Alfred Oberli, 1916–2005. Ehrenmitglied des Zentralverbandes

Alfred Oberli, 1916–2005

SAC-Ehrenmitglied Alfred Oberli hat es wie kein Zweiter verstanden, die Landschaft und besonders die Felsgebiete mit feinen Strichen in der Ansicht oder im Grundriss darzustellen. Nun ist er Mitte Februar für immer eingeschlafen.

Geboren in einem Seitental des Toggenburgs, an der Kantonsgrenze zu Appenzell, kam Alfred « Fred » Oberli als 17-Jäh-riger nach Bern, um die Lehre als Kupferstecher bei der Landestopografie zu absolvieren. Bern war für ihn eine andere Welt, hatte er doch bis zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Telefon gesehen. Doch bald fand er Anschluss an eine Jugendgruppe, lernte Skifahren, trat 1939 in die SAC-Sektion Bern ein und half 20 Jahre lang in der JO mit. Berühmt war er für seine Touren und insbesondere für seine Abfahrten mit den 140 cm langen Sommerski. So befuhr er schon damals die Nordflanke der Bürglen. Eine ganze Generation von Bergsteigern profitierte direkt von seinen Kenntnissen! Fred Oberli unternahm bis ins Frühjahr 1998 Skitouren in den Berner Voralpen.

In seinem Beruf gab es 1953 eine einschneidende Änderung: Die Originale für die neuen Landeskarten 1:25 000 wurden damals neu auf Glasplatten graviert. Fred betrieb den Kupferstich aber weiterhin als intensives Hobby – und erhielt dafür 1985 den Paul-Haupt-Preis. Mit seinen kleinen und grösseren Stichen – und auch mit den Zeichnungen – bereitete er vielen Freude. Daneben begann er schon früh mit dem Sammeln von Karten und entwi- ckelte sich zum eigentlichen Experten für Herstellung und Druck von Dufour- und Siegfriedkarten. Über 30 000 Karten kamen so zusammen, die dazugehörigen Details fein säuberlich notiert. Vor fünf Jahren übergab er seine Sammlung dem Kartenarchiv der Landestopografie, wo sie jetzt über einen elektronischen Katalog zugänglich ist. Ab 1949 zeichnete Fred Oberli auch Topos für SAC-Führer. Dank seinem phänomenalen Gespür für die Strukturen der Berge, Wände, Grate erwachten die naturgegebenen Formen zu plastischem Leben, entsprechend informativ waren die darin eingezeichneten Routen-verläufe. Während 40 Jahren entstanden rund 500 dieser kleinen Kunstwerke. Dafür verlieh ihm die Sektion Bern 1976 die Ehrenmitgliedschaft, und 1999 wählten ihn die Abgeordneten zum Ehrenmitglied des SAC. Damit fand ein stiller Schaffer die gebührende Anerkennung. a Mar tin Gur tner, Wichtrach Kupferstecher und Kartensammler Alfred Oberli, 1916–2005 Gletscherhorn. Routenskizze aus dem SAC-Alpinführer Berner Alpen 4, mit der Signatur von A. Oberli unten rechts Foto: swisstopo

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