Wenn der Vater mit dem Sohn. Von unterschiedlichen Wünschen und Vorstellungen.

Wenn der Vater mit dem Sohn

Berge besitzen in den Augen eines Kindes eine andere Verlockung als in der zielgerichteten Vorstellung von Erwachsenen. So kommt es, dass die Begehren unterschiedlich ausfallen – und trotzdem auf einen Nenner gebracht werden können.

Konkret ist der Weg von der Planura-zur Fridolinshütte für den Vater eine lustvolle Notwendigkeit, um dem Tag neue Perspektiven abzugewinnen. Dem Sohn hingegen genügen die Reize der nahen Umgebung: Warum weit wandern, wenn man überall und jederzeit spielen kann? Warum das Erreichte gleich wieder verlassen, wenn das Unmittelbare alles beinhaltet, was das Herz begehrt? Besser wäre es, zu verweilen, im Hier und Jetzt die Überraschung, die Fantasie spielen zu lassen. Solange die Schuhe über Altschnee gleiten, die Beine im staubigen Geröll bergab traben, das erste Grün, der versteckte Platz der Edelweisse erreicht sind, der rauschende Gletscherbach alles lebendig und vergnügt wirken lässt, geht alles gut. Erst die pralle Sonne in der ersten Gegensteigung lässt das Vergnügtsein erlahmen. « Ich mögä nümmä », klagt der Junge. Bis zur Fridolinshütte ist es aber noch weit, mühselig weit.

Werbendes und antreibendes Vorankommen in Eile mit Weile ist angesagt. Aufmunterung findet sich im Essen und Trinken – und im fortlaufenden Ge-schichtenerzählen. Fantasie als Antrieb Es sind die alten Geschichten, die der Zuhörer mittlerweile besser kennt als der Erzähler und die vom Jungen schonungslos richtig gestellt werden. Trotzdem führt der Vater den Sohn damit über die nächste Anhöhe; mit Geschichten, die er selbst nicht recht zu erzählen weiss. Von Zeit zu Zeit sind natürliche Gegebenheiten am Weg der Anstoss zu neuen, noch offenen und unverbrauchten Erzählungen.

Wir wandern über den öden, grauen Schuttkegel des Bergsturzes vom Tödi. Das Gelände ist übersät mit kantigem Geröll. Verschlungene Schlangenzeich-nungen schmücken wiederholt und

Sämis Dinosaurier erkundet die Umgebung beim Bifertengletscher.

Sämi erzählt die « Schlangen-sage » im Bergsturzgebiet.

In der « Röti » unter dem Tödi, zwischen Obersand und Ochsenstock. Der Weg führt durch das Bergsturzgelände von 1965.

Fo to s:

Feli x O rt lie b

Feedback