Zwei Ansichten zum SAC zwischen 1918 und 1938

Das gab es in dieser Zeitschrift auf diese Weise noch nie: Wir publizieren auf den folgenden Seiten zum gleichen Thema – zur Rolle des SAC zwischen den beiden Weltkriegen – zwei Artikel. Warum? Die Zeit von 1918 bis 1938 war eine Phase grosser Umwälzungen, extremer politischer Positionen und starker Spannungen. Stichworte sind Revolutionen im Deutschen Reich und in Russland, der blutig niedergeschlagene Landesstreik in der Schweiz, die goldenen 1920er-Jahre, die grosse Depression von 1928 und schliesslich der Aufstieg des Nationalsozialismus ab 1932. Die historischen Umbrüche hatten Auswirkungen auf die Schweiz und unweigerlich auch auf den SAC. Dessen Haltung in der Zwischenkriegszeit ist aber kaum aufbereitet.

 

Akten bei den Sektionen

Historiker stützen sich bei ihrer Arbeit primär auf Akten ab, etwa Protokolle, Briefe, Reglemente, usw.. Geht es um den SAC, stehen die Fachleute aber vor einem Problem: Der Grossteil der für den SAC relevanten Dokumente lagert verstreut in den Archiven der Sektionen. Die Akten, die sich im zentralen Archiv des SAC in der Burgerbibliothek befinden, sind lückenhaft. Damals wurde der SAC jeweils drei Jahre lang von einer Sektion geleitet. Beim Wechsel übergab die Vorgängersektion der neuen Leitung nur das in ihren Augen Wichtigste. Viele Dokumente verblieben bei den Sektionen oder wurden gar vernichtet.

 

Zwei Versionen der Geschichte

Lücken in den Archiven können Historiker überbrücken, indem sie sich zusätzlich auf Literatur wie «Die Alpen» oder andere Forschungsarbeiten stützen. Unsere beiden Autoren, die Historiker Jürg Stüssi-Lauterburg und Andreas Thürer, haben sich in ihren früheren Forschungen intensiv mit der Epoche auseinandergesetzt. Wir haben sie daher eingeladen, sich zum SAC zu äussern. Die beiden Autoren zeichnen je ein anderes Bild der Ära, zwei sich in Teilen gar widersprechende Blickwinkel auf diese Zeit des SAC. Wir präsentieren beide Versionen und wollen damit einen Prozess anstossen, der im dialektischen Sinn am Ende zu einem Bild führt, das der Wahrheit am nächsten kommt.

Akten gesucht!

Der SAC sucht Briefe, Akten und Protokolle der Central Comitees aus der Zeit von 1918 bis 1945, die das lückenhafte Bild über den SAC vervollständigen können. Dokumente können jederzeit an Thomas Schmid, Burgerbibliothek Bern, Münstergasse 63, 3000 Bern 8, eingesandt werden. Er erteilt auch gern weitere Auskünfte unter thomas.schmid@burgerbib.ch.

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