Wahl des Verkehrsmittels beim Bergsteigen

Zum Beitrag « Die Reise zum Berg » ( ALPEN 2/98, S. 9 ) Ich finde es sehr lobenswert, wenn sich der SAC für den Umweltschutz und für eine intakte Natur einsetzt. Leider wurde im obgenannten Bericht sehr einseitig angeklagt. Ich versuchte schon einige Male, für meine Bergtouren die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen, sah mich jedoch aus den nachstehend dargelegten Gründen des öfteren genötigt, auf das Auto zurückzugreifen.

Leider bin ich noch lange nicht pensioniert und muss mich auf ein Wochenende, sprich 2 Tage, beschränken. Die Verbindungen in die Seitentäler sind selten rosig, und die Anfahrt vom Baselbiet in die Berge ist ein Hindernisrennen mit knappen Umsteigezeiten in den Hauptbahn-höfen und chronisch verspäteten Zügen ( Regionalzüge haben keine Priorität und müssen den internationalen Zügen Platz machen ). Bei der Talstation einer Seilbahn wurde uns schon die Bustür mit der Begründung vor der Nase geschlossen, dass keine stehenden Passagiere befördert werden dürfen und wir auf das nächste Postauto in einer Stunde warten sollen. Anmeldung war nicht Pflicht. Neulich planten wir ein Wochenende im Gurnigelbad. Der elektronische Fahrplan gab uns die gewünschte Busverbindung, mit dem üblichen Zusatz, dass wir die Plätze reservieren müssen. Zum Glück machten wir dies nicht sehr kurzfristig, denn es wurde uns mitgeteilt, dass es noch nicht si-chersei, ob der Bus bis nach Gurnigelbad fahre. Es hänge davon ab, wieviel Anmeldungen eingehen. Dies werde erst am Abend des Vortages bestimmt. Genau das gleiche Spiel ging bei der Retourfahrt wieder los. Wenn wir das Angebot des Hoteliers, uns mit seinem Auto zum nächsten öffentlichen Verkehrsmittel zu bringen, nicht gehabt hätten, hätten wir auch das Privatauto nehmen müssen. Zweitens hätte unser Bahnschalter geschlossen, bevor wir endgültig gewusst hätten, ob uns nun der Bus nach Gurnigelbad gebracht hätte oder nicht. Es lebe der öffentliche Verkehr...! Nun noch eine kleine Randbemerkung: ich halte es für eine Zumutung, mich als verschwitzter übelriechender Wanderer in einem vollgepfropften Wochenendzug un- ter andere Fahrgäste zu mischen. Im Auto habe ich immer die Möglichkeit, mich beim Parkplatz der durch-geschwitzten Kleider und der schweren Schuhe zu entledigen. Ich bin auch nicht generell fürs Auto, man sollte aber, bevor man entsprechende Aussagen macht, beide Seiten betrachten.

Heiner Salathe, Lausen

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