Bergbild und Geistige Landesverteidigung.

Die visuelle Inszenierung der Alpen im massenmedialen Ensemble der modernen Schweiz. Chronos Verlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-0340-0975-1. Fr.78.–

Da dürften Clubisten, wie sich die SAC-Mitglieder einst nannten, zugestimmt haben: « I de Flüehne isch mys Läbe, und im Tal tuen i kei guet !» Diesen Spruch setzte die « Schweizerische Illustrierte Zeitung » ( SIZ ) am 17.. " " .August 1932 aufs Titelbild, zusammen mit dem Foto eines Kletterers, der mutig einen sehr ausgesetzten Felsturm erklettert. Und dort oben offenbar sein Leben findet, während die Mehrheit der Schweizer – und der Leser – im Tal unten lebte, leben musste, und von einem Ausflug in die Vertikale bloss träumen konnte. Oder auch nicht. Für seine Dissertation an der Universität Zürich hat Dominik Schnetzer alle 1415 Nummern der SIZ zwischen 1911 und 1938 systematisch ausgewertet, nebst andern Zeitschriften. Zudem hat er sich intensiv mit dem aufkommenden Bergfilm beschäftigt. Entstanden ist ein über 400-seitiges Werk, das einen bisher wenig bekannten, kulturell-politischen Aspekt der Schweiz bis zur obersten Bergspitze beleuchtet. Das Ganze liest sich nicht wie ein Bergroman von Johannes Jegerlehner ( der übrigens auch seinen Auftritt hat ). Ausschnitt aus dem Klappentext: « Nach 1900 erfolgte der erste pictorial turn des 2O.. " " .Jahrhunderts, ein Visualisierungsschub, der durch Medientechniken wie Autotypie, Kinematografie und Rotationsdruckverfahren möglich wurde und in eine eigentliche Bildkonjunktur überging. » Erholen von den intellektuellen Höhenflügen können sich die Leser aber mit Zitaten aus der SIZ, zum Beispiel vom 17.. " " .August 1932: « Die Berge vermögen den vertrocknetsten Bürolisten in einen angriffigen Siegfried, in einen Adler umzuhexen. Sie verleihen dem nichtigsten Schreibmaschinenhühnchen Tauben- bis Elsternflügel und verwandeln den in sich verkrochensten stadthöhlenbewohnenden Kauz im Hui in einen fröhlichen Kiebitz. »

Feedback