Vorbereitungen für das Jubiläum Jahresbericht des SAC 2012

Steigende Mitgliederzahlen, eine solide Bilanz, zahlreiche sportliche Erfolge und wetterbedingte Tiefschläge: Und nebenbei wurde der Grundstein für ein prallgefülltes Jubiläumsprogramm gelegt.

Das Jubiläumsjahr hat den SAC schon lange vor dem Startschuss am 18. April beschäftigt: Mit Vollgas war der Zentralverband zusammen mit den Sektionen seit der Präsidentenkonferenz 2011 daran, Ideen zu entwickeln, diese reifen zu lassen und schlussendlich Nägel mit Köpfen zu machen –nicht ohne die verschiedenen Anlässe eingehend auf ihre Umwelttauglichkeit zu prüfen. Mit der Migros, dem orangen Riesen, wurde ein gewichtiger und passender Hauptsponsor für den 150. Geburtstag gefunden.

Neben den intensiven Jubiläumsvorbereitungen sorgte das launische Wetter für den einen oder andern Dämpfer. Mit rund 310 000 Übernachtungen konnten die SAC-Hütten erstmals seit sechs Jahren die 320 000-Marke nicht knacken. Auch der Verlag hatte – unter anderem – mit den wenig verkaufsfördernden Witterungsbedingungen zu kämpfen.

Damit der SAC auch für die nächsten Stürme und Tiefdruckgebiete solide aufgestellt ist, beschäftigten sich die Bereiche zusammen mit den Kommissionen intensiv mit dem Leitbild und der Strategie 2020. Verabschiedet wird diese an der AV im Juni 2013 – sodass der SAC auch für die nächsten Jahrzehnte auf einem soliden Fundament stehen wird.

 

Werbung in eigener Sache

Keine Jahrzehnte dürfte es dauern, bis das Sportklettern olympisch wird. Die Chancen für eine Aufnahme ins Programm 2020 sind jedenfalls durchaus intakt. Beste Werbung für ihren Sport machten die Kletterer gleich selbst an den Weltmeisterschaften in Paris-Bercy. Am bisher grössten und spektakulärsten Wettkampf in der Geschichte des Sportkletterns fiel ein Teil der Aufmerksamkeit erfreulicherweise auch der Schweiz zu: Ein schon beinahe gewohnt konstanter Cédric Lachat und die überraschende Petra Klingler sicherten sich die Bronzemedaillen in der Kombinationswertung (vgl. «Die Alpen» 11/2012). An den Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften im weit entfernten Singapur wuchs die kleine Schweizer Delegation leider nicht über sich hinaus und blieb zum zweiten Mal in Folge ohne Medaillengewinn. Die Nationalmannschaft Skitourenrennen deckte sich hingegen mit Medaillen ein. An den Europameisterschaften im französischen Pelvoux stand das Team am meisten auf dem Podest. Die erfreuliche Bilanz: acht Mal Gold, fünf Mal Silber und zehn Mal Bronze.

 

Erfolgreiche Expedition in Peru

Eine grosse Leistung erbrachte auch das Team Leistungsbergsteigen bei seiner Abschlussexpedition. Nach gut drei Jahren, die ausgefüllt waren mit Ausbildung, Sponsorensuche und unzähligen Kletter- und Höhenmetern, war es Mitte Juli 2012 so weit. Die neun Teilnehmenden, acht Männer und eine Frau, vier Romands und fünf Deutschschweizer, reisten nach Peru. Während fünf intensiven Wochen in der Cordillera Blanca machte das Team einige anspruchsvolle Touren – darunter eine Erstbegehung von acht Seillängen und Schwierigkeiten bis 6c+ sowie die Überschreitung aller vier Huandoy-Gipfel. Mit vielen Eindrücken und vor allem gesund kehrte das Team in die Schweiz zurück (vgl. «Die Alpen» 10/2012).

