Der freie Zugang ist unter Druck

Bislang haben die Kantone und Gemeinden Wildruhezonen auf freiwilliger Basis bestimmt. Das soll sich nun ändern. Der Bund möchte die Kantone ab 2012 verpflichten, Wildruhezonen auszuscheiden, wo dies für den Schutz der Wildtiere vor Störung notwendig ist ( vgl. Seite 34 ). Doch wird der Bund nicht festlegen, wie die Wildruhezonen ausgeschieden werden sollen. Es wird den Kantonen überlassen, wie sie den Auftrag umsetzen. Etwa mit kantonalen Schutzverordnungen oder im Rahmen von kommunalen Zonenplanungen.

Die geplante Jagdverordnungsrevision kann dazu führen, dass bei der Umsetzung Skitourenrouten gestrichen und Klettergebiete gesperrt werden. Gewiss braucht es von uns Bergsportlern die Bereitschaft, zugunsten der einheimischen Fauna Kompromisse einzugehen. Namentlich im Winter sind Raufusshühner und das Schalenwild auf Gebiete angewiesen, wo sie Ruhe vor den Menschen haben. Jede Störung und Flucht kostet die Tiere enorm viel Energie. Darum hat der SAC als Nutzer und Schützer der alpinen Gebiete auch nichts gegen einen vernünftigen Wildtierschutz einzuwenden. Im Gegenteil. Wir engagieren uns seit mehr als 100 Jahren für den Schutz der Umwelt, im Moment insbesondere als Patronatspartner der Kampagne «Respektiere deine Grenzen».

Der SAC ist nun besonders gefordert. Er muss sich bei den Kantonen aktiv als kompetenter Berater im Bereich des naturverträglichen Bergsports anbieten. In den Diskussionen zur Ausscheidung der Wildruhezonen muss er konstruktiv an Lösungen mitarbeiten, die dem Wildtierschutz gerecht werden. Er muss sich jedoch gegen sachlich nicht nachvollziehbare Verbote oder unverhältnismässige Einschränkungen wehren. Bei dieser Aufgabe ist eine enge Zusammenarbeit des Zentralverbandes mit den Sektionen unabdingbar. Der Zentralverband kann mit nationalem Überblick koordinieren, die Sektionen können ihre Ortskenntnisse in die Diskussion einbringen. Gemeinsam müssen wir uns für den Erhalt des freien Zugangs zur Bergwelt – der Basis für die Ausübung des Bergsports – einsetzen.

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