Ansichten vom Berg. Ein Motiv im Wandel der Zeit

Ansichten vom Berg

Die Wanderausstellung « Ansichten vom Berg – der Wandel eines Motivs in der Druckgrafik vom 15. Jahrhundert bis heute » kommt in die Schweiz.. " " .B.is 31. August 2003 sind im Schloss Spiez achtzig grafische Blätter aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Österreich und der Schweiz zu bewundern.

Bis zu den Anfängen der Druckgrafik – d.h. bis ins 15. Jahrhundert – reichen die ausgestellten Grafiken zurück. Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig das Interesse am Thema Gebirge war, aber auch wie unterschiedlich die Berge von den Künstlern dargestellt und wahrgenommen wurden.

Von Albrecht Dürer bis Erich Heckel In den Grafiken von Dürer findet man bereits realistische Ansichten vom Gebirge – meist allerdings nur als Hinter-grundkulisse. 200 Jahre später wird Merian, bekannt für seine topografisch genauen Stadtveduten, ebenfalls Berge darstellen. Sie wirken jedoch oft bizarr und fremdartig.

Erst im 18. Jahrhundert beginnt man sich für die Natur zu interessieren: Es entstehen Landschaftsbilder, in denen auch die Gebirgswelt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Entscheidend für die Entwicklung von Gebirgsdarstellungen ist auch die Entwicklung des Tourismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Gebirgsansichten werden zur Massenware und billig an Reisende verkauft. Zugleich wird der Berg von den Romantikern als Ort des Göttlichen gepriesen, während die Wissenschaftler vor allem um realistische Darstellungen zu Forschungszwecken bemüht sind. Künstler des 2O. Jahrhunderts wie etwa Erich Heckel ersetzen das naturalistische Bergbild durch expressive und neusachliche Ansichten. Ein gelungener Überblick Die gesamte Entwicklung des Gebirgs-verständnisses kommt in den ausgestellten Grafiken treffend zum Ausdruck. Damit der Besucher einen besseren Zugang zu den unterschiedlichen Werken findet, sind diese nach Themen geordnet wie etwa Höhlen, Wasserfälle, Hügel, der Berg als Ort der Sage usw. Nicht nur der ästhetische und teilweise auch künstlerische Wert der Exponate machen einen Besuch der Ausstellung lohnenswert. Von besonderem Interesse ist auch der wissenschaftliche Aspekt. Darüber hinaus gibt es einiges zum Schmunzeln. a

gem. Mtlg.

Im 19. Jahrhundert werden Berge oft mit politischen Ereignissen und Entwicklungen verbunden. Die Lithografie 1848 von Franz Hanfstaengl veranschaulicht den damals herrschenden Freiheitsgedanken und Patriotismus.

Ein Teil der Ausstellung ist den Illustrationen von Reiseliteratur gewidmet. Ebenfalls von Carl Ullrich ist die Farblitho-grafie Meine Überschreitung der Gletscher von Buissons und Tacconay in der Nähe der Grands Mulets-Felsen, 1859/60. Die Grafiken dienen der Illustration von Reiseberichten: so zum Beispiel die Farblitho-grafie von Carl Ullrich Die Calotte des Mont-Blanc nebst der Mur de la Côte und den zunächst liegenden Eismassen in der Morgenalpengluht, die aus dem Buch von Wilhelm Pitschner Der Mont-Blanc. Darstellung einer Besteigung desselben am 31. Juli, 1. und 2. August 1859, stammt.

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Ansichten vom Berg

Der Wandel eines Motivs in der Druckgrafik vom 15. Jahrhundert bis heute Dauer: vom 1O. Mai bis 31. August Ort: Schloss Spiez Öffnungszeiten: Di–So 10 bis 17 Uhr, Mo 14 bis 17 Uhr; Juli und August bis 18 Uhr Führungen: 21. Juni, 14 Uhr; 13. Juli, 11 Uhr; 31. August, 11 Uhr, Spezialführungen nach Vereinbarung, Tel.: 033 654 15 06

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