Warum soll man Griffe bürsten?

Hobbykletternde putzen Griffe wenig, bei Profis jedoch ist das ein Teil ihrer Ethik – und es lohnt sich.

Manche Kletterer pflegen eine Hassliebe zum Magnesium. Was bleibt einem denn noch an Freiheit, wenn die Routen von unten bis oben mit Spuren des Vorgängers verunstaltet sind? Und wer hat es nicht schon erlebt, dass einzelne Griffe vom weissen Pulver regelrecht zugekleistert waren? Oder noch schlimmer: «Magnesium wird durch Feuchtigkeit in eine Art Seifenpaste umgewandelt», weiss Swiss Climbing-Chef Hanspeter Sigrist. Rutschige Griffe? Das ist wohl das Letzte, was sich Kletterer wünschen.

Hier kommt die Bürste ins Spiel. Ein ebenso ethisches wie praktisches Utensil im Dienste des uneigennützigen Kletterers und des Fairplay. Gebürstete Griffe haben schlicht mehr Grip. Bürsten sind auf Kunststoff wie auf Felsen nützlich, besonders da, wo der Regen nicht hinkommt. In der Halle schützt das Bürsten die Oberflächenstruktur der Griffe, was im Falle ­eines schweren Problems durchaus einen Unterschied machen kann. Allerdings verschleisst es die Griffe auch ein wenig, selbst synthetische. Deshalb eignen sich Bürsten mit natürlichem und dichtem Haar eher. So oder so: Bürsten lohnt sich.

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