UV-Strahlung im Gebirge. Je höher, desto intensiver

UV-Strahlung im Gebirge

UV-Strahlen sind im Gebirge intensiver als in der Ebene, denn je höher man steigt, umso stärker wirken sie. Schutzmassnahmen sollten deshalb selbstverständlich sein. Der neu geschaffene UV-Index-Dienst von MeteoSchweiz für Bergregionen zeigt, mit welcher Strahlung bei Touren im Gebirge zu rechnen ist.

Was gibt es Schöneres, als an einem sonnigen Frühlingstag Spuren in den stiebenden Pulverschnee zu legen oder im Sommer die erfrischende, sonnendurch-tränkte Luft in den Bergen zu geniessen. Die warmen Sonnenstrahlen bringen den Kreislauf in Schwung und lassen Haut und Organe besser durchbluten. Die UV-Strahlen regen im Organismus die Herstellung des lebensnotwendigen Vitamins D an. Allerdings genügen ein paar Minuten täglich, um von dieser hellen und erfreulichen Seite der Sonne profitieren zu können.

Zu viel ist ungesund Die UV-Strahlen der Sonne, die wir weder spüren noch sehen, können neben ihren positiven Seiten schon nach kurzer Zeit einen Sonnenbrand verursachen. Tief in der Haut hinterlässt jeder Sonnenbrand bleibende Schäden. Ein Zuviel an UV-Strahlen lässt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, deutlich ansteigen. In der Schweiz werden jährlich 1500 neue Melanomfälle, ein bösartiger Hautkrebs, registriert. Auch die Augen sind von der starken UV-Strahlung betroffen. Schneeblindheit oder auch grauer Star sind Folgen von zu starker UV-Exposi-tion. Schliesslich kann auch das Immunsystem durch zu hohe UV-Strahlung geschwächt werden. Schnee verstärkt Strahlung Auf der Erdoberfläche treffen zwei Arten von UV-Strahlen auf, die unsere Haut unterschiedlich schädigen. Die UVA-Strahlen ( 315–400 nm ) beschleunigen die Hautalterung. Sie können aber auch Sonnenallergien oder Hauttumore auslösen. Die UVB-Strahlen ( 280–315 nm ) sind verantwortlich für die Bräunung der Haut, gleichzeitig aber auch für Sonnenbrand. Sie fördern das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Die Stärke der UV-Strahlung wird beeinflusst und bestimmt durch den stratosphärischen Ozonschild ( 25 bis 30 km über Boden ), den Sonnenstand ( Jahreszeit und Tageszeit ), die Bewölkung ( Höhe und Menge der Wolken ), die Höhenlage über Meer und die Reflexion durch Schnee, Wasser und Sand. In der Schweiz ist die UV-Strahlung in den Sommermonaten am stärksten. Dazu kommt, dass die Stärke der UV-Strah-lung pro 1000 m Höhe um 10–12% zunimmt, denn mit zunehmender Höhe kann die dünner werdende Luftschicht einen immer kleineren Teil der UV-Strahlen herausfiltern. Die höchsten Werte der UV-Strahlung werden in der Schweiz demzufolge in den Bergen erreicht. Liegt in den Bergen Schnee, erhöht sich die Intensität der UV-Strahlen noch einmal. Schnee kann 50–80% der Strahlen reflektieren, sodass ein Skitourenfahrer oder Bergsteiger eine um diesen Betrag höhere Dosis an UV-Strahlen aufnimmt.

