Trentin-Meyer, Maike: Ernst Platz, Bergsteigermaler und Illustrator Peter Grimm

Alpine Klassiker Bd. 21, Verlag Bruckmann, München 1997. DM 49,. " " .80 Dieses anlässlich der Ausstellung Ende 1997 im Alpinen Museum des DAV in München erschienene Buch ist kein Ausstellungskatalog. Vielmehr beschreibt darin die Schöpferin dieser Schau Leben, Werk und Leistung eines vergessenen « Klassikers » alpiner Bildkunst.

Das Buch beginnt mit einem Abriss über die « Bergsteigermaler » im Rahmen der Münchner Kunstszene um 1900. Es folgen eine biographische Skizze mit Briefen und Erinnerungen an seine Bergfahrten sowie zeitgenössische Zitate über den Maler und Bergsteiger. Der Hauptteil gilt Ernst Platz als Landschafts- und Hochgebirgsmaler, Porträtist und Archi-tekturbildner. Fast die Hälfte des Buchs nimmt das grafische Werk ein. Ausführlich und reich illustriert werden die einzigartigen Bewegungsstudien sowie die Illustrationen und Arbeiten der Buchgestaltung behandelt, seine Pionierleistung an alpiner Gebrauchsgrafik herausgestellt. Karikaturen aus Kneipzeitungen geben Anlass, sich schmunzelnd in die Zeit um 1900 zu versetzen. Anmerkungen, Literaturverzeichnis, Register und Tourenliste vervollständigen das Werk.

In klarem, aussagekräftigem Stil stellt die Kunsthistorikerin den Berg-steiger-Künstler in seine Zeit, weist kenntnisreich auf Bezüge hin. Jedes der reichlichen Bildbeispiele ist eingängig kommentiert; Ausstattung und Druck lassen keine Wünsche offen. So ist eine exemplarische Künst-lermonographie entstanden - die erste über einen der « Bergsteigermaler ». Wer das Buch gelesen hat, kennt Ernst Platz, den alpinhistorisch bedeutsamen « Bildberichter alpinen Erlebens ».

Leider endet damit nach 21 Bänden die vom Deutschen Alpenverein herausgegebene Reihe « Alpine Klassiker ». Das Käuferinteresse reicht nicht, um das Werk fortzuführen. So markieren also die Bilder von Ernst Bücher/ Medien Platz den würdigen Abschluss einer schönen Idee: alpin-kulturelle Tradition in « Klassiker»-Texten zu vermitteln.

Peter Grimm, Starnberg ( D ) krete Aussagen zur Hand. So lautet der Hauptgrundsatz der praktischen Lawinenkunde: « Bei mässig geht man in allen Expositionen nicht über 39°, bei erheblich nicht über 34° und bei gross beschränken wir uns auf mässig steiles Gelände ( unter 30° ). » Da muss man natürlich wissen, welche Gefahrenstufe der Lawinenlage-bericht gemeldet und wie er sich während der Tour eventuell verändert hat und wie steil der Einzelhang ist. Doch Planen und Messen gehören zu Ausflügen in die weissen Berge -zu Hause, beim Aufstieg und auf der Abfahrt. Oder in Munters eigener Kurzformel: « Denken statt Schaufeln ». Wenn nämlich letzteres nötig wird, ist es in den meisten Fällen zu spät.

Daniel Anker, Bern

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