UIAA-Jugend-Camp in Georgien. Bergsteigen an der Grenze zu Russland

UIAA-Jugend-Camp in Georgien

Das UIAA-Jugend-Camp im Kaukasus im Sommer 2003 war eines der insgesamt fünf organisierten UIAA-Lager. Für die vier Schweizer Teilnehmer war nicht nur die Besteigung des 5047 m hohen Kazbek beeindruckend, sondern auch das Lager selber, das von viel Abenteuer und Improvisation geprägt war.

Hektik pur am Kazbek: Einige Führer schreien runter, und nicht wenige Führer schreien unverzüglich hinauf. « Ara-ara-ara » ( nein, nein, nein ) hören wir, können aber den Grund nicht erkennen. Nach acht Lagertagen wissen wir, dass Schreien und Diskutieren stets einen Grund haben. Den Prusik am Fixseil mitziehend, steigen wir weiter die Westflanke hoch. Schritt für Schritt, Atemzug um Atemzug. Die Luft auf über 5000 m ist merklich dünner geworden. Über den Gratrücken erreichen wir das Gipfelplateau. Es ist 1O.30 Uhr. Das Gipfelgefühl ist unbeschreiblich. Im Norden sehen wir die Tiefebene Russlands. Im Westen glänzt uns der 5633 m hohe Elbrus, einem Zuckerhut ähnlich, entgegen, und im Süden geben sich unzählige Viertausender ein Stelldichein im warmen Licht der Morgensonne.

Bergsteigen in Georgien Georgien ist mit 70 000 km 2 gut anderthalbmal so gross wie die Schweiz und grenzt an die Länder Türkei, Armenien, Aserbeidschan und Russland. Die Hauptstadt Tbilissi zählt rund 1,3 Millionen Einwohner. Mehr als die Hälfte des Landes ist gebirgig. Der Kazbek im Kaukasus-gebirge ist der höchste Berg Georgiens. Trotz Bodenschätzen und fruchtbaren Böden sehen viele Georgier im Tourismus und beim Bergsport grosse Chancen. Die Berghütten sind nicht mit jenen im Alpenraum vergleichbar, werden aber dem ursprünglichen Zweck der Hütte – ein Dach über dem Kopf – gerecht.

UIAA-Lager 2004

Ort Datum Teilnehmer Kosten Beschrieb Anmeldeschluss Bad Hindelang, 15.–21.8. Jugendleiter 200 Euro* Internationales 15. Mai 2004 Deutschland 2004 ab 18 Jahre Leiterlager Bauisca, Julianische 13.–21.8. 17–25 Jahre 200 Euro* Verschiedene Berg-1. Juli 2004 Alpen, Slowenien 2004 und Outdoorsportarten Bicaz Gorges National 2O.–27.8. 14–25 Jahre 200 Euro* Trekking und Klettern 1. Juli 2004 Park, Rumänien 2004 * Exklusiv Reisekosten Schweiz–Austragungsort und zurück Auch wenn ein Teil der Esswaren auf Pferderücken verladen werden konnte, drückten die Rucksäcke mit der Zeit ziemlich arg.

Fo to s: An dr ea s v on De sc hw an den DIE ALPEN 3/2004

Base-Camp im georgischen Stil Ein Arzt und ein Koch, eine abgefrorene Zehe bei zwei Besteigungsversuchen des Kazbeks, vier Esel und neun Pferde, sieben Übernachtungen auf über 3500 m und rund 90 Teilnehmer inkl. Guides lassen schnell erkennen, dass die abenteuerliche Besteigung eines Fünftausenders Expeditionsfeeling der intensiveren Art vermittelt.

Ein alter Bus und ein Fahrer, der kaum viel jünger ist, bringen uns über die georgische Heeresstrasse, die Ver-bindungsachse von Tbilissi nach Russland, in sieben Stunden nach Kazbegi. Im sanften Abendlicht erblicken wir zum ersten Mal unser Wochenziel, den Kazbek. Nach einer kühlen Nacht im Zelt steigen wir zu unserem Base-Camp, einer ehemaligen Meteostation, 3675 m, auf. Sie liegt etwas erhöht über dem Kazbek-Gletscher und wurde von georgischen Alpinisten sanft renoviert. Für uns Europäer ist die Hütte gewöhnungsbedürftig. Ein Ofen fehlt genauso wie Licht oder windundurchlässige Zimmer. Die Hütte ist eigentlich für 70 Personen ausgerichtet. Wir sind aber über 90 Personen, weshalb die engen Platzverhältnisse beim Schlafen zum « Domino-effekt » führen: Sobald sich ein Mitglied dreht, drängt es sich auf, dass sich die weiteren Personen genauso drehen.

Höhenfieber und misslungener Versuch Respektvoll und einladend zugleich wirkt der Berg Kazbek. Die schroffen Südabbrüche lassen kaum erahnen, dass der Berg von der gegenüberliegenden Seite her relativ leicht zu besteigen ist. Nach zwei Tagen Akklimatisation starten wir frühmorgens den ersten Versuch. In lockerem Tempo folgen wir dem Guide durch Kies und Geröll auf den Gletscher. Es ist kalt, eisig kalt, der Wind bläst um die Ohren. Sternschnuppen fallen vom Himmel. Der Vollmond verleiht der Gletscher-, Schnee- und Gerölllandschaft eine einzigartige Stimmung. Nur das Geklimper der Karabiner durchbricht die Stille. Der stetig zunehmende Wind, aufziehende Wolken und ungenügende Kleidung bei einigen Teilnehmern führen zum Abbruch des ersten Versuchs. Da eine sofortige Rückkehr wegen des dicken Nebels zu riskant ist, bauen wir Iglus im Cabriostil und halten uns darin einigermassen warm. Tee und Backwaren werden verteilt, und ein Gaskocher in der Mitte verleiht einen Hauch von Wärme. Allmählich lässt der Wind nach. Über die Aufstiegsroute kehren wir zur Unterkunft zurück. Die Wolken lichten sich, das intensive Blau des Himmels tritt wieder hervor. Kühn glitzert der Gipfel des Kazbek. Begeistert von der Stimmung der Vollmondnacht, aber auch enttäuscht über den ersten Versuch sitzen wir vor der Hütte und betrachten ihn mit Demut und Ehrgeiz – diesen faszinierenden Berg namens Kazbek.

Die Meteostation, der spartanisch eingerichtete Übernachtungsort während sieben Tagen, vor der beeindruckenden Eiskuppe des Mt. Kazbek Stau am Mt. Kazbek Vor dem Schlussanstieg zum Mt. Kazbek: der Blick Richtung Süden DIE ALPEN 3/2004

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