Ohne gravierende Unfälle verlief auch das Kursjahr 2012. Bei notabene 8400 Teilnehmertagen mit 2050 verschiedenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist das eine erfreuliche Bilanz. Erfreulich sind auch die Rückmeldungen über die Aktivitäten der Jugendorganisationen. 93 JO meldeten über 240 000 Teilnehmerstunden, beides ist ein leichter Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Die Aktion Rivella Climbing – Klettern macht Schule – war wieder markant mehr nachgefragt. Die Kletterwand stand während 27 Wochen in Schulhäusern in der ganzen Schweiz und wurde von den Schülern rege benutzt.

 

Die Anzahl Familien nimmt zu

Die Bemühungen, den SAC für Kinder und Jugendliche attraktiv zu machen, zeigen sich nicht nur bei der Aktion Rivella Climbing. Die Familienmitgliedschaften sind in den letzten vier Jahren um fast ein Drittel gewachsen – so stark wie keine andere Gruppe. Insgesamt zählte der SAC Ende letzten Jahres 138 583 Mitglieder. Ein Jahr zuvor waren es noch 135 449. Ähnlich erfreulich präsentiert sich die Erfolgsrechnung. Sie schloss mit einem Einnahmeüberschuss von 211 600 Franken ab. Grund dafür sind unter anderem die Mehreinnahmen bei den Mitgliederbeiträgen. Diese sorgen für eine solide Finanzierungsbasis. Mit den Einnahmen – vor allem aus dem Bücherverkauf, mit den Inseraten in der Zeitschrift «Die Alpen» und mit den Kursgebühren – verfügt der SAC über ein zweites, einigermassen stabiles, aber auch marktabhängiges Standbein. Auch die Sponsoringeinnahmen sind gestiegen.

 

Hohe Hütteninvestitionen

Weniger gut lief es, wie erwähnt, bei den SAC-Hütten. Hauptgrund dafür war das unbeständige Wetter (vgl. Bericht S. 46). Ungebrochenes Interesse löst dagegen der vom SAC und den Schweizer Hütten gemeinsam angebotene Hüttenwartkurs aus. 18 Teilnehmende absolvierten begeistert die fünf Ausbildungsmodule. Der Kurs 2013 war bereits im August ausgebucht, die Warteliste für den Kurs 2014 umfasst ebenfalls bereits mehr als drei Dutzend Interessierte. Seit 2009 haben damit über 70 Personen den Kurs absolviert, ein Viertel davon führt eine Hütte. Die im Hüttenbau und -unterhalt geplanten Investitionen erreichten 2012 eine Rekordhöhe: Mehr als 13,2 Millionen Franken wurden in die Erneuerung der baulichen Substanz investiert, ein markantes Hoch in Anbetracht der in den letzten fünf Jahren durchschnittlichen Aufwendungen von 6,1 Millionen Franken.

 

Freier Zugang und intensive Verhandlungen

Eine immer wichtigere Querschnittsfunktion übernimmt der Bereich Umwelt. Beispielsweise arbeitete das Team mit Verlag und Redaktion für die Naturverträglichkeitsprüfungen oder mit dem Bereich Hütten für die Prüfung der Hüttenbauprojekte eng zusammen. Auch die Jubiläumsprojekte wurden auf deren Natur- und Umweltverträglichkeit geprüft. Daneben beschäftigt die revidierte Jagdverordnung und somit die Thematik des freien Zugangs sehr stark die Fachstelle Natursport-Naturschutz. Die Revision trat im Juli 2012 in Kraft und führt zu deutlich höherem Druck gegenüber dem freien Zugang zur Gebirgswelt. Viele Kantone haben die Arbeiten zur Ausscheidung von Wildruhezonen in Angriff genommen. Leider ist es dabei noch nicht für alle selbstverständlich, den SAC als wichtigen Partner von Anfang an mit einzubeziehen. Es liegt daher auch an den Sek­tionen, in ihren Regionen die Augen offen zu halten und sich rechtzeitig in die politischen Prozesse einzubringen.

