Tessiner Bergpfade

Markierung, Sicherheit und anderes mehr Ich möchte auf dieses Thema, das zu verschiedenen Polemiken geführt hat, zurückkommen und auf mehrere Punkte, auch über den Sicherheitsaspekt hinaus, eingehen.

In den letzten Jahren wollte man angesichts der wachsenden Zahl der Wanderer und der allgemeinen Begeisterung für das Wandern die alten Gebirgspfade möglichst alle wieder instand setzen und den Kanton mit einem Wegenetz versorgen. Vor allem die Wanderer selbst haben sich für dieses Ziel engagiert, aber auch all jene, die im Wandern eine Möglichkeit zur Belebung des Tourismus sehen. Sie haben das Schlagwort « das Gebirge gehört allen » propagiert. Das ist falsch, es muss heissen, « das Gebirge gehört niemandem ». Die Wanderer sind nur eine Gruppe der « Nutzer » des Gebirges unter vielen anderen. Nur wenn man das anerkennt, wird man von einer vertretbaren Nutzung des Alpenraums, die sowohl die Umwelt als auch die dort lebenden Menschen respektiert, sprechen können.

Das erfordert, den Wanderern eine Anzahl markierter und einfacher Routen ( Hüttenwege, Traversierungen, Wege entlang der Täler ) zu bieten, aber auch Zonen auszuscheiden, in denen die Umwelt nur sehr gering betroffen werden soll, in denen auf Markierungen und Wegeausbau verzichtet wird und sich die Eingriffe allein auf den Unterhalt bestehender Wege beschränken. Man kann so, ohne auf irgendeine Weise diese Zonen zu sperren, ihren Besuch stark einschränken.

Ich habe in den letzten Jahren feststellen können, dass die Leute

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immer öfter ins Gebirge gehen, weil es Mode ist, dass sie sich oft nur wenig für den Alpenraum ( Flora, Fauna, Geschichte, Kultur ) interessieren und, nach dem Vorbild mancher Wanderer und Alpinisten, wenig Rücksicht auf die Umwelt nehmen. Ehe man solche Menschen mit in die Höhe nimmt, sollte man ihnen wenigstens die Grundlagen der alpinen Ethik beibringen, die Achtung vor dem Gebirge in all seinen Formen, vor seinen Bewohnern und den Personen, denen sie dort begegnen. Von ihnen ein Minimum an - zum Beispiel im persönlichen Kontakt erworbenen -Kenntnissen zu fordern könnte sie dazu bringen, sich dieser Ethik bewusst zu werden.

Jene, die im Namen der Sicherheit eine Markierung aller Wege einschliesslich der Pfade zu den Gipfeln fordern, sind entweder nicht ehrlich oder zu wenig mit dem Gebirge vertraut, um tatsächlich die Gefahren zu kennen, denen sich unerfahrene Wanderer aussetzen. Wege wie den zum Pizzo Basodino ( Gletscher !) oder den zum Pizzo Cristallino ( Geröll !) zu markieren kann dazu führen, Personen, denen die entsprechende Ausrüstung und die nötigen Kenntnisse fehlen, zu ermutigen, sich auf nicht für sie geeignetes Gelände zu wagen. Was geschieht, wenn zum Beispiel Wanderer ohne topografische Karte oder unfähig, sie zu lesen, unterwegs in Nebel geraten?

Man könnte - als Ausnahme -einige besonders interessante oder vielbegangene Höhenwege markieren. Man müsste sich dabei aber strikt an die blau-weiss-blaue Kennzeichnung halten, die im Tessin noch zu wenig benutzt wird. Wenn einmal das Inventar der zu markierenden Wege aufgestellt sein wird, muss über die Art und Weise des Vorgehens entschieden werden. Die Markierung darf nur von besonders ausgebildeten und erfahrenen Personen ausgeführt werden. Man trifft noch zu oft auf schlecht gekennzeichnete Pfade, wo die Markierungen zu zahlreich und ausserdem unüberlegt angebracht sind.

Christian Camponovo, Davos ( ü )

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