Val Grande – Wege in die Einsamkeit. Der Nationalpark Val Grande – wilde Berglandschaft am Lago Maggiore

Wiedemann Verlag, D-Münsingen 2009, ISBN 978-3-941453-04-3. Fr. 59.–

Einen Steinwurf von der Schweiz entfernt, bloss ein paar raue Marschstunden südlich der Centovalli-Bahn, versteckt sich der italienische Nationalpark Val Grande. Für versierte Trekker ist « das grosse Tal » ein letztes Paradies. Für Wanderer, die normbreite Pfade, gelbe Wegweiser und vielsternige Berghäuser brauchen, die Hölle. Oder war es jedenfalls. Denn jetzt gibt es gleich zwei deutschsprachige Führer für die grösste Wildnis Italiens, die Alpin- und Sonntagswanderer fast gleichermassen bedienen, und Stubenhocker ebenfalls. Der erste Führer stammt von Bernhard Herold, der nicht nur alle offiziellen ( und auch die nicht offiziellen ) Pfade im 1992 geschaffenen Nationalpark kennt, sondern auch die Geschichten, die sich darum ranken, von Partisanen über Schmuggler und Holzfäller bis zu schottischen Söldnern und Zofinger Industriellen. Ein Lesebuch also, aber eben auch ein knapp rucksacktaugliches Wanderbuch, und was für eines! Akkurate Routenbeschreibungen und sonstige überlebenswichtige Infos begleiten die 15 ein- bis viertägigen, leichten bis schwierigen Trekkingtouren. Der zweite Führer von Rolf Platen und Thomas Ruck ist eher ein Bildband, der in einem ersten Teil viele Hintergrundinfos liefert und in einem zweiten elf persönlich gefärbte Touren vorstellt. Insgesamt eine gute Ergänzung zum Herold. Ein Muss auf jeden Fall und allen Touren ist die Wanderkarte 285 T Domodossola von Swisstopo im Massstab 1: 5000O. Wir packen sie in den Rucksack, fahren nach Domo und stiefeln los.

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