Autrans, das «bewegte» Festival.

Vom 8. bis 12. Dezember 1999 fand das 16. Festival international du film Montagne et Aventure (Internationales Berg- und Abenteuerfilmfestival) in der französischen Langlaufhochburg Autrans im Herzen des Vercors statt.

Die Spielfilm-Jury, präsidiert vom Eiskletterer Rémy Julienne, vergab den Grossen Preis dem prachtvollen Werk Himalaya - L' Enfance d' un Chef des Regisseurs Eric Valli. Der Film wurde in Autrans in einer nationalen Vorpremiere gezeigt. Bei den Dokumentarfilmen gewann Annapurna, Histoire d' une Légende von Bernard Georges (France), während Tragedy of Tsampo von Simon Boyce (USA) den Preis in der Kategorie Forschung und Erkundung davontrug. Doch auch die anderen Regionen der Welt, in denen Abenteuerreisende unterwegs sind, gingen nicht leer aus: Mit Freude sah man sich Premier de Cordée von Niermans und Hiroz an, der bereits am FIFAD von Les Diablerets ausgezeichnet worden war und in Autrans den TV-Dokumentarfilmpreis erhielt. Die Schauspielerin Marion Cotillard gewann eine Spezialerwäh-nung für ihre Leistung im Film von Francis Reusser La Guerre dans le Haut Pays. Sandro Gastinelli erhielt den Preis für Nachwuchsregisseure mit Mari, Monti e... Gettoni d' Oro. Aus mehr als 150 eingesandten Filmen wurden 40 Dokumentarfilme und acht Spielfilme ( Kino und Fernsehen ) ausgewählt. 13 Einsendungen wurden ausgezeichnet.

Das Festival bestand nicht nur aus Filmvorführungen und dem Abstecher nach Grenoble. Der bekannte Treffpunkt Autrans lud seine Gäste zu einer Kunstausstellung, zu einem Konzert mit barocker Musik und zu einer Reise mit den neuen Gondeln der Seilbahn Bastille oberhalb von Grenoble ein.

Das Festival ermöglicht seinen Zuschauern zudem viele Kontakte mit Persönlichkeiten: Catherine Destivelle, Ignazio Piussi, Bernard Girau-deau, Pierre-Antoine Hiroz, Roger Canac. Alpinisten, Filmer, Künstler, Schriftsteller trafen sich zum kulturellen Stelldichein in Autrans. Frucht-bare Gespräche vertieften die Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Bergfilmfestivals: Der Einladung von Mireille Chiocca, der Direktorin und Seele des Festivals von Autrans, waren Bernadette McDonald von Banff in Kanada, Antonio Cembran von Trento, Valeriana Rosso von Cervinia, Pierre Simoni von Les Diablerets-vier Filmfestival-Direktoren und Direktorinnen - gefolgt.

Die 16. Austragung des Festivals zeigte den besonderen Charakter der Veranstaltung in Autrans auf: Ihr Geist, ihr Zugang zu den Bergen verleihen ihr einen speziellen Platz. Maurice Baquet, Kabarettist, Alpinist und Musiker, schrieb schon vor langer Zeit: «Den Bergen und der Musik ist gemeinsam, dass sie ein sinnliches Vergnügen auslösen. Es sind vergleichsweise persönliche und unschätzbare Freuden, mit den Händen einen Felsriss zu fassen oder einen harmonischen Akkord zu spielen...» Und Roger Canac fügt an: «Die Berge sind der Ort, wo man gegen die Gipfel zustrebt, eine Welt, in der man nicht <halb> unterwegs sein kann, sondern mit beiden Füssen und gemeinsam mit den dort lebenden Menschen eintauchen muss. Die Berge hat man nie fertig erkundet, es gibt immer eine vergessene Ecke! Aber es ist schwierig - wie bei einer Liebesgeschichte -, darüber zu reden. Man muss auch schweigen können, um die Berge anzuschauen und mit dem Herzen zu spüren.»

Das ist Autrans: Über die Filme, vor allem aber über die Kontakte mit verschiedenen Menschen, die Berge anschauen und sie mit dem Herzen spüren!

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