Alpen retour. Aktive SAC-Sektionen

Repräsentative Umfragen Vom Bundesamt für Raumentwicklung und vom Bundesamt für Statistik werden seit 1974 alle fünf Jahre statistische Erhebungen zum Verkehrsverhalten in der Schweiz durchgeführt, letztmals im Jahr 2000. Dazu wird jeweils ein repräsentativer Anteil der Bevölkerung befragt. Die für den Bergsport wichtigen Daten sind in dieser statistischen Repräsentativ-erhebung ( Mikrozensus ) 2 zum Verkehrsverhalten der Schweizer Bevölkerung enthalten.

1 Vgl. auch Internetseite www.energie-schweiz.ch 2 Literatur: Mobilität in der Schweiz. Ergebnisse des Mikrozensus 2000, Bundesamt für Raumentwicklung

Bei der Aufteilung der Mobilität nach den verschiedenen Aktivitäten wird ersichtlich, dass das Verkehrsaufkommen für Freizeit sowohl in Bezug auf zurückgelegte Tagesdistanzen wie auch in Bezug auf die Anzahl Wege und die im Verkehr verbrachte Zeit beträchtliche Dimensionen erreicht. Eine ergänzende Befragung zeigt, dass die Freizeitmobilität an den Wochenenden ca. 50% über jener während der Woche liegt. Eine weitere Unterscheidung der Freizeit nach verschiedenen Aktivitäten ergibt, dass 10% aller « Freizeitwege » für die Ausübung von aktivem Sport zurückgelegt werden.

Verschiedene Transportmittel Bei der Frage nach der Wahl der verschiedenen Verkehrsmittel im Freizeitverkehr, dem sog. Modalsplit, kann grob zwischen Langsamverkehr LV ( zu Fuss, Velo ), motorisiertem Individualverkehr MIV ( Auto, Motorrad, Mofa ) und öffentlichem Verkehr öV ( Bahn, Bus, Tram ) unterschieden werden. Dabei sind die grössten Tagesdistanzen mit beinahe 70% dem MIV zuzuordnen, nicht überraschend hingegen – und « naturgege-ben » – jene des Langsamverkehrs mit knapp 10% eher kurz. Für beide Modi treffen aber ähnliche Unterwegszeiten zu. Beim öV sind sowohl Distanzen wie auch Unterwegszeiten in der Freizeit vergleichsweise deutlich geringer als beim MIV.

Gestiegene Mobilität Die repräsentative Umfrage hat auch die Entwicklungen der Mobilität von 1984 bis 2000 untersucht. Für den Freizeitverkehr hat sich dabei eine Steigerung bei den Tagesdistanzen von fast 40% und bei den Wegzeiten von fast 100% ergeben. Es ist anzunehmen, dass dabei ein wesentlicher Anteil auf den MIV entfällt. Es ist zu hoffen, dass die Kampagne « Alpen retour » des SAC im Bereich Bergsport einen genügenden Anreiz zur Benützung des öV und somit einen Beitrag zur Schonung der Umwelt bietet. a

Peter Cunz, Chef der Sektion Wirtschaft im Bundesamt für Energie

Alpen retour

Aktive SAC-Sektionen

Rund 60 Sektionen beteiligen sich an der SAC-Mobilitätskampagne « Alpen retour ». Mit verschiedenen Massnahmen versuchen sie, bei den Sektionstouren vermehrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ( öV ) anzureisen. Stellvertretend wird hier über die Aktivitäten von drei Sektionen berichtet. 1

Die Sektion La Dôle gehört zu den Pionieren der Kampagne.. " " .Vorbildlich ist sie vor allem in der Mitgliederinformation: Im Sektionsbulletin wurde « Alpen retour » vorgestellt und später mit weiteren Artikeln unterstützt. Für die Tourenleiter wurde ein Informationsblatt kreiert und mit « mise en train » eine Abendveranstaltung organisiert. Wichtig war vor allem das Aufzeigen von Beispielen für geeignete Touren mit Anreise in öffentlichen Verkehrsmitteln. Der « Alpen-retour-Motor » der Sektion ist ihr unermüdlicher Umweltbeauftragter Pierre Strauss.

Auf öV umgestiegen Bei der SAC-Sektion Prättigau ist Tourenchef Michael Balzer für « Alpen retour » verantwortlich. Als erste Massnahme hat der Sektionsvorstand die bisher ausbezahlten Benzingelder gestri-

1 Umfassende Informationen finden sich im Internet unter www.alpenretour.ch.

Verkehrsaufkommen pro Person und Tag ( Mikrozensus 2000 )

Wegzweck Anzahl Wege Tagesdistanz Unterwegszeit Arbeit 0,8 23,. " " .3% 8,8 km 23,. " " .7% 16 Min. 18,. " " .9% Ausbildung 0,3 8,4% 1,6 km 4,3% 5,1 Min. 6,0% Einkauf 0,7 19,. " " .1% 4,0 km 10,. " " .8% 10,. " " .7 Min. 12,. " " .7% Freizeit 1,4 39,. " " .5% 16,. " " .3 km 43,. " " .9% 41,. " " .3 Min. 48,. " " .9% Service- und Begleitwege 0,2 4,8% 1,7 km 4,6% 2,9 Min. 3,4% geschäftliche Tätigkeit, 0,1 3,8% 3 km 8,1% 4,9 Min. 5,8% Dienstfahrt Unbestimmt 0,1 1,0% 1,7 km 4,6% 3,6 Min. 4,3% Total 3,6 100% 37,. " " .1 km 100% 84,. " " .5 Min. 100%

Von Hütten und Biwaks

Rifugi e bivacchi

Cabanes et bivouacs

chen. Die ganze Sektion wurde über das Info-Bulletin sowie an der Jahresversammlung über « Alpen retour » informiert. Die Tourenleiter wurden zudem an ihrer jährlichen Tourenplanungssit-zung motiviert, öV miteinzubeziehen. Eine wichtige Rolle spielen auch die persönlichen Kontakte des Tourenchefs zu den Tourenleitern. So konnte er Tourenleiter Köbi Joos überzeugen, für die Wochenendtour ins Safiental die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, was für die Teilnehmer zu einem Erlebnis mit besonders guter Stimmung wurde. Die von den Prättigauern angestrebte Steigerung des öV-Anteils von 24% auf 43% wurde in der Wintersaison mit 67% bei weitem übertroffen. Die Sektion Prättigau zeigt damit eindrücklich, dass die Benützung der öV für Bergtouren nicht nur von den Städten des Mittellandes aus möglich ist. öV-Kilometer gesammelt Die SAC-Sektion Brandis hat mit Kathrin Glauser ebenfalls eine sehr aktive Verantwortliche für « Alpen retour ». Sie informierte die Sektionsmitglieder über verschiedene Kanäle und führte die Sektion auf die vorderen Ränge der öV-Kilometer-sammelnden Sektionen. Wichtig war dabei die Mobilitätsberatung durch einen öV-erfahrenen Bergführer und eine Diskussion mit den Wintertourenleitern. Die Reise zum grossen Sektionshappening in der Carschinahütte bei St. Antönien findet ebenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt. a

Jöri Schwärzel, Projektbeauftragter « Alpen retour » Tourenziel mit öV-Anreise: Blick auf den Ringelspitz vom Couloir-Ausstieg aus Im Aufstieg zum Ringelspitz unterhalb des Moorchopfs Neuschneewirbel auf dem Taminsergletscher Fo to s: M ic ha el Ba lz er

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