Der UV-Index MeteoSchweiz unterhält ein Messnetz für UV-Strahlen. In den Bergen sind es die Messstationen Jungfraujoch, 3580 m, und Davos, 1590 m, die aufzeigen, um wie viel höher die Strahlung gegenüber dem Mittelland ist. Die Masseinheit, mit

Darstellung Strahlungsstärke Sonnenschutz

schwach nicht erforderlich

mittel

hoch

erforderlich Hut, T-Shirt, Sonnenbrille Sonnencreme 11-15 Uhr im Schatten

sehr hoch

extrem

besonders erforderlich Hut, T-Shirt, Sonnenbrille Sonencreme mind. LSF 15 Aufenthalt im Freien möglichst vermeiden

Darstellung Strahlungsstärke Sonnenschutz im

Winter

schwach nicht erforderlich

mittel

erforderlich Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Sonnencreme mind. LSF 25

hoch

sehr hoch

extrem

besonders erforderlich Kopfbedeckung, Sonnenbrille mit Seitenschutz, Sonnencreme mind LSF 25. Exponierte Stellen wie Nase, Ohren, Lippen speziell gut eincremen.

14 12 10 8 6 4 2 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 Davos ( CH ), 2003-06-22 Time ( hours ) UV Ind ex UV-Index im Winter ( Februar–April ) Beispiel der UV-Strahlung im Tagesverlauf der Messstation Davos UV-Index im Sommer ( Mai– September ) DIE ALPEN 4/2004

der die UV-Strahlen angegeben werden, ist der UV-Index. Dieser wird weltweit einheitlich verwendet und gibt mit einem ganzzahligen Wert die Stärke der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlen an. Gleichzeitig zeigt er auch notwendige Schutzmassnahmen auf.

Im Mittelland erreicht der UV-Index im Sommer Höchstwerte von 8 ( sehr hoch ). Bei dieser Stärke der Sonnenstrahlung dauert es ungefähr 10 bis 20 Minuten, bis es zu einer Hautrötung kommt. In Davos liegen im Sommer die Höchstwerte des UV-Index bei 10 bis 11 ( extrem ) und auf dem Jungfraujoch bis 13 ( extrem ). Werden diese Werte mit jenen von Australien, einem Land mit bekanntlich hoher UV-Strahlung, verglichen, zeigt sich, dass sie annähernd so hoch sind: Im Süden Australiens liegt der maximale UV-Index bei 12/13, im Norden bei 16/17. Schutzmassnahmen Wir sind den UV-Strahlen jedoch nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt einfache, nützliche Schutzmassnahmen, die den meisten Leuten zwar bekannt sind, aber aus Nachlässigkeit oder weil man braun werden möchte nicht immer angewendet werden. Als erste Schutzmassnahme gilt immer, um die Mittagszeit im Schatten zu bleiben. Da dies in den Bergen jedoch kaum möglich ist, sollte man Haut und Augen optimal schützen: Kleidung mit gutem UV-Schutz, Sonnenhut mit breitem Rand, Sonnenbrille mit Seitenschutz und für unbedeckte Hautpartien Sonnencreme mit Schutzfaktor mindestens 25. Speziell wichtig ist ein guter Seitenschutz der Sonnenbrille im Winter, da durch die Reflexion des Schnees UV-Strahlen auch von der Seite oder von unten auf die Augen treffen können. Im Dezember und Januar ist der UV-Index auch in den Bergen tief. Ab Februar beginnt er jedoch wieder deutlich anzusteigen. Die Reflexionen des Schnees führen zu einer weiteren Steigerung der Intensität. Deshalb erstellt MeteoSchweiz ab diesem Jahr eine Prognose des UV-Index speziell für Bergregionen, abrufbar unter www.uv-index.ch. 1 Weitere Informationen zum Sonnenschutz finden Sie im Internet unter www.meteoschweiz.ch, www.uv-index.ch und www.swisscancer.ch. a

Regula Gehrig, Thomas Herren, MeteoSchweiz 1 Auch über SMS sind die UV-Index-Prognosen erhältlich, 60 Rappen pro SMS. Geben Sie dabei UV und die Kantonsabkürzung wie GR, BE, VS ein und schicken Sie das SMS an die Nummer 162.

Wer im Hochgebirge unterwegs ist, muss sich vor der UV-Strahlung umfassend schützen. Wichtig ist auch der Augenschutz. Am Ostgrat des Brunegghorns Fo to :L ud w ig W eh

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