderpreis entgegennehmen.

In zehn Jahren zum Erfolg Nach den ersten grossen Erfolgen von Susi Good zu Beginn der 90er-Jahre ( u.a. Weltmeisterin 1991 und 1993, Europameisterin 1992 ) und nach der offiziellen Integration des Sportkletterns in die Strukturen des SAC anlässlich der AV 1994 in Martigny sind etwas mehr als zehn Jahre vergangen. In dieser Zeit hat sich das Sportklettern von einem anfänglich « exotischen Trend » zu einer faszinierenden Sportart entwickelt, welche heute einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Kletterwände zählen heute praktisch schon zur Standardausrüstung von Turnhallen,und die kommerziellen Kletterhallen verzeichnen einen enormen Andrang.

Beispielhafte Förderungsphilosophie Dem Beispiel der Jugend- und Junioren-Weltmeister Roman Felix und Cédric Lachat folgend, tasten sich immer mehr Nachwuchsathleten an die internationale Spitze heran. Auf der Basis dieser Erfolge entstand 2002 das von Gabriele Madlener, Nachwuchsverantwortliche Sportklettern des SAC, langfristig und zukunftsorientiert verfasste Nachwuchskonzept « Swiss Climbing Spiderkids ». Dieses Konzept verbindet die « 12 Bausteine zum Erfolg im Schweizer Nach-wuchs-Leistungssport » von Swiss Olympic mit der eigenen erfolgreichen Förde-rungsphilosophie. Heute wird es vom Bereich Leistungssport Sportklettern konsequent umgesetzt und laufend verbessert.

« Wir waren nicht an festgefahrene Strukturen gebunden, sondern konnten unsere Ideen mit den Auflagen von Swiss Olympic sinnvoll verflechten », fasst Gabriele Madlener, welche als Chefin Leistungssport in den 90er-Jahren mit ihren Athletinnen und Athleten grosse Erfolge feierte, das auf insgesamt sieben Förderungssegmente abgestützte Werk zusammen. 1 Die einzelnen Segmente sind so untereinander verbunden, dass sie sich gegenseitig unterstützen und ergänzen. Ein- wie Ausstieg aus dem Förderungs-kreislauf sind jederzeit möglich, wobei der Entscheid immer vom einzelnen Kind oder Jugendlichen getroffen wird.

Regionalzentren – Bindeglied zwischen Leistungs- und Breitensport Nebst den Leistungssportathleten geht man heute von rund 30 000 weiteren begeisterten Sportkletterern aus. Grosses Potenzial steckt in der Nachwuchsbewe-gung. Entsprechend stark gewichtet sind im Verbands- und Nachwuchskonzept die Themen Sportklettern in der Schule – Rivella Climbing Spiderkids –, Spitzensport und Schule sowie die Talentsich-tung in den freien Trainingsgruppen der Regionalzentren. Im Wettkampfbereich wird sowohl der Spitze – Nationaler Youth Climbing Cup – als auch der Förderung in der Breite – regionale Wettkämpfe und spielerische Wettkampf-serien – Rechnung getragen.

Die fünf Regionalzentren ( langfristig sind deren zehn geplant ) « sind in der Entwicklung zum Trendsport bedeutungsvoll und stehen als entscheidendes Bindeglied zwischen dem Breiten- und Leistungssport », so Leo Condrau. Die Regionalzentren sind 1998 vom SAC als ein Instrument zur systematischen Ta-lenterfassung und Nachwuchsförderung begabter Mädchen und Knaben ab ca. 12 Jahren ins Leben gerufen worden. Sie verfügen über Leistungsaufträge zum Führen von Trainingsgruppen sowie eines Regionalkaders nach dem Modell der Nachwuchsnationalmannschaft.

Erfolgreiche Athleten als Vorbilder « Klettern macht nicht nur grossen Spass, Klettern fördert auch ein selbstbewusstes Herantasten an seine Grenzen, analy-tisches Denken sowie die koordinativen Fähigkeiten », betont Roman Felix.

1 Vgl. DIE ALPEN 12/2003, S. 24 ff Die Nachwuchskletterer delegierten den dreifachen Jugend-Weltmeister Roman Felix, um den mit 10 000 Franken dotierten Sonderpreis für eine vorbildliche Verbandsarbeit im Nachwuchsbereich entgegenzunehmen.

Gruppenfoto der Besten: das Curling Team Dübendorf als bestes Nachwuchsteam, die besten ( Ski-)Nachwuchsathleten Daniel Albrecht ( 2.v.r .) und Tamara Wolf ( 2. Reihe, Mitte ) in Begleitung ihrer Göttis wie zum Beispiel Bernhard Russi ( r. ). Unter ihnen befindet sich auch Roman Felix für den Sonderpreis Sportklettern ( 2.v.l .) in Begleitung seines Göttis Ferdy Kübler ( l. ).

Fo to s:

PHO TO PR ES S Do ro the a M ülle r DIE ALPEN 6/2004

Mittels regelmässigen Trainings und Wettkampfbesuchen werden die Jugendlichen behutsam an den Leistungssport herangeführt. Grosse Talente schaffen den Sprung in die Jugend- und Junio-ren-Nationalmannschaft. Auch Kindern unter 12 Jahren wird bereits eine spielerische Förderung angeboten. Wer die Chance hat, den Jüngsten beim Herum-kraxeln an der Wand zuzuschauen, lässt sich auch unverzüglich von deren Begeis-terungswelle mittragen!

Ein zentraler Punkt im Verbandskon-zept ist das Projekt « Klettern macht Schule – Rivella Climbing ». Der SAC reist mit einem Projektleiter und einer mobilen Kletterwand während eines halben Jahrs von Schule zu Schule und schafft damit eine wichtige erste Basis für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Verband. Cornel Hollenstein, Verantwortlicher der Verbandsförderung bei Swiss Olympic Talents, zeigt sich von der Integration des Kletterns in das schulische Sportangebot begeistert. « Die Kinder kommen bei dieser Gelegenheit erstmals mit diesem Sport in Kontakt. Diese Projektwochen bilden die perfekte Grundlage für eine breitensportliche Entwicklung. »

Gegenseitiger Respekt in einem starken Verband Allgemein zeigte man sich an den 23. Credit Suisse Juniors Awards beeindruckt von der Tatsache, dass Swiss Climbing in einem riesigen Dachverband mit 111 Sektionen und über 100 000 Mitgliedern seinen Platz gefunden hat. Dies spreche für gegenseitigen Respekt und sei Anerkennung für die im Sportklettern geleistete Arbeit. Nur selten würden Breiten- und Spitzensport derart gut miteinander harmonieren wie im Beispiel SAC und Swiss Climbing. Nicht zuletzt deshalb haben Swiss Climbing und damit auch der Schweizer Alpen-Club diesen Sonderpreis verdient. a

Hanspeter Sigrist, Chef Leistungssport Sportklettern Als Vertreter der erfolgreichen Nachwuchskletterer zeigt Roman Felix ein paar Boulder-schritte an der Schlossmauer, aufmerksam verfolgt von Hanspeter Sigrist ( links ), Chef Leistungssport und Nationaltrainer, und Leo Condrau ( Mitte ), Ressortchef Leistungssport im SAC-Zentralvorstand.

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