Annapurna – Expeditionen in die Todeszone

Auf dem Titelfoto starren wir in die schwarze Augenhöhle eines toten Bergsteigers. Autor Reinhold Messner vermutet, dass die Annapurna der tödlichste Achttausender sei. Auf weniger als drei erfolgreiche Besteigungen kommt ein Todesfall. Zum Glück konzentriert sich das kleine Sachbuch dann aber mehr aufs Überleben als aufs Sterben. Schwerpunkt bildet die Erstbesteigung durch die Franzosen Lachenal und den Expeditionsleiter Herzog. Es ist die erste Besteigung eines Achttausenders überhaupt. Eine Geschichte, so packend, dass uns fast 60 Jahre später noch die Zähne klappern.

Leider unterbricht Messner die spannende Geschichte immer wieder mit an-waltschaftlichen Anmerkungen zur Verteidigung des französischen Gipfelerfolges. Anmerkungen, die irritieren. Denn sie setzen ein Wissen voraus, das sich dem Leser erst zu einem späteren Zeitpunkt der Lektüre erschliesst.

Der zweite Teil des Büchleins beschreibt weitere historische Ereignisse an der Annapurna. So zum Beispiel die Erstbegehung der Südwand durch eine britische Expedition, die erste Überschreitung der drei Hauptgipfel durch die Schweizer Seilschaft Loretan/Joos und natürlich auch die herausragende Leistung des Autors selbst, der zusammen mit Hans Kammerlander als Erster die abweisende Nordwestwand durchstieg.

Bei Reinhold Messners Buch handelt es sich um eine Neuauflage im handlichen Taschenbuchformat. Es ist das einzige der zahlreichen Annapurnabücher, das so viele Expeditionen und die Erstbesteigungsgeschichte so ausführlich in deutscher Sprache beschreibt.

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