Sportklettern und Bouldern in Südtirol. Juri Chiaramonte

Sportklettern und Bouldern in Südtirol

Edition Raetia/Alpenverein Südtirol, Bozen 2007, ISBN 978-88-7283-307-0. Fr. 57.60 Wer diesen Sportkletterführer in die Hand nimmt, staunt über das Gewicht. Den Eindruck verstärken noch der massive Schutzdeckel aus Kunststoff und die wuchtige Spiralheftung. Aber diese Äusserlichkeiten braucht es, um das grosse Südtirol der Sportkletterer und Boulderer zusammenzuhalten. Der Autor Juri Chiaramonte hat keine Mühe gescheut und beschreibt in den Bergen zwischen Münstertal, Slowenien, Österreich und Italien 55 Klettergärten mit insgesamt 2500 Routen. Vielleicht runzeln wir die Stirn, wenn wir lesen, dass einige Gebiete den Vergleich mit dem Kletterparadies Arco nicht zu scheuen brauchen. Doch beim Schmökern in dem übersichtlich gestalteten Buch staunen wir über die Vielfalt. Da lockt der Gneis im Vinsch-gauer Juval oder der Dolomit in der Steinernen Stadt am Sellapass mit je über 100 und am Sass Dlacia mit mehr als 200 Routen. Ambitionierte finden an den Überhängen im Trainingsgebiet Cogoi eine Riesenauswahl. Bei Tiralocchio führt der Weg an Besenginster-beständen vorbei.

Bei Pianche führt der Wanderweg an den attraktiven Blütenkerzen des Weissen Affodills ( Asphodelus albus ) vorbei. Diese Art ist ebenfalls geschützt.

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Steckt die Region noch in den Boul-derkinderschuhen? Der Führer stellt lediglich sechs Gebiete vor. Doch keine Sorge, denn bereits auf den ersten Boul-derseiten bleiben die Fingerspitzen schweissnass kleben. Wer schultert da nicht die Bouldermatte, wenn in Algund nahe der Stadt Meran 300 Probleme im harten Gneis locken?

Ein Wermutstropfen für auswärtige Besucher ist, dass der Autor weder Übernachtungsmöglichkeiten noch die Zufahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln beschreibt. Dafür informieren Piktogramme exakt über die Anzahl Parkplätze bei den jeweiligen KlettergebietenBernard van Dierendonck, Zürich

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