Stauseen statt Gletscher

Ein Dutzend grosser Staudämme in den Alpen würde genügen, um die Wasserversorgung der Schweiz auch nach dem Abschmelzen der Gletscher sicherzustellen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in einer neuen Studie. Sind die Gletscher einmal vollständig abgeschmolzen, werden die Schweizer Flüsse nur noch von Regenfällen und durch die Schneeschmelze gespeist werden. Im Spätsommer, wenn der Schnee in den Bergen geschmolzen ist, droht Wasserknappheit. In einem Versuch simulierten die Forscher Staudämme am heutigen Ende der Gletscherzungen. Auf diese Weise könnte im Frühjahr rund ein Kubikkilometer Wasser gespeichert und über den Sommer verteilt abgelassen werden. So könnten zwei Drittel der Wassermenge, die heute von den Gletschern kommt, weiterhin genutzt werden. Man sei sich bewusst, dass mit solchen Talsperren grosse ökologische Probleme verbunden seien, schreibt Matthias Huss, Co-Autor der Studie. Der Gletscherrückgang könne aber auch neue Möglichkeiten für die Bewirtschaftung des Wasserschlosses Europa bieten.

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