«Bergsteigermaler» Ernst Platz

Ende 1997 hat eine Ausstellung im « Alpinen Museum » des Deutschen Alpenvereins ( DAV ) zu München an Ernst Platz, einen längst vergessenen Hochgebirgsmaler der Jahrhundertwende, erinnert. Da dieser auch in den Schweizer Alpen, im Montblanc-Gebiet und im Dauphiné unterwegs war und mit seinem vielfältigen Schaffen im deutschen Sprachraum wesentlich zur Popularisierung des Bergsteigens beitrug, sollen ein paar seiner Aktivitätsschwerpunkte vorgestellt werden.

Verbindung von Bergsteigen und Künstlertum Ernst Platz ist ein interessantes Beispiel jener sogenannten Bergsteigermaler, die um 1900 im Umkreis des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins ihre Leidenschaft für das Bergsteigen wie für ihr Künstlertum gleichermassen realisieren und zum Lebensberuf verbinden konnten. Möglich war dies vor allem durch den steigenden Illustrationsbe-darf der Zeitschriften.

Frei von den vielen zu dieser Zeit aufbrechenden Richtungen der allgemeinen Kunstentwicklung widmeten sie ihr Schaffen ganz einem naturalistischen Realismus. Die Kunstgeschichte registriert ihre Leistung kaum. Für den noch jungen Alpinismus trug der Reiz ihrer Hochgebirgs-bilder jedoch eine Woge der Alpenbegeisterung in breite Kreise des deutschen und österreichischen Bil-dungsbürgertums. In der Tat dürfte ihr Wirken einen kaum zu unterschätzenden Einfluss auf die Wandlung des Alpinismus zur Modeerscheinung ausgeübt haben.

Der bekannteste unter diesen « Bergsteigermalern » war wohl E. T. Compton. Ernst Platz stand und steht in seinem Schatten. Dennoch nimmt der aus einer Karlsruher Bergsteigerfamilie stammende Künstler in der Rückschau einen eigenständigen Rang ein.

Crast'Aguzza von der Bellavista-Terrasse. Lithographie von Ernst Platz, 1910 ( Privatbesitz )'Zu beziehen bei der Geschäftsstelle des SBV ( Kanzleistr. 127, 8004 Zürich, Tel. 01/2914933, Fax 2914978 ) Vermittler alpiner Erlebnisse und alpinistischen Geschehens Unbeeindruckt von der damals herrschenden Stilvielfalt entwickelte sich Ernst Platz zunächst zu einem Landschaftsmaler von gleichsam topographischer Schauweise.

Pathetik, Theatralik oder roman-tisch-sentimentale Darstellung lag ihm ebenso fern wie Symbolik. Er war kein Maler-Dichter. Sachlichkeit und Können standen ganz im Dienste der topographischen Treue.

Als Meister figürlicher Grafik galt sein Interesse zunehmend dem Alpinisten in seinem Handlungsumfeld. Er schuf gleichsam Momentaufnahmen aus dem Bergsteigerleben, hielt Alpinisten in ihren Bewegungsabläufen fest. Durch ihn wurde Kunst zum Bildbericht vom Alpinismus, zur Dokumentation alpiner Technik und Ausrüstung.

Als Ausbeute seiner ausseralpinen Fahrten ( insbesondere zum Kilimandscharo und in den Kaukasus ) brachte er wohl als einer der ersten Bilder von künstlerischem Wert nach Hause. Bedeutungsvoller dürfte jedoch seine Wirkung in den grossen « Illustrierten » gewesen sein. In solchen weit verbreiteten Blättern vermittelte er einem breiten Publikum alpine Erlebnisse und alpinistisches Geschehen im Bild.

Er gestaltete Bergbücher und illustrierte Lehrschriften für Bergsteiger, karikierte trefflich und entwarf überdies wohl erstmals alpine Gebrauchsgrafik mit Alpinistenabbild als Werbung für Ausrüstung, Bergsteigermo-de, Schutzhütten und alpin-touristi-sche Orte. Ernst Platz war der erste wirkliche Künstler, der den Alpinisten bei der Arbeit zeigt.

Peter Grimm, D-Starnberg Im Khumbu-Eisbruch beim Aufstieg zum Mount Everest Nächtliche Mondschein-stimmung im Biwak am Fuss des Khumbu-Eisfalls 1953 an ihm versucht. Welche Risiken dabei eingegangen werden, zeigte sich am 1O. Mai 1996, als im Verlauf eines Wettersturzes acht Bergsteiger ihr Leben verloren.

Das Risiko erfolgreich gemeistert Als das IMAX-Filmteam am 2O. März 1996 mit den Dreharbeiten begann, war man sich der Risiken eines solchen Unternehmens bewusst. Doch man stellte sich dem Abenteuer. Mac Gillivray Freemann, einer der aktivsten Produzenten von IMAX-Fil-men - er hat das filmische Handwerk bei Stanley Kubrick gelernt-, schuf mit seinem Team das wohl eindrücklichste Filmdokument, das je über das Dach der Welt gedreht worden ist. Die Kamera führte David Breashears, und das Team der Kletterer leitete Jamling Tenzing Norgay, der Sohn von Sherpa Tenzing Norgay, dem 1953 mit Hillary die Erstbesteigung gelang. Stellvertretender Teamleiter war Ed Viesturs.

Eindrückliche Bildsprache « Everest » wurde zu einem ergreifenden 40 minütigen Epos, das alle Voraussetzungen mit sich bringt, zu einem Kultfilm zur werden. In gross angelegten Bildern wird die Landschaft eingefangen, in der die Menschen mit letzter Energie einem buchstäblich hohen Ziel entgegenstreben. Erschütternd dann die Szenen, in denen das Filmteam unge-plant mit der Katastrophe des 1O. Mai 1996 konfrontiert wurde. Dabei zeigt der Film das Abenteuer Mount Everest in einer eindrücklichen und ehrlichen Bildsprache, der es um die Sache und nicht um den Effekt geht. Den liefert die Natur mit allen ihren unberechenbaren Ereignissen.

Der Film beschränkt sich jedoch nicht auf die alpinistische Welt aus

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