Berge im Kopf. Robert Macfarlane

AS Verlag, Zürich 2005; ISBN 3-909111-15-7. Fr. 29.80 « Der Everest hat die steilsten Grate und die furchtbarsten Abgründe, die ich je gesehen habe », schrieb 1921 George zu erforschen. Mit dieser Ansicht kam Agassiz der stark vom christlichen Glauben geprägten amerikanischen Leserschaft sehr entgegen, vermochte sich aber in Forscherkreisen nicht durchzusetzen. Bis zu seinem Tod am 14. Dezember 1873 blieb Agassiz seiner neuen Heimat treu und lehnte 1854 sogar die Berufung an die eben gegründete ETH in Zürich ab. Ein schlichter Granitblock vom Unteraargletscher auf dem Grab in Cambridge erinnert an den grossen Wissenschafter aus Neuenburg. a Peter Stettler, Münsingen

Literatur

MarcAntoine Kaeser: Un savant séducteur. Louis Agassiz ( 1807–1873 ), prophète de la science, Editions de l' Aire, Vevey 2007 Edmund Blair Bolles: Wie ein Professor, ein Politiker und ein Dichter das ewige Eis entdeckten, Fischer Taschenbuch 2003, nach der amerikanischen Originalausgabe von 1999 Jean-Paul Schaer: « Louis Agassiz », in: Biographies Neuchâteloises, tome 2, 1998, S. 9–16/dersel-be in: Histoire de l' Université de Neuchâtel, tome 1, 1988, S. 169–188 ALPEN 1973, S. 243–245, 2/1988, S. 116–119, und 3/1988, S. 266–291 Die aus Anlass des 10O. Todestages publizierten Vorträge vor der Schweiz. Naturforschenden Gesellschaft Lugano, in: Denkschriften Bd. 89 ( 1973 ) Edward Lurie: Louis Agassiz. A Life in Science, Chicago 1960 Gletscherschliff bei Le Landeron oberhalb des Bielersees, gezeichnet von Joseph Bettannier in einer Lithografie von Hercules Nicolet Der ältere Louis Agassiz als Professor in den USA um 1870 Der Geologenhammer von Louis Agassiz, eines seiner wichtigsten Arbeitsinstrumente Zu Ehren des Forschers ist auch in seiner Wahlheimat ein Berg benannt: Mt. Agassiz mit Palisade Glacier in der kalifornischen Sierra Ar chiv: Muséum d' histoir e natur elle Neuchâtel/Alain Germond/zvg Foto: Ar chiv es de l' Etat de Neuchâtel Foto: Muséum d' histoire naturelle Neuchâtel/Alain Germond Foto: Daniel Anker

Verschiedenes

Diversi

Divers

Mallory seiner Frau Ruth im engen Zelt nach einem mühsamen Tag auf seiner ersten Expedition zum höchsten Berg der Erde. « Liebling – ich kann dir nicht beschreiben, wie sehr er von mir Besitz ergriffen hat », fuhr er fort. Drei Jahre später blieb er für immer oben am Dach der Welt. Wohl alle Alpinisten stellten sich schon die Frage, weshalb es sie trotz Mühsal und Gefahren immer wieder auf die Berge zieht. In einer abwechslungsreichen Kombination von Alpin-, Wissen-schafts- und Kulturgeschichte spürt der schottische Autor Robert Macfarlane den Gründen nach, die er seinem eigenen Erleben gegenüberstellt. Er ist nicht der erste, der nach einer Antwort sucht. Die kürzeste bleibt wohl jene von Mallory, die er einer Reporterin auf ihre Frage gab, warum er den Everest besteigen wolle: « Because it's there » – « Weil er dort ist ». Macfarlane hat aber keine Geschichte des Bergsteigens geschrieben, sondern eine Geschichte der Vorstellungen, der « Berge im Kopf » eben. Der Autor hat vor allem die englischsprachige Literatur verarbeitet. Die Engländer waren aber auch bei den Ersten, die die Berge anders wahrzunehmen begannen. Berge im Kopf – Mountains of the Mind war in England ein ( berg)literarisches Ereignis. Die deutsche Übersetzung kann leider nicht immer ganz mithalten beim schwierigen Gang, aber immer wieder stolpert man über so schöne Sätze wie: « Mitten im Gewühl der Stadt konnte man sich allein fühlen, auf einem Berggipfel hingegen fand man Einsamkeit. » Daniel Anker, Bern Silbernagel Daniel, Blum Christoph

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