Walter Schmidkunz: Kochbuch für Bergsteiger

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Das ist ein sehr unterhaltendes Büchlein, denn der Autor würzt nicht nur seine Gerichte, sondern auch die gastronomische Lektüre mit Salz und Pfeffer. Humor ist eine edle Gabe, und der Verfasser besitzt sie reichlich. Er betont, daß in unserer bücherüberfluteten Zeit eine Anleitung für kochlustige Wanderer fehle, und konstatiert, daß beim Durchschnittstouristen nach fadem Teegebräu, dünner Suppe und steinharten Eiern es mit seiner Kunst zu Ende sei. Man muß dem Verfasser hierin gewiß recht geben und darf sicher dies und das von den Schmidkunzschen Rezepten naschen, ohne in den Ruf eines Sybariten zu kommen. Ihre Auswahl ist so reichlich, so „ voll neuer ungeahnter Perspektiven ", daß für jeden Geschmack, auch für jeden Rucksackinhalt gesorgt ist. Im besondern verwirft der Verfasser die schweren, unökonomischen Konserven, rät zu den federleichten Dörrgemüsen, schimpft gleichzeitig über die „ Gemüselosigkeit " des Wirtshauses und bringt als Protest eine lange Reihe von nahezu 50 Gemüsen und Mehlspeisen. Dann folgen die Frischfleischgerichte, auch die Getränke in stattlicher Anzahl und — last, not least — die süßen Speisen, deren Krone, das Gletscher-Vanille-Eis, man „ in den Schnee stellt oder in eine Gletscherspalte ( Vorsichtund rührt, bis man samt dem Eis steif gefroren ist. Zutaten: Fausthandschuhe ".

Es lohnt sich also wohl, das kleine Ding mit in den Rucksack zu stecken, und sollte es sich gar ereignen, daß man des Wetters wegen tagelang in Clubhütten herumliegen muß, so wird das Büchlein zu einer Fundgrube von im wahren Sinn des Wortes anregenden Gedanken.Hans Dübi ( Sektion Bern ).

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