Von Hütte zu Hütte zwischen Nizza und Ljubljana

Auf der Suche nach Umweltbil-dungsin iti a tiven Im Rahmen des Projekts « So weit die Füsse tragen » erkundete Nathalie Morelle1 zwischen August 1997 und Oktober 1998 123 Schutzhütten in allen sieben Alpenländern. Ziel dieser Alpendurchquerung war es, die Möglichkeiten einer neuen Rolle der Hütte als Umweltinformations-und Umweltbildungsstätte zu erforschen.

Ein einzigartiges Geschenk Das Projekt « So weit die Füsse tragen » wurde von Peter Goop aus Liechtenstein als Abschiedsgeschenk für den damals ausscheidenden Geschäftsführer der CIPRA-Internatio-nal2, Ulf Tödter, finanziert. « Alpen-weit und realitätsnah » sollte die Arbeit zum Schutz der Alpen sein. Unter den aufgrund der Ausschreibung eingereichten Vorschlägen wurde jener von Nathalie Morelle ausgewählt, die die Situation zur Umwelt-und Naturbildung auf Berghütten zu recherchieren gedachte. Im folgenden berichtet sie über ihr Projekt.

Die Route Am 4. August 1997 startete ich bei der CIPRA-Geschäftsstelle in Schaan ( Liechtenstein ) und wanderte durch die Zentral- und Westschweiz bis zum Montblanc-Massiv, dann über Frankreich in den Gran-Paradiso-National-park ( I ). Zum Saisonschluss der Hütten, Ende September, befand ich mich wieder an der französischen 47 1 Die Französin Nathalie Morelle ist promovierte Biophysikerin und begeisterte Alpinistin.

2 CIPRA-Intemational: Die Internationale Al-penschutz-Kommission, eine nichtstaatliche Dachorganisation, vertritt ca. 100 Verbände und Organisationen aus allen Alpenstaaten, darunter den SAC. Die CIPRA setzt sich aus ganzheitlicher Sicht für die Erhaltung des Na-tur- und Kulturerbes im Alpenraum ein.

Schutz der Gebirgswelt « Soweit die Füsse tragen » - Nathalie Morelle auf ihrer grossangelegten alpenweiten « Hüttentour » Grenze. In der Skitourensaison 1998 unternahm ich vereinzelte Touren in Savoyen, im Dauphiné und im Berner Oberland. Anfang Juni startete ich dann südlich vom Monte Viso, um auf französischer sowie auf italienischer Seite bis zu den Meeralpen zu wandern. Vom Bernina-Massiv ging es dann im Zickzack ostwärts über die Bündner Berge, Österreich und Italien bis in die Julischen Alpen in Slowenien. Während des letzten Monats wanderte ich auf der deutschösterreichischen Grenze nach Westen und traf am 4. Oktober 1998, also genau 14 Monate nach dem Start, wieder in Schaan ein.

Auf dem Weg besuchte ich sowohl Kletter- und Hochtouren- als auch Wanderhütten, grosse und kleine, von Alpenvereinen und andern Betreibern bewirtschaftete Hütten, von denen es im gesamten Alpenraum etwa 2000 gibt. Die 123 ausgewählten Hütten entsprechen somit ca. 5% des gesamten Bestandes. Nicht berücksichtigt waren nichtbewartete Biwaks sowie Hütten, die in unmittelbarer Nähe einer öffentlichen Strasse oder einer Bergbahn liegen. In der Schweiz waren 29 Hütten des SAC3 und sechs andere auf der Besuchs-liste.

Hütten und Umwelt: ein heisses Thema und ein grosses Potential Das Thema der Umweltverträglichkeit der Schutzhütten ist alpenweit aktuell; das wird auch aus dem neuen SAC-Hüttenreglement ersichtlich. Man versucht, über technische Massnahmen negative Einflüsse möglichst zu vermindern, was sowohl kostspielige Investitionen als auch ein Umdenken im täglichen Betrieb erfordert. Meine Fragestellung bei meiner Recherche zielte noch in eine andere Richtung, nämlich: Können die Hütten auch einen positiven Beitrag zum Alpenschutz leisten als Ort, wo den Gästen während ihres Aufenthalts einiges zum Thema « Natur und Umwelt » vermittelt wird? Diese Idee stiess bei allen Befragten - Hüttenwarte, Verantwortliche der acht Alpenvereine, andere Hüttenbesitzer, Naturschutzorganisationen, Behörden, Schutzgebietsverwaltungen, einzelne Bergsteiger und Wanderer -auf grosse Resonanz. Es gibt - wenn auch selten - bereits Beispiele der Umweltbildung auf den Hütten. Erfreulich ist, dass 80% der befragten Hüttenwarte sich bereit erklärt haben, entsprechende Projekte auf ihrer Hütte zu initiieren oder zu unterstützen. Dabei ist die Nachfrage nach Anregungen und Erfahrungsaustausch gross.

3 Die Autorin dankt an dieser Stelle den SAC-Hüttenwartinnen und -Hüttenwarten für die gastliche Aufnahme und die Bereitschaft zu offenen Diskussionen.

Die Gäste sind von der Bergfauna fasziniert und schätzen es, mehr darüber zu erfahren; Refuge du Couvercle, Montblanc ( F ).

