Start mit drei Kletterwettkämpfen

Drei an den letzten Augustwo-chenenden und am ersten Sep-temberwochenende aufeinanderfolgende Kletterwettkämpfe in Bern-Niederwangen ( Jugend-und-Junioren-Europacup ), Giubiasco ( Swiss Cup ) und Courmayeur/Ita-lien ( Weltcup ) bildeten den Auftakt zur Wettkampf-Herbstsaison 1997.

Die drei Wettkämpfe im Überblick Mit dem internationalen Jugend-und-Junioren-Europacup Bern 1997 begann am Wochenende vom 237 24. August 1997 die mit Spannung erwartete Herbstsaison des Wettkampfjahres 1997. Der in der Kletterhalle MAGNET bereits zum zweiten Mal - nach 1996 - ausgetragene internationale Wettkampf bot attraktiven Klettersport auf hochstehendem internationalem Niveau. Die über 120 teilnehmenden Athletinnen und Athleten aus 15 Nationen waren begeistert von der Qualität und der guten Organisation des Anlasses, vor allem aber von den interessanten Wettkampfrouten an den unterschiedlichen Wandsystemen.

Bereits eine Woche später kam in Giubiasco der erste Swiss Cup der Wettkampfsaison 1997 zur Austragung. Die nationale Kletterelite war, mit wenigen Ausnahmen, in sämtlichen Kategorien anwesend und fand auf der Piazza Grande von Giubiasco bei Bellinzona optimale Wettkampfbedingungen vor. In Kombination mit einem grossen Festanlass war der Wettkampf, ausgetragen an einer beeindruckenden Kletterwand mitten auf der Piazza, beste Werbung für den Klettersport. Live oder per Übertragung auf eine grosse Leinwand ( mittels einer in der Wand montierten Kamera ) konnte das zahlreich erschienene Publikum den Wettkampf miterleben. Dem Organisationskomitee unter Leitung von Franco Bertoni ist für seine Arbeit die grösste Anerkennung auszusprechen.

Wiederum ein Wochenende später traf sich diesmal die Weltelite zum ersten Weltcup der Saison 1997. Dieser fand an der beeindruckenden permanenten Kletterwand des neuen Sporthallenkomplexes von Courmayeur statt. An der bis zu 25 Meter überhängenden Wand stellten die verschiedenen Routen vor allem im physischen Bereich grosse Anforderungen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Bern 1997 - Die Jugendlichen begeistern das Fachpublikum Gutes Umfeld und begeisternde Wettkampfatmosphäre Nach den Wettkämpfen in Bolzano ( Italien ), Dortmund ( Deutschland ), Chocen ( Tschechien ) fand in der Schweiz der 4. von 5 Wettkämpfen im Matthias Müller in der Finalroute der Juniorenkategorie Rahmen des Jugend- und Junioren-Europacups 1997 statt. Der Wettkampf stand unter dem Patronat des SAC und wurde von den Betreibern der Kletterhalle MAGNET organisiert und durchgeführt. Wie schon bei anderen Anlässen bewährte sich dabei das Konzept der Kletterhalle, das die « Kreation » von anspruchsvollen Kletterrouten mit komplexem Anforderungsprofil ermöglicht.

Im Verlauf des Wettkampfes vermochten die jugendlichen Kletterinnen und Kletterer mit ihren Leistungen erneut zu begeistern. Mit grossem Engagement wurde die jeweilige Kletter-Herausforderung angenommen, und nichts scheint unmöglich zu sein. Selbst in der aussichtslosesten noch klar dominiert hatten, waren zwar wiederum am Start, blieberi jedoch mehr oder weniger chancenlos. Dies verdeutlicht, wie gross die Leistungsschwankungen im Jugendalter sein können und wie problematisch es ist, ein vermeintliches « Talent » voreilig « in alle Himmel zu loben » und gleichzeitig die Förderung eines sportlichen « Spätentwick-lers » unter Umständen zu früh aufzugeben.

Das Erkennen und altersgerechte Fördern von Talenten zählt in allen Sportarten zu den komplexesten Problemkreisen und wird allgemein sehr unterschiedlich gehandhabt. Wenn einzig die Erfolge zählen, besteht die Gefahr, dass sogenannte jugendliche Talente, die vielleicht auf Grund ihrer körperlichen Wachstumsvorteile während einer gewissen Zeitspanne leistungsmässig dominieren, schnell « verheizt » werden oder Interesse und Motivation verlieren, wenn es plötzlich nicht mehr so gut läuft. Besonders bei den Mädchen ist immer wieder zu beobachten, dass sie rasch den Leistungssport aufgeben, wenn sie auf Grund ihrer körperlichen Veränderungen plötzlich nicht mehr auf jenem Niveau klettern können, auf dem sie sich vorher locker und spielend bewegt haben. Die weibliche Jugend A und die Juniorinnen sind am stärksten davon betroffen, wenn das Körpergewicht meist noch innerhalb kurzer Zeit ansteigt und sich Der Slowene Tomaz Valjavec, Sieger in der Kategorie Jugend B Situation wird der Griff nicht losgelassen, immer noch alles versucht und so beinahe Unglaubliches geschafft!

