Claude Morerod (1935–2010)

Texte: Alexandre Vermeille, Redaktor Foto: Yves Brunelli, Sion Der Naturfotograf Claude Morerod aus Les Diablerets ist gestorben; er hinterlässt Fotos der alpinen Tier- und Pflanzenwelt, die zu den schönsten Bildern ihrer Art gehören. Seine Begeisterung für die Architektur und der Beruf Hochbauzeichner vermittelten ihm ästhetischen Geschmack und seine Herkunftsgemeinde Ormont-Dessus die Liebe zur Natur. Ab 1965, müde von der Büroarbeit, gönnt er sich längere Urlaube, um sich seiner Leidenschaft, der Fotografie, zu widmen. Stark beeinflusst von seinem « geistigen Führer » Robert Hainard, einem bekannten Illustrator mit einer Vorliebe für Motive der wilden Natur, entscheidet er schliesslich, sich der Kunst des Fotografierens zu widmen. Seine Bilder werden im In- und Ausland veröffentlicht, auch in der Zeitschrift « Die Alpen ». Er nimmt an Wettbewerben teil und gewinnt Preise. Ab 2001 werden seine Fotos in drei Büchern publiziert: Pirsch auf einsamen Höhen im Athesia Verlag, Animaux des Alpes ( Glénant 2003 ) und Tiere der Alpen. Die Wirbeltiere, das 2005 im SAC Verlag herauskommt. Tiere verfolgte Claude Morerod hartnäckig, aber respektvoll. Nahestehende beschreiben ihn als diskreten Menschen. Diskret verhielt er sich wohl aus Bescheidenheit, aber sicher auch aus der Absicht heraus, die Geheimnisse, die er mit der Natur teilte, nicht zu verraten. Mit dem Ziel, die jedem Tier eigenen Verhaltensweisen fotografisch zu verewigen, war er bereit, monatelang zu warten, bevor er endlich das entscheidende Bild schiessen konnte. Die meiste Zeit verbrachte er in der freien Natur, oft begleitet von seiner Frau. Um zwei Uhr morgens legte er sich in einem Stall auf die Lauer, um die Birkhühner im ersten Morgenlicht bei der Balz zu erwischen. In seinen Bildern wird die Erinnerung an diesen aussergewöhnlichen Fotografen weiterleben, so wie im Bild des Vandell-Mannsschilds, das diesen Monat das Titelbild unserer Zeitschrift ziert.

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