Standplatz und «Muniring»

Zum Beitrag von Jürg Känel « Zum Vorgehen bei Routensanierungen », ALPEN 5/99 In diesem Beitrag werden sogenannte Muniringe als solide Standplatzsicherung bezeichnet. Im Vergleich zu modernen Bohrhaken und Klebehaken bieten Muniringe keine besondere Sicherheit, weshalb auch sie meiner Meinung nach mit einem zusätzlichen Haken abgesichert werden sollten.

Riesig präsentiert sich der gelbe Ring, bequem können sich mehrere Leute hier einhängen, und Abseilen wird zur einfachsten Sache. Sicherheit bietet allein der Muniring. Aber: Er ist gerade mal 40 mm tief eingebohrt, mehr oder weniger seriös ein-geleimt, grössten Temperaturschwankungen ausgesetzt, besteht aus verschiedenen Materialien und verhält sich daher in verschiedenen Temperaturen unterschiedlich ( Ausdehnung/ Schrumpfung ). Weiter weiss man nicht, wie sich die eingesetzte Chemie im Laufe der Zeit verhält, und zu guter Letzt steht er noch mutterseelenallein. Kurz: Ein Muniring ist kein aussergewöhnliches Sicherungsmittel.

Für einen Standplatz gilt allgemein: mindestens zwei Bohrhaken ( 10x80 mm, besser 12 X80 mm ) oder zwei Klebehaken ( 10x120 mm ), wenn 's wirklich toll sein soll mit einer soliden Kette und einem Abseilring. So steht es auch in jeder Empfehlung.

Ausreichend Haltekraft hätte auch ein einzelner Bohrhaken oder ein einzelner Klebehaken. Wirklich limi-tierend sind bei Bohrhaken die mechanischen Schäden,bei Klebehaken die unsorgfältige Arbeitsweise und die unkontrollierte Leimmischung und bei allen Systemen die Felsqualität. Und vereinfacht kann gesagt werden, dass mit zunehmender Bohr-tiefe die Sicherheit zunimmt.

Diese limitierenden Elemente gelten für jedes Verankerungssystem. Es ist also nicht ersichtlich, warum ausgerechnet ein einzelner Muniring genügend Sicherheit bieten soll, andere Systeme hingegen nur zu zweit akzeptiert werden.

Daniel Weber, Chur

Feedback