W. A. B. Coolidge : Alpine studies

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In diesem XIII und 307 Seiten umfassenden, schön gedruckten und gut gebundenen Buche gibt uns der wohlbekannte Verfasser ( M. A. Oxon. und Hon. Philos. Dr. Bern .) eine Auswahl von 20 der zahlreichen auf die Alpen bezüglichen Artikel, welche er in den letzten 42 Jahren geschrieben hat. Drei davon ( „ Tschingel ", the name of Monte Rosa " und „ a driving tour through pastoral Switzerland 1905 " ) erscheinen hier zum ersten Male, während die übrigen 17 ursprünglich in englischer Sprache im „ Alpine Journal ", im „ Guardian ", im „ Pilot " oder im „ Yorkshire Rambiers'Club Journal ", in italienischer Sprache in der „ Rivista Mensile ", in deutscher Sprache in der „ Österreichischen Alpenzeitung ", in französischer Sprache in der „ Revue des Alpes Dauphinoises " oder dem „ Bulletin de la section des Alpes Maritimes C.A.F. " erschienen sind, nun aber in ihrem ( ursprünglichen ) englischen Gewande wieder abgedruckt werden. Diese 20 Artikel werden unter drei Gruppen geordnet. Die erste umfaßt unter dem Titel „ Climbing " zunächst fünf Aufsätze, erstlich die „ Erinnerungen an eine Reise in den Seealpen 1879 ", welche nach des Verfassers eigener Meinung vielleicht die wichtigste je von ihm gemachte Forschungsreise ist, sodann die Aufsätze: „ Der Distrikt von Chambeyron, der Monte Viso, die zweite Besteigung der Meije 1878 und die erste Ersteigung von Les Bans ", welche dem Lieblingsgebiet des Autors, den Dauphinéalpen, angehören. Es folgen vier auf winterliche Verhältnisse in den Alpen bezügliche Aufsätze, nämlich „ Wetterhorn und Jungfrau im Winter, Schreckhorn im Winter, Grindelwald im Januar, Februar in Grindelwalddie beiden ersten schildern drei von den frühesten Winterbesteigungen hoher Gipfel 1874 und 1879, die letzten beiden Eindrücke von Reisenden aus der Frühzeit des Grindelwalder Winterlebens 1888 und 1890. Es folgen zwei Aufsätze mit Erinnerungen an die Splügener Dolomiten 1892 und an die Tiroler Dolomiten 1876. Der Abschnitt „ Climbing " schließt mit einer Aufzählung der bergsteigerischen Taten des Hundes Tschingel, welcher, nachdem er seine alpine Karriere 1865 mit einem Aufstieg vom Majinggletscher zum Torrenthorn und mit einem Übergang über den Tschingelpaß von Kandersteg zur Steinbergalp eröffnet hatte, von 1868 weg im Gefolge Mr. Coolidges und seiner Tante Miss Brevoort eine erstaunliche Reihe von 30 Hochgipfeln und 36 Paßübergängen auf sein Register erwarb, beginnend mit dem Blümlis- alphorn und endigend mit dem höchsten Gipfel der Fußhörner bei Belalp 1876. Der zweite Teil des Buches, betitelt History of the Alps, beginnt mit der revidierten Auflage einer in der „ Rivista Mensile " 1911 erschienenen Skizze über die Geschichte des St. Theodulpasses, worin nicht nur über den Namen und Verkehr des Passes von den Römerzeiten bis 1855, sondern auch über berühmte Besucher des Passes in verschiedenen Jahrhunderten, namentlich im 18. und 19., und über das Wirtshaus auf der Paßhöhe authentische Auskunft gegeben wird. Auf nahem Gebiete bewegt sich auch die zweite, aus dem „ Alpine Journal " abgedruckte Abhandlung: Die frühesten Versuche auf den Monte Rosa von der Zermattseite 1848 —1854, in welcher einige schwierige Streitfragen alpiner Besteigungs- und Benennungsgeschichte gelöst werden. In gewissem Sinne eine Ergänzung dazu bildet die dritte Abhandlung „ über den Namen Monte Rosa ". Die Geschichte seiner Wandlungen wird verfolgt von dem „ M. Rosio " des Jahres 1584 bis zu der „ Dufourspitze " von 1863. Viertens wird in einem erweiterten Abdruck aus der „ Rivista Mensile " auch der Name des Matterhorns einer ähnlichen Kritik unterzogen, welche von 1581 —1846 reicht. Der dritte Teil des Buches wird von dem Verfasser als „ subalpin " bezeichnet. Wir stoßen darin auf die so gemütlich beschriebene Wagenreise von 1905 durch die hügeligen Gebiete der ostschweizerischen Kantone Zug, Schwyz, St. Gallen und Appenzell. In sehr munterem Tone berichtet endlich Mr. Coolidge in drei kleinen dem „ Pilot " entnommenen Artikeln: „ Eine schweizerische 50 Centimes-Pension ", „ Hinter Interlaken " und „ Ein schweizerisches Schwingfest ", über Erfahrungen und Erlebnisse in den oft größeren Zentren recht nahen und doch „ abgelegenen " Örtchen, die er nicht einmal alle verraten will, um sie nicht zu „ anglisieren ". Aus all den kleinen Szenen spricht ein gutes Verständnis für Land und Leute, das sich Mr. Coolidge in seinem nunmehr bald 20jährigen dauernden Aufenthalt in der Schweiz erworben hat. Die hübschen Vollbilder endlich, welche in einem besonderen Kommentar erklärt werden, erhöhen durch ihre ungewöhnlich interessanten Standpunkte und ihre feine Ausführung nach Originalaufnahmen von Sella und Donkin den Wert dieser neuesten literarischen Gabe des berühmten Verfassers.

Wir benutzen die Gelegenheit, um noch die eine oder andere einschlägige Studie dieses unermüdlichen Schriftstellers, die uns, außerhalb der noch zu besprechenden alpinen Zeitschriften, zu Gesicht gekommen ist, dankbar zu erwähnen. Es sind dies: The names of Zermatt, erschienen in der „ English Historical Review, Juli 1912. Ferner: „ Dans les Alpes Pennines; Histoire topographique de la Haute Valtelline entre 1820 et 1862 et Le Lyskamm dans l' histoire entre 1820 et 1861 ", erschienen im Bulletin n° 8 de la Société de la Flore Valdotaîne. Endlich: „ Les Cols de Glaciers des Alpes Dauphinoises dans l' histoire ", erschienen in der Revue des Alpes Dauphinoises 1911—1912. Wir machen dem Autor auch über diese unser aufrichtiges Kompliment.Redaktion.

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