Verbandssprache

«Sprache ist Glückssache.» Die Aus sage stimmt nur beschränkt. Doch als Redaktor wird man immer wieder mit Formulierungen konfrontiert, bei denen man zweifelt, ob Aussage und Ausdrucksform übereinstimmen. Gerade in Verbänden schleicht sich häufi g ein solcher Sprachgebrauch ein.

Finden sich aber solche sprachlichen Stolpersteine auch beim Bergsportverband SAC? Leider ja. «Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar», steht in der Wanderskala. Als Leser fragt man sich, wo, ausser am Boden, der Wanderweg sonst noch verlaufen könnte. Redundanz soll aber in Sicherheitsfragen wichtig sein. Die Gefahr der Umständlichkeit wiederum schleicht sich gerne bei Texten ein, die breit überprüft wurden. Die Formulierung «SAC-Hütten sind Orte für Erlebnisse unterschiedlicher Zielgruppen» im SAC-Leitbild ist sicher korrekt. Doch besteht nicht die Gefahr, dass man die Formulierung, weil sie abstrakt gehalten ist, einfach überliest? Schwierig wird es, wenn man auf die häufig gestellte Frage «Bin ich als SAC-Mitglied Rega-Gönner oder sonst irgendwie versichert?», die Antwort erhält: «SAC-Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren bis und mit 22 Jahren sind bei der Rega als Gönner angemeldet. Die Mitgliedschaft beinhaltet keine Versicherung.» Hier lag die Würze nicht in der Kürze, da wohl kaum alle Kinder zwischen 6 und 22 Jahren Rega-Gönner sind. Amüsant wird es schliesslich, wenn in einem Newsletter «kantonale Behörden die Ausscheidung und Kennzeichnung von Wildruhegebieten fördern». Da kann man nur hoffen, dass keine Geruchsemissionen entstehen.

Möglicherweise wird aber auch dieser Text als Schreiberguss wahrgenommen, was weiter nicht so schlimm ist. Denn die Berge bleiben schön, auch wenn man «schlecht» über sie schreibt.

 

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