Wie die Schweizer Landeskarten nachgeführt werden

Die Schweizer Landeskarten werden grundsätzlich alle sechs Jahre überarbeitet. Von der Luftbildaufnahme bis zum Druck vergehen jeweils rund anderthalb Jahre.

Schritt 1: Luftbildaufnahme

Die Kartografen stützen sich beim Nachführen der Karten in erster Linie auf die Auswertung der Bilder des Flugdienstes von swisstopo. Jedes Jahr werden mit zwei Flugzeugen, die in Dübendorf stationiert sind, mehrere Tausend Luftbilder gemacht. Bei den Aufnahmen muss auf Verschiedenes Rücksicht genommen werden. Es darf nicht bewölkt sein, und die Vegetation sollte nicht zu üppig spriessen. Idealerweise liegt auch kein Schnee, damit zum Beispiel Gletscherspalten sichtbar sind. Ebenfalls beachtet werden muss der Schattenwurf: Je nach Topografie eignet sich nicht jede Jahres- und Tageszeit für Luftbilder.

Schritt 2: Luftbildauswertung

An einem speziellen Bildschirm und mit einer 3-D-Brille werden die Luftbilder in ein dreidimensionales Modell der Landschaft umgewandelt ( Fotogrammetrie ). Die neuen Daten werden mit der bestehenden Karte verglichen und Veränderungen erfasst.

Schritt 3: Datenerhebung im Gelände

Ausgerüstet mit sogenannten Tough-books gehen die Topografen von swisstopo vor Ort. Im Gelände erheben sie Daten, die die Luftbilder nicht liefern. Zum Beispiel den Verlauf von Waldwegen, Wanderrouten und Strassenklassen. Pro 25 000er-Karte wenden sie dafür durchschnittlich drei bis vier Wochen auf. Orts- und Flurnamen sind auf den Luftbildaufnahmen auch nicht zu sehen. Swisstopo erhält die entsprechenden Daten von den Kantonen, die die Namen in der amtlichen Vermessung erfassen.

Schritt 4: Kartennachführung

Aufgrund der neuen Daten aus den Luftbildern und den Erhebungen im Gelände führen die Kartografen die Karten nach. Sie zeichnen neue Strassen, Häuser und Felsen ein. Durchschnitt -lich 500 Arbeitsstunden werden in der Kartografie aufgewendet, um eine 25 000er-Karte à jour zu führen.

Schritt 5: Druck

swisstopo besitzt an ihrem Sitz in Wabern bei Bern eine eigene Druckerei, deren Spezialität der mehrfarbige, hoch-präzise Kartendruck ist. Die Karten werden auf ein Papier gedruckt, das speziell für swisstopo hergestellt wird. Es ist robust und lässt sich sehr oft falten, ohne entzwei zu gehen. a Andreas Minder, Zürich Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Schritt 5 Fotos: swisstopo/zvg Schritt 4 Foto: Alexandr a Rozkosny

Feedback