Vorbeugen ist besser als heilen Safe Speleo – sicheres Höhlenforschen

Mit der Publikation der Broschüre «Safe Speleo – sicheres Höhlenforschen» ruft Speleo-Secours Schweiz einige einfache Regeln in Erinnerung, die dazu beitragen, Unfälle unter der Erdoberfläche zu vermeiden. Denn in Höhlen Leben retten, erweist sich immer als sehr schwierig.

Die Aussicht, neue Grotten und Höhlen in den Karstgebieten der Schweiz zu entdecken, wo noch zahlreiche versteckte Schätze zu finden sind, ist für alle Höhlenforscher äusserst attraktiv. Allerdings schliesst das Absteigen unter die Erde immer auch Risiken ein, die nicht unterschätzt werden dürfen – und dies trotz der Einseil-Technik, die für die Fortbewegung eine trügerische Leichtigkeit suggeriert. Zudem betrifft ein Unfall nie nur das Opfer, denn ein solcher kann auch schwer wiegende Konsequenzen für Begleiter und Retter haben. Zu den speziellen Bedingungen der Höhlen (Enge, Tiefe, grosse Entfernungen), die eine Rettung besonders schwierig gestalten, kommen die unwirtlichen atmosphärischen Verhältnisse (Kälte, Nässe) dazu, die das kleinste Malheur zu einem grossen Problem werden lassen.

Die Schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung legt nun eine Broschüre mit dem Titel SAFE SPELEO – sicheres Höhlenforschen 1 vor, die ein doppeltes Ziel verfolgt: sowohl die Anfänger unter den Höhlenforschern aufklären als auch die gestandenen Speläologen für die Gefahren sensibilisieren; sie wendet sich deshalb an Gruppen und an Einzelgänger. Sie ist nicht wie ein Handbuch gestaltet, sondern will die Speläologen dazu animieren, über die Folgen nachzudenken, die ihre Tätigkeit unter der Erdoberfläche für sie und die Retter haben kann.

Die elementarste Vorsichtsmassnahme ist der Verzicht auf ein Vorhaben, wenn die Wetterverhältnisse heikel sind. Ebenfalls wichtig ist, regelmässig zu essen und zu trinken, denn die Kälte und die Anstrengung erhöhen den Kalorienbedarf. Das Mittragen einer Überlebensdecke im Helm und der Einsatz der Lampen-flamme als Wärmequelle sind zwei Mittel, um gegen die Kälte zu kämpfen, wenn einmal die Wartezeit lang wird. Schliesslich ist jedem Höhlenforscher zu empfehlen, die am meisten vorkommenden ausserordentlichen Situationen zu üben und Lösungen zu trainieren.

Die speziell für Rettungsaktionen unter der Erde geschaffene Organisation Speleo-Secours Schweiz umfasst insgesamt fast 200 Rettungsleute, die in eine nationale Rettungskolonne und acht regionale Kolonnen aufgeteilt sind. Da das Beseitigen von Hindernissen zwischen dem Unfallort und dem Höhlenausgang mehrere Stunden dauern kann, besteht die erste Massnahme der Retter darin, das Opfer an der Unfallstelle zu stabilisieren, bis es an die Oberfläche transportiert werden kann.

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