Der Braunbär. Die Rückkehr eines Grossraubtiers

Haupt Verlag, Bern 2009, ISBN 978-3-258-07463-4, Fr. 49.–

Der Mensch und der Bär: eine paradoxe Geschichte. Als einer der Bären vom Trentino her kommend im Münstertal auftauchte und auf der Lenzerheide Kehrichteimer zu leeren begann, wurde er als störend empfunden. Spätestens wenn er sich an Schafen vergreift, Hühnerställe leert und in Schweineställe eindringt, wird aus dem Störenfried ein Problembär, den es zu vergrämen oder im schlimmsten Fall abzuschiessen gilt. Anders verlief die Geschichte von Finn. Dieser Bewohner des neuen Berner Bärenparks verletzte im November einen Menschen, der in sein Gehege eingedrungen war. Finn wurde von einem Polizisten angeschossen. Die Bernerinnen und Berner litten mit dem Wappentier, brachten ihm Lachse, Honig und andere Leckereien. Dieses Buch versucht, eine Brücke zu schlagen und das ambivalente Verhältnis der Menschen zum Grossraubtier mit sachlicher Information zu entspannen. Die Autoren stellen den Braunbären und seine Biologie vor, informieren über die Ansprüche, die er an den Lebensraum stellt, und skizzieren Chancen und Probleme, die sich ergeben, wenn der Bär definitiv in die Schweiz zurückkehren sollte. Das Buch ermöglicht zudem einen Blick in Länder, wo der Braunbär nie ausgerottet war. Es zeigt, wo das Zusammenleben mit dem Bär Normalität ist. Menschen erzählen von ihren Begegnungen mit dem Braunbären, und Fachleute erläutern, wie sinnvolle Prävention aussieht.

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