Das Klettergebiet von Vercorin. Breite Routenauswahl

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Breite Routenauswahl

Das Klettergebiet von Vercorin

Dank seinen 300 Sonnentagen pro Jahr gehört das Mittelwallis zu den schönsten Kletterparadiesen in der Schweiz. Im Zentrum dieser Region, in Vercorin, ist Klettern praktisch das ganze Jahr über möglich.

Das wie ein Balkon über der Rhone gelegene Vercorin bietet Kletterern zahlreiche Möglichkeiten.. " " .Von den fünf zur Verfügung stehenden Sektoren eignen sich die Routen in den Nord- und Westwänden der Toits, der Nelwins und von Le Bouillet in der heissen Jahreszeit, während La Crevache, Les Champs Fleuris und Le Bouillet ( am Abend ) mit perfekten Verhältnissen für den Saisonanfang aufwarten. Seit einigen Jahren erlebt das so genannte Plaisirklettern einen Aufschwung, also gut ausgerüstete und leicht erreichbare Klettereien zwischen 3 und 6b. Und Vercorin ist ein Klettergebiet, das die Nachfrage nach solchen Routen perfekt befriedigt.

Die Anfänge Es war Serge Lambert, Bergführer der Region, der die ersten Bohrhaken im Sektor La Crevache setzte. Anfänglich ging er nur zum Trainieren dorthin. Dann erkannte Stéphane Albasini, ebenfalls Bergführer aus Vercorin, das Potenzial von Le Bouillet. Schon bald konnten die beiden Bergführer Klettermöglichkeiten für jedermann anbieten. Da in Le Bouillet die Klettereien ziemlich beeindruckend sind, richtete Stéphane Albasini Champs Fleuris ein, eine einfache Platte, ideal für Kinder. Und dann eröffnete Cyrille Albasini, Stéphanes Sohn – mit Flair fürs Klettern auf höchstem Niveau – die Sektoren Les Toits und Les Nelwins. Damit ist das Angebot komplett: Von der einfachen Platte bis zum Überhang kommt jeder auf seine Rechnung. La Crevache

Das erste erschlossene Gebiet der Region. Der Anfänger kann sich einen Spass daraus machen, zwischen Sonne und Schatten zu wechseln. Die Routen sind relativ kurz, Fusstechnik und Reibung sind gefragt. Der senkrechte Fels bietet unterschiedliche Griffe, vor allem aber Löcher. Man kann entweder im Vorstieg oder von oben gesichert klettern. Eine besondere Herausforderung ist die komplette Querung beider Felsabschnitte. Länge: 5 bis 10 Meter

Champs Fleuris

Ein Familiengebiet par excellence. Zur Wahl stehen sieben südseitig exponierte Routen zwischen 3 und 4+, also ideal für Kinder. Der Fels ist kompakter Kalk mit einigen guten Wasserrinnen. Die geringe Neigung und die guten Risse erlauben ein leichtes Klettern auch in

Stil der Klettereien Vercorin kann sich rühmen, tolle Routen mit grossartigem Blick aufs Rhonetal zu bieten. Alle Routen verfügen über eine Umlenk-Sicherungsmöglichkeit und sind zwischen 5 und 25 Meter lang, ausgerüstet mit Bohrhaken oder einbeto-nierten Ringen. Lange Routen gibt es also nicht. Die Stände sind entweder mit Ketten und Maillons Rapides oder Karabinern versehen. Der Fels in Vercorin ist vielseitig strukturiert und erlaubt das Begehen der Routen auf unterschiedliche Weise. Aufleger gibt es wenige, dafür vor allem griffige Leisten. In den Platten ist das Klettern relativ technisch für die Füsse, vor allem in Le Bouillet und La Crevache. Dagegen ist die Kletterei in den Überhängen oft athletisch oder sogar sehr technisch. Kurz: Klettern für jeden Geschmack.

Die Sektoren Für den Zugang sei auf die erwähnten Topos verwiesen, oder man wende sich an das Office du Tourisme. Ab Tour du Mont ist der Weg ausgeschildert.

Einführung ins Klettern: Bergführer Fred Salamin mit einem noch ganz unerfahrenen Kletterer im Sektor Les Champs-Fleuris Fo to :G ér ar d Be rt ho ud DIE ALPEN 5/2003

Turnschuhen. Das Gebiet eignet sich vorzüglich für die Einführung in den Vorstieg. Länge: 10 bis 15 Meter

Le Bouillet

Der grösste Sektor in Vercorin. Dank seiner Nordexposition bleibt es am Morgen angenehm kühl. Die Sonne taucht erst am Nachmittag auf. Schlicht grossartig am Abend bei untergehender Sonne. Man findet Routen von 3 bis 7a+, die Mehrheit liegt zwischen 5 und 6. Das Klettern hier ist sehr abwechslungsreich: Risse, Dülfer und Verschneidungen mit allen möglichen Griffen wie Leisten, Löcher, Dellen, Einfinger-, Zweifinger-und Untergriffe. Es wird empfohlen, in diesem sehr luftigen und obendrein unterhalb eines Wegs gelegenen Gebiet einen Helm zu tragen. Für die Freunde von Adrenalinstössen gibt es ausserdem die Möglichkeit, eine Tirolienne mit beeindruckendem Tiefblick auf das Rhonetal zu machen. Länge: 10 bis 25 Meter Les Toits