Hohes Leistungsniveau im Schweizer Teilnehmerfeld Die Resultate im Verlauf dieses Europacup-Jahres haben es bereits gezeigt: Wenn einer aus dem Schweizer Juniorenteam in einem Wettkampf keine ( Höchst-)Leistung zeigen kann, ist bereits der nächste da, um die Lücke zu schliessen.

In Bern gelang dies in erster Linie Matthias Müller aus Reichenbach, der bei den Junioren in einem Finalfeld von bereits weltcuperfahrenen Kletterern mit einer bemerkenswerten und sportlich kämpferischen Leistung den hervorragenden 3. Rang belegte. Weiter vermochten David Gisler aus Uhwiesen, Raphael Lâchât aus Porrentruy, Manuel Hassler aus Biel und die beiden Mädchen Alexandra Eyer aus Zürich und Stéphanie Louis aus Croix-de-Rozon gute Finalplätze zu belegen. In der jüngeren Kategorie der Jugend ( Jugend B ) hatten die drei Schweizer Teilnehmer Martin Jaggi, Tristan Cordonier und Mathieu Maurer erstmals Gelegenheit, internationale Wettkampf luft zu schnuppern.

Bedeutung eines guten Nachwuchskonzeptes Auffallend im diesjährigen Europacup ist, dass - im Vergleich zum vergangenen Jahr - in den Kategorien der Jugend A ( 17/18 Jahre ) und Jugend B ( 14/15 Jahre ) das Wettkampfgeschehen zu einem grossen Teil von neuen Gesichtern bestimmt wurde. Andere, die im letzten Jahr Jugend B weiblich ( Jg. 1982/83 ) 1. Sandrine Levet FRA 2. Sarka Obadalova TCH 3. Tamara Lechner A

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Jugend A weiblich ( Jg. 1980/81 ) 1. Sasa Truden SLO 2. Delphine Martin FRA 3. Melanie Rubio FRA 9. Alexandra Eyer ( Sekt. Uto ) 1O. Stéphanie Louis ( Sect. Carougoise ) Juniorinnen ( Jg. 1978/79 ) 1. Bettina Schöpf A 2. Myriam Motteau FRA 3. Claire Mathieu FRA damit ein völlig anderes Last-Kraft-Verhältnis entwickelt. In der Planung eines Verbandes und im Aufbau eines Nachwuchskaders ist diesen biologischen Umständen und seinen individuellen Konsequenzen vor allem auch im mentalen und psychischen Bereich die nötige Beachtung zu schenken ( und mit entsprechenden Massnahmen zu begegnen ).

Ebenso sollte bei vielen jugendlichen Athletinnen und Athleten berücksichtigt werden, dass sie unter Umständen für ihre persönliche Entwicklung mehr Zeit benötigen als andere Athleten gleichen Alters. Das gesamte Konzept für eine umfassende und auf die jugendlichen Bedürfnisse eingehende Nachwuchsförderung muss auf diesen und anderen grundlegenden Aspekten basieren, damit die wirklichen Talente genügend Zeit haben, sich in Ruhe und ohne unnötigen äusseren Druck zu entwickeln.

Das SAC-Nachwuchskonzept basiert auf diesen Grundlagen und Erfahrungen und hat dazu beigetragen, dass die Schweiz bereits nach wenigen Jahren Aufbauarbeit über einen talentierten und leistungsstarken Nachwuchs verfügt.

Gabriele Madiener und Hanspeter Sigrist, Oberbalm ( BEe sultate Jugend-und-Junioren-Europacup Bern 1997 Jugend B männlich ( Jg. 1982/83 ) 1. Tomaz Valjavec SLO 2. Nicolas Deviai FRA 3. Kilian Fischhuber A 15. Martin Jaggi ( Sekt. St. Gallen ) 17. Tristan Cordonier ( Sect. Diablerets ) 18. Mathieu Maurer ( Sect. Genevoise ) Jugend A männlich ( Jg. 1980/81 ) 1. Yves Hasabani FRA 2. Patxi Usobagia ESP 3. Heiko Wilhelm A 6. Raphaël Lâchât ( Sect. Jura ) 8. Manuel Hassler ( Sect. Pierre-Pertuis ) 19. Martin Siegrist ( Sekt. Baselland ) Junioren ( Jg. 1978/79 ) 1. Jerome Meyer FRA 2. Sylvain Millet FRA 3. Matthias Müller ( Sekt. Altels ) 7. David Gisler ( Sekt. Randen ) 11. Andy Läuber ( Sekt. Altels ) 13. Roland Peretti ( Sekt. Rätia ) 16. Thibault Jungi ( Sert. Carougoise ) Sport- und Wettkampfklettern

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