Spescha Placidus. Beschreibung der Alpen, vorzüglich der höchsten

Edition/Einleitung Ursula Scholian Izeti Chronos Verlag, Zürich 2002. ISBN 3-0340-0575-X. Fr. 38.–

Der Bauernsohn Giuli Battesta Spescha aus Trun, 1752–1833, ist bei Alpinisten besser bekannt als Pater Placidus Spescha aus Disentis. Ambitiös war sein Werk, die Alpen « im Ganzen » zu beschreiben, ambitiös auch sein Unterfangen, die « höchsten » Gipfel zu besteigen – dies beschränkte sich auf die bündnerische Surselva – und sich an de Saussure, dem gefeierten Bezwinger des Montblanc, zu messen. Seine Grenzen sind augenfällig. Und trotzdem ist es spannend, seiner Sichtweise von Pflanzen über Gesteine, Namen bis hin zu Bergsteigeraspekten wie « Wohl und Uebelseyn auf den hohen Gebirgen » zu folgen. Pater Placidus machte sich ebenso für Fortschritt und Entwicklung seiner Heimat stark und entzog sich auch den politischen Auseinandersetzungen nicht. Die Einleitung von Ursula Scholian Izeti zeigt, dass Pater Placidus Spescha eine Ausnahmeerscheinung war, denn es waren damals vorwiegend Flachländer, die sich für die Gebirge interessierten und sie beschrieben.

Margrit Sieber

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