Während der langen Nachmittags-und Abendstunden auf der Hütte sind insbesondere zwei Themen angesprochen worden. Da ist einerseits die Natur selber, die in dieser Umgebung besonders gut beobachtet werden kann, sei es nun Fauna, Flora oder Gletscherrückzug. Anderseits ist SAC und Umweltbildung auf Hütten Aus dem Projekt « Modellregion Göschenen » geht die Initiative für ein Hütten-Umweltplakat und eine hüttenspezifisch ausbaubare Infor-mationsmappe zu Natur, Ökologie und Umweltschutz in und um die Hütten hervor, die bis im Jahr 2000 realisiert werden soll. Mit dem Projekt « Lebensraum Alpen - ein neuartiges Lehr- und Lernmittel » soll ein Produkt geschaffen werden, das in jeder Hütte eine nützliche Informationsquelle sein wird. Interessierten Hüttenwarten sollen zudem in Zukunft bessere Informationen und Unterstützung zu Na-tur- und Umweltthemen gegeben werden.

Jürg Meyer, SAC-Beauftragter für den Schutz der Gebirgswelt Die Koca pri Triglavskih jezerih ( Sieben-Seen-Hütte ) in den Julischen Alpen ( Slowenien ) es die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt, die am Beispiel Hütte als einem isolierten System grundsätzliche Fragen besonders anschaulich beantworten lässt: Was brauchen wir zum Leben? Wie beschaffen wir das Notwendige? Welche Einwirkung haben wir auf die Natur?

Möglichkeiten zur Umweltbildung Auf einer Berghütte können wegen Zeitmangel und fehlender Infrastruktur bestimmt nicht ständig aufwendige Bildungsaktionen organisiert werden. Zudem möchte man die Besucher nicht belästigen. Um den Aufenthalt der Gäste zu bereichern, sind kleine Details, die auf die Gegebenheiten vor Ort hinweisen, viel wirksamer: Ein Hüttenwart stellt ein Fernrohr vor der Hütte auf und lässt die Gäste Gemsen oder Steinböcke beobachten. Ein anderer hat ausführliche Informationen zur Flora der Region zusammengetragen. Ein dritter zeigt ab und zu Dias, die er selber in der Umgebung der Hütte gemacht hat. Eine Seite der Speisekarte, ein Faltblatt oder sogar eine Internet-Ho- mepage erklären die Schwierigkeiten des Betriebs und appellieren an das rücksichtsvolle Verhalten der Gäste. Auf einigen Hütten stehen Tafeln, die in mehr oder weniger anschaulicher Art die Investitionen im Bereich Energie oder Abwasser erläutern. Und wenn die Hütte in einem Schutzgebiet liegt, können Abendgespräche mit einem Parkwächter organisiert werden. Erwähnenswert ist auch das Projekt « Alpinismus und Umwelt -Modellregion Göschenen » von Mountain Wilderness Schweiz und SAC. Im Teilprojekt Hüttenbewirtschaftung ist da die Schaffung von Informationsmaterial zur Präsentation auf den Hütten vorgesehen.

Bester Informations- und Erzie-hungsträger bleibt letztlich immer der informelle Kontakt mit den Hüttenwarten. Auch wenn andere ( der Alpenverein oder die Parkverwaltung, falls die Hütte in einem Schutz- Vor der Mindelheimer Hütte erklärt eine Tafel das Energiekonzept der Hütte; Allgäuer Alpen ( D ).

gebiet liegt ) die Initiative ergreifen, sollen die Hüttenwarte miteinbezogen werden, damit sie die Anpassung der Projekte an die örtlichen Gegebenheiten prüfen und vor allem die Gäste darauf hinweisen.

Wie weiter?

Ein Überblick über die untersuchten Hütten im Alpenbogen sowie die Details der zusammengetragenen Initiativen werden im Studienbericht vorgestellt, den die CIPRA mit verschiedenen Partnern in allen Alpen-sprachen veröffentlichen wird, um damit konkrete Anregungen zu vermitteln. Gleichzeitig sind die Hüttengäste eingeladen, den Aufenthalt auf der Hütte mit offenen Augen und Ohren zu erleben und die Besonderheiten dieser « Menscheninsel » in den Bergen zu schätzen.

Nathalie Morelle, Nottingham Q.

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der Saison, sind doch alle Nationen mit ihren besten Teams am Start. Zum ersten Mal fand das Rennen an einem Tag statt. Damit sie dem Anlass gerecht wurden, hatten die Organisatoren die Strecke mit mehreren Abschnitten, wo man die Ski tragen muss, technischer angelegt und eine Höhendifferenz von 2750 m vorgesehen. Wegen des schlechten Wetters musste das Rennen dann allerdings leicht verkürzt werden.

Die Schweizer Nationalmannschaft war mit allen Paaren am Start. Der einzige namhafte Abwesende war der Bündner Heinz Blatter, dessen Platz - an der Seite von Pius Schuwey - Rolf Zurbrugg ( Grenzwächter ) einnahm.

Das beste Resultat erbrachten aber die Grenzwächter Rico Eimer und Damien Farquet ( sie werden im Jahr 2000 zur Nationalmannschaft stossen ), die bis zuletzt mit den Favoriten mithalten konnten und schliesslich die Bronzemedaille gewannen. Eine etwas verspätet aufgenommene Vorbereitung kostete sie vermutlich ein noch besseres Ergebnis. Der während der ganzen nationalen Saison beeindruckende Freiburger Jean-François Cuennet eroberte mit Herbert Piller einen sehr guten 5. Rang, noch vor den Mitgliedern der Nationalmannschaft, die sich mit den Eh-renplätzen 7 und 8 begnügen mussten. Dazu kam der Sieg von Ernest Farquet und Grégoire Saillen bei den Espoirs ( unter 25 Jahre ). In der Kategorie Jugend ( 17 bis 18 Jahre ) stand der Walliser Florent Troillet als Dritter auf dem Podest.

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