«trash ist kultur». Vorbild Alpen

« trash ist kultur »

Alpinisten sind heute im Umgang mit Abfall – « trash » – vorbildlich, tragen sie ihn doch in der Regel ins Tal. Anders sieht es in den Städten und Agglomerationen aus. Der internationale « Aufräumtag » von Mitte September 2002, in der Schweiz von der Stiftung Praktischer Umweltschutz Pusch organisiert, will darauf hinweisen, dass der Umgang mit Abfall etwas über die Kultur der Abfallver-ursachenden aussagt.

Der japanische Bergsteiger Ken Noguchi holte mit Kollegen und 20 Sherpas bereits zum dritten Mal von früheren Expeditionen zurückgelassenen Müll vom Mount Everest. Von den 1500 kg Abfall sollen 70% in Japan ausgestellt werden, um so auf die Leichtsinnigkeit mancher Bezwinger hinzuweisen.

Vorbildliche Alpinisten Liegen gelassene Abfälle waren in den Alpen noch vor ein, zwei Generationen ein Problem. Seither ist es gelungen, die Situation zu verbessern. Hüttenwarte und Berggänger melden Fortschritte. Heute ist es selbstverständlich, dass die eigenen Abfälle ins Tal zurückgetragen werden. Der Umweltbeauftragte des SAC, Jürg Meyer, stellt fest, dass nur noch Picknick-Plätze und einzelne Klettergärten von Abfällen verunstaltet sind.

Anders zeigt sich die Situation in den Städten, wo Verantwortliche eine gravierende Zunahme der Abfälle im öffentlichen Raum feststellen. Die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch hat das Thema aufgegriffen und die Aktion « trash ist kultur », zusammen mit der öffentlichen Hand und Partnern aus der Wirtschaft, lanciert. Grundidee ist, dass sich Kultur auch im Umgang mit den eigenen Abfällen zeigt. « Pusch » bietet speziell entwickelte Kommunikationsmittel und koordiniert den Clean-up-Day. An diesem internationalen Auf-räumtag – in diesem Jahr zwischen dem 13. und 15. September – beteiligen sich jährlich 35 Millionen Personen in 120 Ländern. In der Schweiz befreien dann über 10 000 Freiwillige Wälder, Ufer und öffentliche Anlagen von herumliegenden Abfällen. 1

Es gilt, den sorgfältigen Umgang mit der Umwelt von den Bergen in das Alpenvorland zu tragen. Denn die Entwicklung in den Alpen ist ermutigend und zeigt, dass positive Verhaltensänderungen der Bevölkerung möglich sind. a

Stefan Baumann, Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch 1 Weitere Informationen bei Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz, Tel. 01 267 44 11, Internet www.trash-ist-kultur.ch, E-Mail stefan.baumann(at)umweltschutz.ch DIE ALPEN 9/2002

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