Die Kampagne «Respektiere deine Grenzen» hat aufgrund ihrer breiten Abstützung einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Im letzten Jahr wurde an der spezifischeren Ansprache der Skitourenfahrer gearbeitet, in Zukunft sollen gezielt auch die Freerider angegangen werden. Das Kartenportal www.respektiere-deine-grenzen.ch/karte wird laufend verbessert, und die Begriffe werden vereinheitlicht. Dies bewirkt eine verbesserte Rechtssicherheit der Skitourengeher und Schneeschuhläufer.

Daneben verfolgte der Bereich Umwelt Infrastruktur- und Erschliessungsprojekte in unerschlossenen alpinen Landschaften aufmerksam und wirkte in verschiedenen Projekten mit. Intensiv waren die Verhandlungen zu den Skiinfrastrukturanlagen Andermatt-Sedrun. Im Plangenehmig-ungsverfahren konnten bis Ende Jahr Eckpunkte einer Vereinbarung mit den Promotoren des Skigebiets und dem Kanton Uri festgelegt werden. Der SAC hat aktiv mitverhandelt und zur Lösungsfindung beigetragen.

 

Zeitschrift erreicht erneut mehr Leser

Ein wichtiges Kommunikationsmittel des SAC bleibt die Zeitschrift «Die Alpen». Sie steigerte die Auflage um 4% auf 105 159 Exemplare und erreichte mit 221 000 mehr als doppelt so viele Lesende. Sehr zufrieden scheinen auch die Inserenten zu sein. Während andere Medien teils kräftige Umsatzverluste hinnehmen mussten, gelang es der Zeitschrift im Jahr 2012 die Einnahmen knapp auf Vorjahresniveau zu halten. Dabei gab es gegenüber dem Vorjahr insgesamt 20 Seiten weniger Inserate. Erstmals in der Geschichte des SAC erschien die Zeitschrift auch auf Italienisch.

Der Verlag hingegen hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Wenig verkaufsfördernde Witterungsbedingungen und eine reduzierte Anzahl produzierter Titel führten zu einem Umsatzrückgang. Insgesamt umfasste das Angebot fünf Neuheiten, fünf veränderte und aktualisierte Neuauflagen und sechs Nachdrucke.

Mit fast sechs Monaten Verspätung wurde im April der neue Internetauftritt lanciert. Das Herz des neuen Auftritts sind der News-Teil und die neuen Gefässe «Aus der Bergwelt» und «Agenda». Die Anfangsprobleme des Log-ins konnten zwischenzeitlich behoben werden. Die Nutzung hat im Jahr 2012 um 2,5% zugenommen. Erfreulich sind die verstärkte Nutzung der französischen Seiten und die hohe Anzahl Klicks im News-Bereich.

 

Erfolgreiche Reorganisation

Einen fulminanten Neustart legte das Alpine Museum ALPS im vergangenen Jahr hin. Es wurde vom European Museum Forum für den europäischen Museumspreis 2013 nominiert. Die internationale Jury in Liverpool erachtete die Neukonzeption des traditionsreichen Museums und den mit vergleichsweise bescheidenen finanziellen Mitteln realisierten Umbau als vorbildhaft und auszeichnungswürdig. Dem stimmen anscheinend auch die Besucher zu: Mit den ersten beiden Ausstellungen «Berge versetzen» und «Intensivstationen» erreichte das ALPS bereits in den ersten neun Monaten mit gut 21 000 Besucherinnen und Besuchern einen neuen Rekord. Das entspricht einer Steigerung um rund 8000 Eintritte gegenüber den Vorjahren. Und mit der Jubiläumsausstellung «Helvetia Club» stehen die Chancen gut, dass auch im Jahr 2012 ein neuer Rekord aufgestellt werden kann.

Kompletter Jahresbericht

Den vollständigen Jahresbericht inklusive Jahresrechnung, Statistiken und Berichte über Aktivitäten und Projekte finden Sie auf www.sac-cas.ch → Service → Über uns.

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