Dank Rocker ganz locker

15 Jahre sind vergangen, seit taillierte Ski auf den Markt gekommen sind. Was damals eine Revolution war, hat sich breit durchgesetzt. Nun kommt der Rocker Shape, eine spezielle Skiform. Die Ski werden dadurch weicher, das nützt vor allem im Tiefschnee.

Neu ist sie nicht, die Rocker-Technologie bei Ski. Erste Modelle kamen kurz nach der Jahrhundertwende auf den Markt. Snowboarder kennen das Design schon länger, noch älter ist es bei Surfboards. Neu ist hingegen, dass einige Hersteller sie auch bei Pisten- und All-Mountain-Skis einsetzen. Rocker wird als ein neuer Schritt in der Skievolution bezeichnet. Die Technologie bringt unbestrittene Vorteile: leichte Schwungauslösung ohne Gefahr zu verschneiden; Kontrolle, Stabilität und Kantengriff im gesamten Schwungverlauf; sicheres und einfaches Ausgleiten. Tourenfahrerinnen und -fahrern nützt vor allem ein Detail: Der Ski schwimmt im Tiefschnee besser auf, er dreht leichter, und das ist vor allem auf Abfahrten nach langen Aufstiegen ein klares Plus.

Fahren im Tiefschnee muss nämlich nicht schwierig sein, sondern kann mit dem entsprechenden Ski zum einfachen und sicheren Erlebnis werden. Der Rocker lässt den Ski im Tiefschnee oben aufschwimmen, da er durch die Vorspannung wesentlich bessere Gleiteigenschaften besitzt. Die Novität findet natürlich nicht nur Freunde. Noch reagiert der Handel zögerlich auf die Innovation, obwohl zahlreiche Hersteller auf diesen Winter hin entsprechende Skimodelle in ihrem Sortiment haben und die Bretter mit den aufgebogenen Schaufeln und Skienden bei den Freerideski einsetzen.

Im sogenannten Off-Pist-Bereich mit seinen Freeride- und Freeski-Modellen ist die Rocker-Technologie schon weit fortgeschritten und hat den Marktdurchbruch geschafft. Wegen der aufgebogenen Schaufeln und Skienden ( vgl. Grafiken ) schwimmt der Ski besser auf und lässt sich einfacher und kraftsparender drehen.

Auch im breiter gefassten All-Mountain-Segment zeigt sich der Rocker-Vorteil durch den besseren Auftrieb. Der Skifahrer profitiert von den leicht aufgebogenen Schaufeln, in Kombination mit einer klassischen Verspannung im Bereich der Skimitte. Der Ski lässt sich mit weniger Kraftaufwand drehen, Kanten- und Druckwechsel werden im gesamten Kurvenverlauf weicher und harmonischer und sind somit fehlerverzeihender und sicherer. Auf den Punkt gebracht: Rocker-Typen haben ein gemeinsames Fahrverhalten – auf und neben der Piste: Ihre Kontaktlänge der Kante variiert abhängig von der Fahrsituation. Bei langsamer Fahrt werden moderate Aufkantwinkel gefahren, und die Kon- taktlänge der Kante ist aufgrund der negativen Vorspannung kürzer als beim herkömmlichen Ski. Damit wird mehr Wendigkeit erzielt und der Fahrer beim Aufkanten unterstützt.

 

Die Rocker-Technologie schnell erklärt

Der Quantensprung ist die Veränderung der Vorspannung, das heisst der Wölbung unter dem Ski. Grundsätzlich hat jeder Ski eine Vorspannung, die für ein einfacheres und komfortableres Gefühl beim Fahren sorgen soll. Bei der Rocker-Technologie sind die Schaufel und teilweise auch die Skienden wie bei einem Wasserski aufgebogen. Diese Form lässt den Ski im Tiefschnee aufschwimmen. Je stärker also ein Ski aufgebogen ist, desto tiefschneetauglicher wird er.

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