Das Paradies der Überhänge. Dieses kleine, sehr luftige Gebiet enthält Routen in ziemlich speziellem Kalk. Hier kann man seinen Bizeps gebrauchen! Sieben Routen zwischen 6 und 7 mit einer Vorspeise im 5. Grad und als Dessert eine kurze 8a. Länge: 10 bis 25 Meter Les Nelwins

Mit ihrem blauen, ockerfarbenen oder manchmal schwarzen Kalk bilden Les Nelwins das Nirwana für die Könner in Vercorin. Die Erschliesser haben einige Juwelen in den Märchenwald gesetzt mit rauen Leisten, Löchern und mit schwierig zu haltenden Untergriffen in den senkrechten und überhängenden Passagen. Eine Wand ganz speziell für den Sommer. Die Schwierigkeiten reichen von 5+ ( Aufwärmroute ) bis 8 c. Länge: 8 bis 25 Meter Denis Burdet in « Il Pilastro »: Die Wände bieten einen umwer-fenden Blick ins Rhonetal.

Erstaunlicher Fels, luftige Situation: Denis Burdet in « Il Pilastro », 6a, in Le Bouillet Les Toits: Vorbereitungen vor dem Einstieg in die Wand Denis Burdet in « Tire-toi », 6a+, im Sektor Les Toits Fo to s:

Gé ra rd Be rt ho ud

Unsere Favoriten

3 c « Babibouchette » in Le Bouillet – einfach, aber einfach schön 4b « Qui cherche trouve » in Le Bouillet – weitersuchen 4 c « Le Gruyère » in La Crevache – wie der Name sagt: Löcher 5b « Boîte aux lettres » in La Crevache – für diese Route ist Präzision gefragt 5 c « Ali Baba » in Le Bouillet – am Anfang ein sehr technischer Schritt 6a « Soleil couchant » in Le Bouillet – schöne Kletterei mit prächtiger Aussicht 6a+ « Wonderwall » in Les Toits – leicht überhängend mit strukturiertem Felsen 6b « Superman » in Le Bouillet – gute Risse, aber nicht bummeln! 6b+ « Les doigts dans le nez » in Le Bouillet – nachdenken und die Lösung in dieser attrak- tiven Route finden 6 c « Triplette » in La Crevache – gefragt sind weite Züge 7a « Vol au-dessus d' un nid de coucou » in Les Toits – es gibt in dieser Route keinen Kuckuck, ausser Sie selber... 7a+ « Cachou » in Le Bouillet – bis zum Stand sind Präzision und Technik gefragt 7b+ « Business artistique » in Les Nelwins – sensationell schöne Route 8 c « Les Nelwins » – schwer, sogar sehr schwer, aber schön

Praktische Informationen

Zugang für Autofahrer: Die Autobahn über die Ausfahrt Sierre-Ouest verlassen und Richtung Vercorin fahren.

Zugang mit öV: Mit dem Bus von Sierre direkt nach Vercorin. Oder in Chalais aussteigen und den Sessellift nehmen.

Material: 10 Expressschlingen reichen für alle Routen, dazu ein Seil von 50 m. Um eine allzu starke Verschmutzung zu vermeiden, das Seil in einem Sack mitnehmen.

Beste Zeit: Angesichts des angenehmen Mikroklimas in Vercorin kann man hier fast das ganze Jahr über klettern. Die beste Zeit ist von Mai bis Oktober. Aber Achtung auf die Expositionen. Bei grosser Hitze ist von Champs Fleuris abzuraten; dafür bieten sich Les Nelwins und Les Toits an.

Topos: Albasini Cyrille und Stéphane: Escalade à Vercorin, 1999, Fr. 2O.–. Blanc/Lugon/Porcellana: Escalade en Valais Central, Ayent 2001, Fr. 39.–. Unterkunft: Camping im Centre Sports et Loisirs von Lavioz, Tel. 027 455 45 80; Bed and Breakfast de la Brentaz, Tel. 027 455 17 01; Hôtel des Mayens, Tel. 027 455 12 79, oder Auskunft im Office du Tourisme Tel. 027 455 58 55. a

Vincent Theler, Veyras ( ü ) « Le Gruyère » in La Cravache: die senkrechte Wand scheint Maya Legeret nicht abzuschrecken. Vielleicht wegen der vielen Löcher? Maya Legeret in der Route « Caroline » im Sektor Le Bouillet: eine beeindruckende 5b Im Sektor von La Crevache klettert Katja Rüthemann die Route « Le Coin » ( 4 c ).

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